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Kunden erwarten schnelle Reaktionen

Unternehmen wie Amazon oder Tesla haben die Messlatte für das Kundenerlebnis hoch gelegt. Versicherer müssen dringend nachziehen, waren sich Patrick Knust von Allianz Technology und Dirk Heiss von der Munich Re auf der IT-Fachtagung MCC in München einig. Zwar fahre die Branche derzeit hohe Gewinne ein, dies sei aber kein Garant für künftigen Erfolg. Die sich wandelnden Kundenerwartungen könnten dazu führen, dass die Versicherungsbranche ihre Relevanz verliert, befürchten die Experten.

Kfz- und Rückversicherung helfen der DEVK

Der Kölner Versicherer DEVK hat nach zwei eher durchwachsenen Geschäftsjahren ein solides Ergebnis für 2024 vorgelegt. Demnach haben sich die Kfz- und die Rückversicherung erneut als Wachstumstreiber gezeigt. In der Autoversicherung steckt der der frühere Eisenbahn-Versicherer aber immer noch tief in den roten Zahlen. Naturkatastrophen sowie konstant hohe Ersatzteilkosten bleiben hier die Hauptthemen. Mit Blick auf die nahe Zukunft zeigt sich der Konzern allerdings optimistisch.

Aon startet KI-Plattform für Industrierisiken

Die Platzierung von Industrierisiken ist in vielen Bereichen noch ein recht analoges Unterfangen. Der Versicherungsmakler Aon startet jetzt eine Plattform, die mit künstlicher Intelligenz (KI) den Austausch von Risikodaten beschleunigen und modernisieren soll. Aon Broker Copilot nutzt neben KI auch Sprachmodelle und prädiktive Analysen, um allen Marktteilnehmern eine zügigere Risikobewertung zu ermöglichen. Starten soll die Plattform in den USA und in London, andere Regionen sollen folgen.

Exitstrategien bei Kohle wirken

Verfolgen Versicherungsunternehmen eine strenge und konstante Strategie, aus emissionsintensiven Branchen auszusteigen, hat das direkte Auswirkungen auf diese Firmen. Die Branche kannn also mit ihrer Zeichnungspolitik den Übergang zur Klimaneutralität direkt beeinflussen, haben Forscher der Universität Zürich und des Swiss Finance Institutes herausgefunden. Führen Versicherer eine Strategie ein, Kohlebergwerke nicht mehr zu versichern, steigt die Wahrscheinlichkeit stark, dass diese Bergwerke den Betrieb einstellen.

Munich Re Nordamerika mit neuem Geschäftsfeld

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Spezial-Erstversicherer des Munich Re-Konzerns, Munich Re Specialty, steigt in Nordamerika in ein neues Geschäftsfeld ein. Unter Leitung von James Craig soll ein Team Haftpflichtdeckungen an Unternehmen aus dem Life-Science-Bereich verkaufen. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Lufthansa-Versicherer Delvag, dem Dienstleister Honorarkonzept, der Vermittlerorganisation Bipar und dem Run-off-Spezialisten Compre. Außerdem hat der frühere Helvetia-Konzernchef ein neues Verwaltungsratsmandat.

475 Mio. Dollar Schaden durch Air India-Absturz

Nach dem Absturz der Air India-Maschine am Donnerstag, bei dem mindestens 265 Menschen ums Leben kamen, werden erste Schätzungen zu den versicherten Schäden bekannt. Experten erwarten, dass der Absturz die Branche rund 475 Mio. Dollar (409 Mio. Euro) kosten wird. Da die örtlichen Versicherer ihre Risiken aus der Luftfahrt zu 95 Prozent an Rückversicherer weitergegeben haben, dürfte sich der Rückversicherungsmarkt spürbar verhärten. Aber auch die Prämien für Luftfahrtversicherungen dürften merklich steigen, sind sich die Experten sicher.

Munich Re gibt IoT-Start-up Relayr auf

Der Rückversicherer Munich Re hat seine Technologie-Tochter Relayr aufgelöst. Das einst hoch gehandelte Start-up hat Software rund um das Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) geliefert. Die Munich Re hatte sich mit ihrer Tochter Hartford Steam Boiler Ventures an dem Unternehmen beteiligt und es später ganz gekauft. Konzernchef Joachim Wenning hatte 2024 das Geschäftskonzept „Factory-as-a-Service“ aber im Interview für tot erklärt, nun folgt die Abwicklung der Technologie-Tochter.

