Die Ratingagentur AM Best schätzt die Lage der deutschen Lebensversicherer positiver ein und hat ihren Ausblick auf die Branche von „negativ“ auf „stabil“ gesetzt. Als einen Grund sehen die Experten die Stabilisierung des Zinsumfelds und der Prämieneinnahmen – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten hierzulande. Auch die Regulatorik und loyale Kunden spielen eine Rolle dabei, dass AM Best die Aussichten besser einschätzt.
Versicherer
R+V wächst deutlich und baut Einmalbeitragsgeschäft kräftig aus
Die R+V ist 2025 bei den Beiträgen um 8,6 Prozent auf rund 23 Mrd. Euro gewachsen, in der deutschen Erstversicherung um 9,3 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro. In der Lebensversicherung basiert das Wachstum vor allem auf dem deutlich ausgebauten Einmalbeitragsgeschäft. Im Schaden- und Unfallbereich konnte die Gruppe die Schaden- und Kostenquote wieder in den profitablen Bereich bringen. Erneut betont Vorstandschef Norbert Rollinger, das Potenzial im genossenschaftlichen Lager stärker ausschöpfen zu wollen.
Grüne: Start-up-Finanzierung per Altersvorsorge
Die Schaffung eines öffentlich verwalteten Fonds für die zusätzliche Altersvorsorge wäre aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen ein guter Ansatz, um die Finanzierungssituation für aufstrebende Start-ups zu verbessern und so ihre Abwanderung zu verhindern. Die Bundestagsfraktion hat einen entsprechenden Antrag vorgelegt. Am Donnerstag beschäftigt sich das Parlament mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine Reform der privaten Altersvorsorge.
Gold in der Schublade
Alexander Heß, Country Manager Deutschland beim Spezialversicherer Assurant, ist überzeugt, dass Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell funktionieren kann. Das international tätige Unternehmen mit Niederlassungen in Bonn und Frankfurt versichert Smartphones und Elektrogeräte und hat sich auf die Wiederaufbereitung von gebrauchten Handys spezialisiert. Im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor berichtet Heß von Assurants Expansionsplänen und davon, wie sich tonnenweise CO₂ durch die in den Schubladen der Deutschen schlummernden Smartphones einsparen lässt.
Aon sieht KI als größte Bedrohung
Der Großmakler Aon sieht die Versicherer in der Pflicht, sich auf die sich durch künstliche Intelligenz (KI) verändernde Risikolandschaft einzustellen. Aus Sicht von Aon ist die KI derzeit das größte Risiko für Unternehmen. Neben den Chancen, die die Technologie mit sich bringt, entstünden zunehmend Gefahren wie Falschinformationen, Mängel in der Datenqualität oder neue Haftungsrisiken, warnt Aon in seiner Marktprognose 2026 für Deutschland.
Wer fliegt das KI-Flugzeug?
Viele Versicherer suchen zurzeit nach konkreten Anwendungsbereichen der künstlichen Intelligenz (KI). Während die Anwendungen häufig im Service angesiedelt sind, arbeitet die Hannover Rück an einem Co-Piloten für Underwriter. Dabei geht es um viele und sensible Daten. Das bringt eine Reihe von Risiken mit sich – und die Frage, wer am Steuer sitzt.
Fehlen den Versicherern die Visionen?
In rasanter Geschwindigkeit ist die künstliche Intelligenz (KI) zur Normalität geworden – auch in der Versicherungswirtschaft. Doch wie halten die Gesellschaften mit? Michael Zwiefler, General Manager bei Microsoft Deutschland, ist da nicht so optimistisch und sieht einigen Nachholbedarf. Dabei hat die Branche seiner Meinung nach zahlreiche Chancen in diesem Bereich.
AM Best blickt positiver auf deutschen Markt
Die Analysten von AM Best haben den Ausblick für den deutschen Nichtlebensversicherungsmarkt von negativ auf stabil gesetzt. Die Ratingagentur erwartet, dass die Preise mit der Inflation steigen und sich die Profitabilität so stabilisiert. In der Autoversicherung rechnet sie zwar mit mehr Wettbewerb, Übertreibungen dürften aber ausbleiben.
Stoïk-Chef: „In Deutschland haben alle gesagt, wir würden es nicht schaffen“
Der französische Cyberassekuradeur Stoïk feiert in diesem Jahr seinen fünften Geburtstag. Für den Co-Gründer und CEO Jules Veyrat hat sich in dieser Zeit kaum etwas verändert: Noch immer hätten zu wenig Unternehmen eine Cyberversicherung, erklärt er im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Und die Risiken werden immer größer – vor allem durch künstliche Intelligenz. Das gilt allerdings auch für die Chancen.
App-Beliebtheit: Ergo stößt Allianz vom Thron
Die Ergo betreibt aus Nutzersicht die beliebteste Anwendung für das Smartphone in der Versicherungsbranche. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Service Value in einer aktuellen Befragung, die es in Kooperation mit dem Institut der Süddeutschen Zeitung durchgeführt hat. Damit verdrängen die Düsseldorfer die Allianz-App, die das Ranking im Vorjahr angeführt hatte. Bei den Insurtechs belegt der Digitalmakler Clark erneut die Spitzenposition. Branchenübergreifend sind die Apps von Payback und Booking.com am beliebtesten.
GDV fordert neue Gefahrenkategorie für Lithium
Die meisten Brände auf Transportschiffen werden derzeit durch Lithium-Batterien ausgelöst. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) fordert deswegen, dass die Chemikalie eine eigene Gefahrenklasse bekommt. Die aktuellen Vorschriften reichen dem Verband nämlich nicht aus – zumal das Volumen der Transporte steigt, und damit auch das Risiko.
Mitarbeitende als Markenbotschafter: LVM testet Corporate Influencing
Wer könnte besser darüber berichten, wie die Arbeit in einem Unternehmen aussieht, als die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Auf dieser Annahme beruht das Konzept der Corporate Influencer – Markenbotschafter aus den eigenen Reihen auf Social Media. Die LVM Versicherung testet das gerade. Corporate-Influencing-Expertin Céline Flores Willers ist überzeugt, dass sich dieser Ansatz lohnt. „Gebt Gas“, lautet ihr Ratschlag an Versicherer. Denn die Branche sei Schlusslicht bei dem Thema.
Verdi: Ergo-Tarifvertrag als Blaupause für die Branche
Viele Versicherer erhoffen sich Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz. Das kann allerdings auch Arbeitsplätze kosten, wie die Pläne der Munich-Re-Tochter Ergo zum Abbau von 1.000 Stellen zeigen. Die Gewerkschaft Verdi will ab dem 26. März 2026 mit dem Arbeitgeberverband einen Tarifvertrag Transformation verhandeln. Dabei soll die mit der Ergo getroffene Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung als Vorbild dienen.














