Künstliche Intelligenz (KI) entfaltet ihr Potenzial erst in modernen Strukturen. Wer neue Technologie in alte Prozesse presst, skaliert vor allem bestehende Schwächen, aber keine fortschrittlichen Lösungen. Echte Transformation gelingt erst, wenn Organisation, Kultur und Verantwortung neu gedacht werden. Ebenso ist nicht die Menge an Daten entscheidend, sondern die Fähigkeit, daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten, schreibt Sylvia Eichelberg, Chief Operating Officer der Barmenia Gothaer.
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IRRD: „Das ist ein großer Aufwand“
Die EU will mit der Insurance Recovery and Resolution Directive (IRRD) einen einheitlichen Rahmen für die Sanierung und Abwicklung von Versicherern schaffen. Auf die betroffenen Gesellschaften kommt ein großer Aufwand zu, auch kleinere Spezialversicherer könnten betroffen sein, warnen Frank Püttgen und Gunars Urdze von KPMG Law im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Neuigkeiten gibt es zu dem Sicherungsfonds für Schaden- und Unfallversicherer, den die BaFin ins Gespräch gebracht hatte.
DBRS Morningstar: Iran-Krieg erhöht Volatilität im globalen Versicherungsmarkt
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die militärischen Reaktionen des Landes in der gesamten Golfregion beeinträchtigen nicht nur die Luft- und Schifffahrt, sondern erhöhen auch das Risiko von Schäden in der Sachversicherung sowie von Betriebsunterbrechungen, schreibt die Ratingagentur DBRS Morningstar in einem aktuellen Bericht. Für die Versicherer besteht das Risiko eines Kumulschadens, weil mehrere Sparten gleichzeitig betroffen sein könnten.
Gesetzliche Pflegeversicherung: PKV schlägt Sofortprogramm vor
Die gesetzliche Pflegeversicherung steckt tief in den roten Zahlen. In den kommenden Jahren zeichnen sich Milliardenlücken ab. Nur mithilfe von Bundesdarlehen gelingt es ihr, eine schwarze Null zu erreichen. Die privaten Krankenversicherer (PKV) schlagen ein drei Punkte umfassendes Sofortprogramm vor, um das Defizit zu begrenzen. Von den Vorschlägen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung halten sie dagegen wenig.
Howden holt Bankenexperten von MRH Trowe
Der Makler Howden Deutschland wirbt einen Bankenexperten vom Maklerhaus MRH Trowe ab. Er wird den Bereich Kredit- und Kautionsversicherung für den Bankenvertrieb leiten. Außerdem: Der FDP-Politiker und ehemalige Staatssekretär Florian Toncar wechselt überraschend zum Finanzvertrieb DVAG und MSIG Europe erweitert seine Führungsmannschaft in Deutschland.
Iran-Krieg: P&I-Clubs stoppen Kriegsrisiko-Deckungen, Öltransporte verteuern sich
Die Mehrheit der größten P&I-Clubs hat die Kriegsrisiko-Haftpflichtdeckungen für Schiffe, die in den Persischen Golf und benachbarte Gewässer einlaufen, wegen des Kriegs im Iran zu Donnerstag gekündigt. Auch Seekaskoversicherer haben die Schiffseigner über die Kündigung bestehender Policen informiert – entsprechende Neuverhandlungen dürften zu deutlich schärferen Konditionen stattfinden. Der Konflikt könnte die weltweite Versorgung mit Öl und anderen Rohstoffen erheblich beeinträchtigen.
Berkshire Hathaway will weniger Versicherungsgeschäft zeichnen
Beim Mischkonzern Berkshire Hathaway spielt das Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft traditionell eine große Rolle, weil sich die Schadenreserven gewinnbringend anlegen lassen. Nach einem Gewinneinbruch hat der neue Chef Greg Abel angekündigt, auf die Bremse zu treten und sich insbesondere bei der Zeichnung von Rückversicherungsgeschäft zurückzuhalten. Grund sind die bröckelnden Preise.