Aon: Rückversicherung weicher, Retro-Preise sinken

Der Makler Aon sieht den globalen Rückversicherungsmarkt vor einer Phase fallender Preise. Das zeigen laut Rückversicherungschef Jan-Oliver Thofern nicht nur die jüngsten Verhandlungen zwischen Erst- und Rückversicherern, sondern auch die Entwicklungen auf dem Retro-Markt, auf dem Rückversicherer Risiken an andere Anbieter oder den Kapitalmarkt transferieren. Der Retro-Markt ist zudem deutlich widerstandsfähiger als noch vor wenigen Jahren, erläuterte Aon-Experte Torsten Lesch.

Hohe Schäden nach Flugzeugunglück in Indien

Eine Boeing 787-8 Dreamliner der Fluggesellschaft Air India ist in der indischen Stadt Ahmedabad abgestürzt. Dabei sind mindestens 265 Menschen ums Leben gekommen. Versicherer von Air India sind mehrere nationale Gesellschaften. Den Großteil der Schäden werden aber internationale Rückversicherer übernehmen, allen voran AIG. Die Höhe der Schäden ist wegen der ungewissen Haftungsansprüche schwierig einzuschätzen, wird aber mehrere hundert Millionen Euro betragen.

Hitze ist tödlicher als andere Naturkatastrophen

Die weltweit zunehmende Hitze gilt derzeit als große Bedrohung für die Gesellschaft, aber auch für Versicherer, wie eine aktuelle Studie des Rückversicherers Swiss Re zeigt. Demnach geht von Hitzewellen eine noch größere Gefahr aus als von Überschwemmungen, Erdbeben und Hurrikans zusammen. Dieser Umstand könnte weitere Fragen nach der Haftung für Schäden aus Naturkatastrophen aufwerfen. Aber auch die Bedrohungslage in Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz wächst weiter.

Gräfer: Prämien in vielen Sparten deutlich zu niedrig

Viele Probleme der Versicherer in Deutschland haben eine grundlegende Ursache: Die Prämien sind zu niedrig. Davon zeigte sich Bayerische-Vorstand Martin Gräfer (Bild) beim Marktforum des Maklers Aon überzeugt. Angemessene Preise seien jedoch erforderlich für das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherern, das sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat – Stichwort Frequenzschäden. Hier zeigen sich die Rückversicherer inzwischen wieder offener, berichtete Jan-Oliver Thofern, Rückversicherungschef bei Aon Deutschland.

Munich Re verlässt Klimainitiativen

Es ist ein weiterer Rückschlag für die Klimaschutzinitiativen der Finanzbranche: Der Rückversicherer Munich Re hat angekündigt, aus den Klimabündnissen Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA), Net Zero Asset Managers Initiative und weiteren Initiativen auszutreten. Hintergrund seien unter anderem unklare rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen. Damit ist wohl auch Gegenwind aus den USA gemeint, auch wenn der Konzern das nicht so schreibt. Am Klimaschutz will er festhalten. Die Entwicklung erinnert an das Schicksal der Net Zero Insurance Alliance, die bereits dem politischen Druck aus den USA zum Opfer fiel.

Industrie Kraftwerke Abgase

ISSB schlägt Erleichterungen für Versicherer vor

Das International Sustainability Standards Board (ISSB) hat Vorschläge für die Anpassung des Rechnungslegungsstandards IFRS formuliert, und dabei auch konkret die Versicherer auf das Tableau gebracht. Medien hatten die Vorschläge so gedeutet, dass das ISSB Versicherungsaktivitäten komplett aus der Treibhausgas-Berichtspflicht ausklammern will. Dies ist aber nicht der Fall, wie das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee, der Versichererverband GDV und der Experte Carsten Zielke erläutern. Dennoch winken Erleichterungen für Versicherer. 

S&P: EMEA-Versicherer solide aufgestellt

Die Versicherer in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) sind wirtschaftlich gut aufgestellt, glaubt die Ratingagentur S&P. Eine solide Kapitalisierung und robuste Kapitalpuffer sorgen dafür, dass die Unternehmen für künftige externe Schocks gewappnet sind, so die Ratingagentur. Zudem verfügen die Versicherer über ein starkes operatives Geschäft und profitieren von vielfältigen Ertragsquellen, was sie weniger abhängig von einzelnen Märkten oder Sparten mache.

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