Naturkatastrophen, politischer Druck und teure Risiken stellen die Versicherungsbranche auch im Sommer auf die Probe. Von Mai bis August reicht die Spanne von Kapitalproblemen beim Bäckerei-Versicherer SHB und der Suche nach einem Käufer über den Boom firmeneigener Versicherer – Captives – bis zu spektakulären D&O-Fällen. Gleichzeitig verschärft die BaFin den Ton im Vertrieb, Munich Re verlässt Klimainitiativen, und Cyberangriffe treffen erneut die Branche. Bei den Maklern eskaliert der Wettbewerb.
Versicherer
J.P. Morgan: Katastrophenrückversicherungen werden deutlich günstiger
Die Preise für Katastrophenrückversicherungen werden zum 1. Januar 2026 im zweistelligen Prozentbereich sinken, erwartet die Investmentbank J.P. Morgan. Auch wenn die Tatsache, dass Naturkatastrophenschäden in den vergangenen fünf Jahren jeweils über 100 Mrd. Dollar (aktuell 85 Mrd. Euro) lagen, anderes vermuten lässt: Der Anteil, den die Versicherer für diese Schäden ausgeben mussten, war im Verhältnis zum gesamten Prämienvolumen im Schaden- und Unfallbereich nicht höher als im langfristigen Schnitt seit 1980.
Ideal nimmt nach Cyberangriff Geschäftsbetrieb wieder auf
Der Berliner Versicherer Ideal hat nach dem Hackerangriff von Mitte Dezember alle wesentlichen Bereiche des Geschäftsbetriebs wieder aufgenommen. Das teilte das Unternehmen mit. Die interne Infrastruktur sei wieder hergestellt, nach wie vor gebe es keine Anhaltspunkte, dass Kundendaten durch die Attacke abgeflossen seien. Hinter dem Angriff wird die Schadsoftware „Akira“ vermutet, die Sicherheitsexperten russischen Hackern zuschreiben.
Okan Meses Insurance Rap. Heute: Der Klimawandel
Versicherungsmonitor-Redakteur Okan Mese berichtet regelmäßig über Versicherer, Makler, Rückversicherer und Politik. Manchmal arbeitet Mese auch mit einer ganz anderen Form: Er nimmt in seinem Insurance Rap die Branche aufs Korn, aufgenommen im Studio des Versicherungsmonitors in Köln. Im aktuellen Rap geht es um den Klimawandel und die Rolle von Versicherern wie der Munich Re.
Der Rückblick auf 2025, Teil 1: Element-Pleite, Waldbrand und geplatzte Fusionen
Großbrände in Kalifornien, das Aus für ein Berliner Insurtech, harte Einschnitte bei Versicherern und Maklern sowie milliardenschwere Deals, die am Ende scheitern: Das Jahr 2025 beginnt für die Versicherungswirtschaft sehr turbulent. In den ersten vier Monaten sorgen die Insolvenz von Element, verheerende Naturkatastrophenschäden, das angeschlagene Insurtech Wefox und der Stellenabbau bei HDI für Schlagzeilen. Auch der Maklermarkt bleibt in Bewegung.
Vergütung von Vorständen: Nachhaltigkeit immer wichtiger
Die deutschen Versicherer machen die Gehälter ihrer Vorstände immer stärker davon abhängig, wie gut das Unternehmen bei nachhaltigen Kriterien abschneidet. Das zeigt eine Umfrage der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg und des Unternehmensberaters Kienbaum. Jährlich analysieren sie Trends in der Vergütung von Vorständen. Dabei spielen regulatorische Anforderungen eine zunehmend große Rolle. Allerdings sind sich die Aufsichten nicht immer einig.
Allianz Partners mit neuem Vorstand – und neuer Strategie
Allianz Partners, die in Paris ansässige Tochter des Münchener Versicherers, bekommt mit Dirk Vogler ein neues Vorstandsmitglied. Gleichzeitig tritt er die Nachfolge von Anne-Sophie Grouchka an der Spitze des Dienstleisters Solvd an. Das hat auch strategische Gründe. Außerdem: Die Alte Oldenburger bekommt einen neuen Vorstand, das Insurtech Getsafe hingegen verliert einen, und Gallagher Re baut ein neues Team auf.
Riga-Müller: „Wir sehen mehr und größere klimainduzierte Schäden“
Petra Riga-Müller, Vorständin der Zurich Gruppe Deutschland, sieht den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung für Unternehmen, Städte und Kommunen. Mit der im Jahr 2021 gegründeten Geschäftseinheit Zurich Resilience Solutions erhofft sie sich Lösungen und berichtet im Interview mit dem Versicherungsmonitor von ersten Erfolgen. Außerdem spricht sie über die Situation in der Industrieversicherung und wie sich die Zurich angesichts der derzeitigen Herausforderungen positioniert.
Stress mit dem Vertrieb
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Dringend benötigte Pause für Versicherer und Vorbereitung auf Diskussionen mit dem Vertrieb
VKB erwirbt 49,9 Prozent an Albag
Die Versicherungskammer Bayern (VKB) steigt mit einem Anteil von 49,9 Prozent bei der Provinzial-Tochter Albag aus Essen ein. Bereits im Oktober hatte der Versicherungsmonitor über die geplante Beteiligung an dem auf das Schaden- und Instandhaltungsmanagement von Wohnimmobilien spezialisierten Dienstleister berichtet, damals war der Umfang aber noch nicht bekannt. Mit dem Schritt vertiefen die beiden öffentlichen Versicherer ihre Zusammenarbeit.
Bei Verletzungen ist die Fußball-Bundesliga Spitzenreiter
Fußballer der deutschen Bundesliga sind besonders anfällig für Verletzungen, hat der Versicherungsmakler Howden herausgefunden. In einer aktuellen Analyse der fünf Top-Ligen in Europa hat er herausgearbeitet, dass Spieler der deutschen Bundesligavereine in der vergangenen Saison 6.177 Mal nicht einsatzfähig waren, der Durchschnitt aller Ligen lag pro Saison bei 1.235 Mal. Besonders betroffen waren zwei Vereine.
Kravag mit neuem Vorstand
Die auf die Versicherung von Fahrzeugen aller Art spezialisierte R+V-Tochter Kravag bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Vorstand: Sebastian Mederer wird Mitglied des Leitungsgremiums und folgt auf Michael Busch, der in den Ruhestand geht. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei Eiopa und Everest.
Ackman kauft Versicherer und versucht sich als Buffett-Imitat
Der US-Finanzunternehmer Bill Ackman kauft über die von ihm kontrollierte Investmentgruppe Howard Hughes den Spezialversicherer Vantage in Bermuda. Ziel des 2,1 Mrd. Dollar (1,8 Mrd. Euro) schweren Deals ist der Aufbau einer diversifizierten Gruppe, bei der Versicherer vor allem wegen ihrer hohen Reserven eine wichtige Rolle spielen. Vorbild sei Warren Buffett, sagte Ackman. Versicherer sind mit ihren hohen Barreserven auch für andere Investoren ein lohnendes Ziel.














