Top News rss

Soziale Inflation auch in Europa?

Soziale Inflation, also die Verteuerung von Schäden durch mehr Gerichtsverfahren und höhere Schmerzensgelder, ist bisher vor allem in den USA ein Problem. Versicherer aus Europa und Großbritannien sorgen sich derzeit viel mehr um die allgemeinen Preissteigerungen. Doch auch in Europa sieht die Anwaltskanzlei Clyde & Co einige Risikofaktoren, die zu einer sozialen Inflation führen könnten. Dazu gehören die Zunahme von Sammelklagen und das steigende Interesse von Prozessfinanzierern am europäischen Markt.

Herbert Fromme

Die Versicherer und die Krypto-Krise

 Herbert Frommes Kolumne  Der Zusammenbruch der Kryptowährungsbörse FTX führt zu heftigen Debatten auch bei vielen Versicherern. Die Verfechter von Investitionen in Bitcoin, Ethereum oder Tether halten sich aktuell zurück. Die Skeptiker haben Oberwasser, sie haben es ja immer schon gesagt. Aber es ist nicht die Zeit für Krypto-Schadenfreude. Denn der Zusammenbruch des Marktes hätte auch weitreichende Folgen für die Versicherungswirtschaft.

Stuhldreier: Allianz Direct macht mich nicht nervös

Bei dem Allianz-Direktanbieter Allianz Direct sollen unter anderem drastische Kostensenkungen den Weg zum Erfolg ebnen. Den schärfsten Konkurrenten im Direktversicherungsbereich lässt das kalt. Die Ankündigung mache ihn nicht nervös, betonte Uwe Stuhldreier (Bild: zweiter von links), Vertriebs- und Marketingvorstand des Direktversicherers HUK24, beim Handelsblatt Insurance Summit. Sein Unternehmen stehe in der laufenden Wechselsaison in der Kfz-Versicherung bislang gut da, berichtete er. „Die Brust ist gerade noch etwas breiter geworden.“

Schulz: „Ich bin sehr froh, dass das geklappt hat“

 Exklusiv  Anja Schulz ist seit dieser Legislaturperiode in der FDP-Bundestagsfraktion für die Versicherungsthemen zuständig. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht sie über die Rolle der Aktienrente zur Stabilisierung der Rentenversicherung, das Potenzial des Sozialpartnermodells in der betrieblichen Vorsorge und die Pläne der Koalition für eine Reform der privaten Altersvorsorge. Außerdem äußert sie sich zum Umgang mit überhöhten Provisionen und zur Diskussion über die Einführung einer Pflichtversicherung für Gebäudebesitzer.

Ergo-Vorständin Deschka wechselt ins Baltikum

 Leute – Aktuelle Personalien  Ursula Deschka verlässt die Ergo Deutschland. Die bisherige Vorständin bleibt dem Konzern aber erhalten. Sie wird Chief Executive Officer für die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger bei Ergo Deutschland steht noch nicht fest. Außerdem: Bei der Signal Iduna-Tochter Deurag steht jetzt der Nachfolger für Vertriebsvorstand Ulrich Scheele fest, der Maklerpool PMA bereitet einen Generationswechsel vor, Scor ernennt eine weitere Nachfolgerin für Kory Sorenson, und ein ehemaliger Axa-Vorstand arbeitet künftig für den Kölner Kardinal Rainer-Maria Woelki.

Daten als Game Changer beim Klimakampf

Für Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler gibt es beim Thema Klimawandel zu viel Schwarzmalerei. Er schaue lieber auf die Möglichkeiten, die enorm steigende Mengen an Daten und neue Technologien bieten, sagte er bei einer Fachkonferenz. Dazu könnte nach Meinung des Chef-Ökonomen des japanischen Technologiekonzerns Fujitsu Martin Schulz auch die Blockchain gehören. Sie liefere Effizienz- und Informationsgewinne, versprach er.

BCA begegnet Finanzinvestoren mit Skepsis

Der Maklerpool BCA blickt mit Bedenken auf die jüngsten Übernahmen von Wettbewerbern durch Private Equity-Firmen. Fonds Finanz, Blau Direkt, der Deutsche Maklerverbund – sie alle haben Unternehmensanteile an Finanzinvestoren verkauft. BCA-Chef Rolf Schünemann kann das nur schwer nachvollziehen. Er rechnet mit einer schnell voranschreitenden Konsolidierung unter den Pools. Von den 50 Anbietern in Deutschland werden dann nur noch fünf bis sechs große übrigbleiben, ist er überzeugt.