Willis-Chefin Lucy Clarke: „Etwas tun und nicht nur darüber reden“
Der Makler Willis hat in Deutschland in den vergangenen Jahren spürbar Markanteile verloren. Die 2021 gescheiterte Fusion mit dem Rivalen Aon brachte Unruhe und hohe Fluktuation für den gesamten Konzern Willis Towers Watson, zu dem der Makler gehört. Mitte 2024 holte die Gruppe die erfahrene Managerin Lucy Clarke von Marsh, um die Wende einzuleiten. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt sie, wie Willis bei Kunden punkten will und warum sie an eine Fusionswelle unter den Versicherern glaubt.
Digitale Souveränität: Nicht alles in einen Topf
Angesichts der Dominanz von Tech-Firmen vor allem aus den USA bei Cloud Computing oder künstlicher Intelligenz (KI) sorgen sich Politik und Wirtschaft über digitale Abhängigkeiten. Die Antwort kann keine vollständige Abschottung sein, waren sich die Teilnehmer einer Veranstaltung des Versichererverbands GDV zur digitalen Souveränität einig.
Lebensversicherer unter Druck
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Assekurata-Marktstudie Lebensversicherung, Überblick über den Versicherungsmarkt von AM Best, Scor-Zahlen und Vorlesungstag des Instituts für Versicherungswissenschaften Leipzig
Swiss Re will weniger verdienen
Die Swiss Re hat im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordgewinn erzielt – blickt aber weniger optimistisch auf das laufende Jahr. Während die Konkurrenz aus München ihren Aktionären trotz eines sichtbar weicher werdenden Marktes sprudelnde Gewinne in Aussicht stellt, gehen die Schweizer deutlich konservativer vor. Im vergangenen Jahr hat die Swiss Re einen Konzerngewinn in Höhe von 4,8 Mrd. Dollar (4,1 Mrd. Euro) erwirtschaftet – das Ziel für 2026 liegt bei nur noch 4,5 Mrd. Dollar.
Wann kommt der Run-off-Markt wieder in Fahrt?
Der Run-off-Spezialist Viridium hat neue Eigentümer – der Knoten, der für eine jahrelange Flaute auf dem deutschen Run-off-Markt gesorgt hat, ist damit geplatzt. Dennoch könnte sich die Zahl der Deals in den kommenden Monaten aus verschiedenen Gründen in Grenzen halten, wurde bei der Run-off-Konferenz der SZ deutlich. Die Zukunftsaussichten für die Lebensversicherer, die unter alten IT-Systemen, schwachem Neugeschäft und steigenden regulatorische Anforderungen leiden, werden jedoch nicht besser.
Die Woche in Bildern 09/2026
Die Folgen des schweren Schneesturms in den USA, die durch eine Überschwemmung mit Schlamm gefüllten Straßen in der brasilianischen Stadt Uba, die Demonstration „Marsch des Lichts“ vor dem Parlament in Wien, das vom Hochwasser überflutete Mittelhessen, und der Kadaver eines Pottwals, der am Zikim-Strand im Süden Israels angespült wurde: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.
Kim-André Vives verlässt Südvers
23 Jahre lang war Kim-André Vives für den Freiburger Versicherungsmakler Südvers tätig. Jetzt verlässt er das Unternehmen auf eigenen Wunsch, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen. Einen Nachfolger in der Geschäftsführung für seine Position soll es nicht geben. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Berliner Insurtech Friendsurance, der Deutschen Kautionskasse und der Hypoport-Tochter Dr. Klein Wowi Finanz-AG.
Dresig: Lebensversicherer sollten Rückstellungen für IT-Modernisierung bilden
Die deutschen Lebensversicherer sollten Rückstellungen für die IT-Modernisierung bilden, die insbesondere kleinere Anbieter vor riesige finanzielle Herausforderungen stellt, forderte Tilo Dresig, Chef des Abwicklers Viridium, bei der Run-off-Konferenz der SZ. Das Verwaltungskosten-Problem in der von schrumpfenden Beständen geprägten Sparte verschärft sich zunehmend. An einer Ablösung alter Systeme führt aufgrund der hohen Betriebskosten kein Weg vorbei, betonte Provinzial-Vorstand Rainer Sommer.














