In Zeiten zunehmender Risiken und immer höherer Schadensersatzurteile in den USA ist die Haftpflichtversicherung wichtiger denn je. Die Versicherer stünden bereit, um Unternehmen nicht nur mit der Übernahme von Risiken, sondern auch mit Know-how zu unterstützen und gemeinsame Lösungen zu finden, betonten HDI-Global-Vorstand Mukadder Erdönmez und Lucas Beckmann, Chief Underwriting Officer Casualty bei der Munich Re, auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz. Deas-Experte Jörg Linnert berichtete von Kapazitätsengpässen bei Risiken mit US-Exposure.
Rückversicherer
Baobab gewinnt Scor als Risikoträger
Der Cyber-Assekuradeur Baobab will künftig auch komplexere Risiken im industriellen Sektor abdecken und ist dafür eine Partnerschaft mit dem Rückversicherer Scor eingegangen. Mit dem Lloyd’s-Syndikat von Scor als weiterem Risikoträger erweitert Baobab seine Zeichnungsbefugnis für Cyberrisiken auf Unternehmen mit bis zu 1 Mrd. Euro Umsatz in Deutschland und Österreich.
Stellenabbau: Fluktuation allein reicht bei Ergo nicht aus
Die Munich Re hatte Anfang Januar mit dem Plan, Stellen in der IT und Verwaltung nach Indien und Polen zu verlagern, für Furore gesorgt. Frei werdende Stellen sollen nicht oder nur an anderen Standorten als Deutschland nachbesetzt werden. Bei der Tochter Ergo reicht die natürliche Fluktuation für die gesetzten Ziele womöglich nicht aus, räumt der neue Munich Re-Chef Christoph Jurecka jetzt ein. Ein Grund ist die künstliche Intelligenz, die viele Jobs tiefgreifend verändert. Kündigungen soll es aber nicht geben, stattdessen Weiterbildungs- und Abfindungsangebote.
Beazley gibt Zurich eine Abfuhr
Der Londoner Spezialversicherer Beazley hat ein Übernahmeangebot der Zurich als zu niedrig abgelehnt. Der Vorstand schreibt in einer Erklärung, dass man weiterhin daran interessiert sei, den Unternehmenswert zu steigern, allerdings nicht zu diesen Bedingungen. Beazley hatte bereits im vergangenen Jahr ein Angebot von Zurich abgelehnt, das über der aktuellen Offerte gelegen hatte. Zurich wollte nicht Stellung nehmen.
Beazley reagiert verhalten auf Übernahmeangebot
Das aktualisierte Übernahmeangebot der Zurich kann die Vorstände des Versicherers Beazley spontan nicht begeistern. Auf eine entsprechende Offerte reagierte das Management verhalten. Man habe noch keine Gelegenheit gehabt, das Angebot zu prüfen, heißt es in einer Mitteilung. Die Aktionäre von Beazley bittet der Versicherer, erst einmal die Füße still zu halten.
Allianz bleibt wertvollste Versicherermarke
Die Allianz freut sich über einen „Meilenstein“ in der Bewertung ihrer Marke. Das Beratungsunternehmen Brand Finance sieht in den Münchenern die wertvollste Versicherermarke der Welt. Mit einem Markenwert von 60,7 Mrd. Dollar (51,8 Mrd. Euro) landen sie auf Platz 21 unter den 500 wertvollsten Marken weltweit. Mit dabei, aber weit abgeschlagen sind auch die Munich Re und die Hannover Rück.
AM Best sieht Rückversicherer nicht mehr positiv
Als letzte der großen Ratingagenturen hat jetzt auch AM Best den Ausblick für die globale Rückversicherung heruntergestuft. Gründe für die Absenkung auf „neutral“ seien der zyklische Preisabschwung sowie große wirtschaftliche Unwägbarkeiten. Vor allem der US-Haftpflichtmarkt macht den Analysten Sorgen. Dass der Ausblick immerhin stabil ist, liegt an den strukturellen Verbesserungen im Markt in den vergangenen Jahren.
Sascha Brehm ist neuer Risikochef bei Munich Re
Die Munich Re hat zum Jahresbeginn einen neuen Group Chief Risk Officer bekommen: Sascha Brehm folgt auf Markus Hummel, der den Chefposten beim konzerneigenen Vermögensverwalter Meag übernommen hat. Brehm übernimmt auch seinen Sitz im Verwaltungsrat der Züricher Tochter New Re. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Cyberspezialisten Baobab, dem Rückversicherungsmakler Guy Carpenter und dem österreichischen Makler Greco.
Lloyd’s bekommt neuen Finanzchef
Jim Bichard wird im April 2026 Finanzchef von Lloyd's of London. Er folgt auf Alexandra Cliff, die den Posten erst im Mai vergangenen Jahres von Burkhard Keese übernommen hatte. Personelle Neuigkeiten gibt es außerdem bei Generali, Barmenia Gothaer, Allianz Re, Munich Re, Ammerländer und Interrisk.
Eiopa will Europa bis 2030 widerstandsfähig machen
Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa blickt mit Sorge auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen, wirtschaftliche Instabilität und ökologischen Herausforderungen der aktuellen Zeit. Aus diesem Grund hat sie sich neue Ziele gesetzt, die sie bis 2030 verfolgen wird. Sie will den europäischen Binnenmarkt stärken und die Resilienz der Gesellschaften gegenüber Risiken wie Naturkatastrophen und Cyberbedrohungen unterstützen. Auch das eigene Vorgehen bei der Regulierung soll moderner werden.
Gegen den Trend: Frauenanteil in Vorständen steigt bei Versicherern
Die Zahl der Vorständinnen in den 60 größten deutschen Versicherungsunternehmen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Damit behauptete sich die Branche gegen den allgemeinen Trend: Bei den größten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gab es 2025 erstmals seit Jahren eine rückläufige Zahl von Frauen im obersten Führungsgremium. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des Managerinnen-Barometers des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Bei den Aufsichtsräten der Versicherer sieht es allerdings anders aus.
KPMG: Versicherer-Chefs in M&A-Laune
90 Prozent der Chefs von Versicherungsunternehmen haben ein starkes oder zumindest moderates Interesse daran, dass ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren nennenswerte M&A-Deals tätigt. Das zeigt eine aktuelle CEO-Befragung von KPMG. Eine so stark ausgeprägte Lust auf Fusionen und Übernahmen hat das Beratungsunternehmen in keiner anderen Branche festgestellt. Auch künstliche Intelligenz treibt die Chefetagen von Versicherern derzeit kräftig um.
Aktuare warnen vor unterschätztem Klimawandel
Britische Aktuare warnen davor, dass veraltete Modelle die Auswirkungen des Klimawandels auf die globalen Volkswirtschaften verharmlosen. Bei der Vorstellung einer aktuellen Studie erklärten sie, dass der weltweite Temperaturanstieg schon deutlich weiter vorangeschritten sei als bislang angenommen. Damit schreite auch der Rückzug von Versicherern aus Hochrisikogebieten schnell voran. Es brauche dringend einen „Sanierungsplan“.