Extremus bis Ende 2024 gesichert

Das Bundesfinanzministerium hat die Staatsgarantie für den Terrorversicherer Extremus verlängert. Bis 2024 garantiert der Bund 5,98 Mrd. Euro pro Jahr. Die Zusage kam fast in letzter Minute und auch die Summe wurde noch einmal verringert. Das dürfte die Versicherungsbranche und ihre Kundinnen und Kunden nicht erfreuen. Die Branchenverbände GDV, GVNW und BDI wollen die kommenden zwei Jahres deshalb nutzen, um eine langfristigere Lösung zu finden – und den Wirkungskreis von Extremus auszubauen.

Allianz sucht weitere Preiserhöhungen

Die Allianz hat im dritten Quartal sehr gut verdient. Ein Hauptgrund waren höhere Preise. Dabei will es der Konzern nicht bewenden lassen, er glaubt an eine weiter anhaltende Marktverhärtung. Mit der Inflation könne man durch höhere Preise, entsprechende Reservierungen sowie eine ordentliche Schadenbearbeitung fertigwerden, sagte Finanzchef Giulio Terzariol in einem digitalen Pressegespräch.

Wochenspot: Klimaschäden und Aktienrente

 Wochenspot – der Podcast  Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe diskutieren Redakteurin Kaja Adchayan und Berlin-Korrespondent Jonas Tauber über Deutschlands 170-Millionen-Euro-Zusage für die Bewältigung von Klimaschäden in Entwicklungsländern anlässlich der Weltklimakonferenz und über die neuesten Bewegungen bei der von der FDP forcierten Aktienrente.

Zurich profitiert von steigenden Preisen

Die steigenden Preise in der Industrieversicherung beflügeln das Wachstum des Schweizer Versicherers Zurich. Vor allem im Geschäft mit Ernteversicherungen in Nordamerika legte der Konzern im dritten Quartal kräftig zu. Die Preise seien hoch genug, um den steigenden Schadentrend auszugleichen, betonte der Versicherer. Hurrikan „Ian“ kostete die Zurich 550 Mio. Dollar netto vor Steuern.

Stadler: „Wir glauben nach wie vor an die Region“

Die VIG gehört zu den größten Versicherern in Osteuropa. Der Krieg in der Ukraine betrifft den Wiener Konzern, der mit drei Gesellschaften und 1.400 Mitarbeitern in dem Land aktiv ist, daher besonders. Mobiles Arbeiten habe dabei geholfen, den Geschäftsbetrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten – auch weil 600 Mitarbeiter das Land zwischenzeitlich verlassen haben, berichtete Vorstandschefin Elisabeth Stadler bei einer Fachkonferenz. An der Ukraine und Osteuropa insgesamt will der Konzern festhalten. „Wir glauben nach wie vor an die Region“, betonte sie. Westeuropa könne von den Ländern außerdem einiges lernen.

Windräder auf dem Kamm eines Berges

Diversität prägt das Leben

 Nachhaltigkeitsberichte   Mit den neuen European Sustainable Reporting Standards (ESRS) setzt die Europäische Union einen Meilenstein in der Berichterstattung. Noch nie wurde weltweit in dieser Tiefe über die Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen berichtet. In einer neuen Serie nimmt der Nachhaltigkeitsexperte Carsten Zielke für den Versicherungsmonitor die Details des ESRS unter die Lupe. Im dritten Teil geht es um die Biodiversität.

Rheinländer: Mit Onpier gegen Amazon

Versicherer sollten nach Ansicht von HUK-Coburg-Vorstand Jörg Rheinländer mehr kooperieren. Andernfalls würden ihnen externe Wettbewerber wie Amazon den Rang ablaufen, warnte er auf einer Fachkonferenz der Universität Leipzig. Um das zu verhindern, haben die Coburger gemeinsam mit HDI und LVM die Service-Plattform Onpier entwickelt. Rheinländer sprach über den aktuellen Stand der Plattform und gescheiterte Pläne.

Signal-Chef Leitermann: „Wir sind nicht verstaubt“

 Nachgefragt – Das Video-Interview  Für manchen ist Ulrich Leitermann der Inbegriff des eher konservativen deutschen Versicherungsmanagers. Doch wenn man sich näher mit dem Chef der Signal Iduna-Gruppe beschäftigt, spürt man, dass er keineswegs der Schule „immer weiter so wie bisher“ angehört. Im ausführlichen Video-Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht Leitermann über Wachstumspläne und die Realität, Zinssteigerungen und Inflation ebenso wie die Neugründung eines Lebensversicherers und die Ahrtal-Katastrophe. Auch die Frage, warum keine Frauen im Vorstand der Gruppe sind, hat uns interessiert – und wie lange er noch als CEO bleibt.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner