Junge Versicherungs-Start-ups werden besonders schwer von der aktuell unsicheren Marktsituation getroffen. In den ersten sechs Monaten 2022 sanken die Investitionen in Insurtechs laut einem Bericht des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re um 50,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Darin sieht Gallagher Re eine notwendige Marktbereinigung, die den aufgeblasenen Bewertungen ein Ende setzt und die Insurtech-Spreu vom Weizen trennt. Besonders interessant ist die Entwicklung in Großbritannien, Deutschland und Frankreich.
Top News
Allianz entscheidet sich für RISE-Akte
Als erster privater Krankenversicherer hat die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) eine Zulassung für ihre elektronische Patientenakte erhalten. Die digitale Akte des Unternehmens RISE soll in den kommenden Monaten den vollversicherten Kunden der APKV zur Verfügung gestellt werden. Vorstand Daniel Bahr sieht in der elektronischen Akte, in der Versicherte medizinische Unterlagen sicher aufbewahren können, einen Beitrag zu einer besseren Gesundheitsversorgung.
PKV setzt verstärkt auf Gemeinschaftslösungen
Der Rückschlag für das Portal „Meine Gesundheit“ ändert nichts am Trend zu mehr Kooperationen in der privaten Krankenversicherung (PKV), erwartet Ralf Kantak, Chef der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) und Vorsitzender des PKV-Verbands. Gerade beim immer wichtiger werdenden Thema Plattformen seien Gemeinschaftslösungen angesagt. Die SDK selbst investiert gerade stark in die Digitalisierung, dadurch sind die Kosten im vergangenen Jahr stärker gestiegen als die Beitragseinnahmen. 2021 erzielte der Versicherer dennoch das bisher beste Ergebnis seiner Geschichte.
Hannover Rück wird weiblicher
Leute – Aktuelle Personalien Der Rückversicherer Hannover Rück schafft 2023 einen neuen Vorstandsposten für das Schadenrückversicherungsgeschäft in der Region Asien-Pazifik und besetzt ihn mit Sharon Ooi. Sie kommt von der Swiss Re. Damit steigt der Frauenanteil im Vorstand auf 25 Prozent. Außerdem: Die ADAC Versicherung ernennt einen neuen Vorstand, Fonds Finanz beruft ein zweites Mitglied in den Beirat, und MRH Trowe verstärkt sich mit Kunstversicherungs-Expertise.
Wochenspot: Steigende Preise und Insurtechs
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe diskutieren Redakteurin Kaja Adchayan und Herausgeber Herbert Fromme über die steigenden Preise in der Industrieversicherung und die Konsequenzen, die Unternehmen daraus ziehen. Außerdem sprechen sie über die Neuausrichtung des Insurtechs Mailo vom Gewerbeversicherer zum Assekuradeur.
Hannover Rück stockt Ukraine-Vorsorge auf
Die Hannover Rück hat ihr Gewinnziel für das Gesamtjahr bestätigt – trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr. Während es in der Personenrückversicherung besser lief als im Vorjahr, stieg die Großschadenlast in der Schadensparte auch wegen höherer Rückstellungen für Schäden aus dem Krieg in der Ukraine über den Erwartungswert. Das Ziel für das Beitragswachstum 2022 hebt der Rückversicherer an.
Insurtechs: Warum Totgesagte länger leben
The Long View – Der Hintergrund Die Aktienkurse fallen, erste Insurtechs müssen Mitarbeitende entlassen. Kippt die Stimmung rund um die gehypten Technologiefirmen jetzt dauerhaft? Ein Abgesang käme verfrüht. Es gibt einige gute Gründe, die dafür sprechen, dass längst nicht alle Insurtechs Probleme bekommen werden.
Helvetia setzt aufs Eigenheim
Der Schweizer Versicherer Helvetia hat ein neues Immobilienportal aufgebaut. Die Helvetia Immoworld vereint die Themen Immobilienkauf, -verkauf, -versicherung und -finanzierung. Mit dem neuen Portal will der Versicherer sein Ökosystem „Home“ stärken. Immoworld ist eng mit der Helvetia-Tochter Moneypark verbunden, die beinahe dieselben Leistungen anbietet.
Allianz sieht Rentenkompass als Erfolg
Der Marktführer Allianz Leben sieht sich mit seinem Rentenkompass auf Wellenlänge mit den Kundenbedürfnissen in der Altersvorsorge. Das Tool zur Berechnung der säulenübergreifenden Wunschrente wurde innerhalb von zwei Jahren von 525.000 registrierten Kunden und Interessenten genutzt. Aktuell stellen sich die Nutzer auf eine höhere Inflation ein. Für den Start der staatlichen digitalen Rentenübersicht sieht Vorstand Alf Neumann die Allianz auf Kurs.
Axa sieht sich gut gerüstet
Axa-Chef Thomas Buberl hält nach dem vom Krieg in der Ukraine, einer starken Inflation und großen ökonomischen Unsicherheiten geprägten ersten Halbjahr an den Zielen fest, die sich der Pariser Konzern Ende 2020 im Rahmen seines neuen Strategieprogramms gesetzt hat. Axa konnte die Beitragseinnahmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres leicht ausbauen – obwohl der Konzern in der Rückversicherung im Bereich Naturkatastrophen deutlich auf die Bremse getreten ist. Die Schäden durch den Krieg belaufen sich bislang auf rund 300 Mio. Euro.
Funk erwartet herausfordernde Erneuerungen
Inflation, Nachhaltigkeit, Corona – Unternehmen stehen vor einer Vielzahl an Herausforderungen, die sich auch auf ihren Versicherungsschutz auswirken. Darauf weist der Makler Funk in einem aktuellen Bericht hin. Demnach müssen sich Kunden erneut auf ungemütliche Erneuerungsrunden in der Industrieversicherung einstellen. Die Preise steigen weiter, bei gleichbleibenden oder sinkenden Kapazitäten. In einigen Sparten stellt Funk aber auch eine leichte Entspannung fest.
In die digitale Offensive – ohne Wenn und Aber
Meinung am Mittwoch Eines ist klar: Die Zukunft der Versicherer wird immer digitaler. Das Wenn und Aber begleitet indes noch immer die digitale Transformation der Branche. Dabei täte sie gut daran, selbstbewusst und zielgerichtet zu Werke zu gehen. Jeder Akteur sollte für sich aktuelle Trends bewerten, sich Technologien zu eigen machen und strategisch nutzen, um in eine überzeugende digitale Rolle zu wachsen. Wer wissen möchte, wie sein Versicherungsgeschäft in der Zukunft aussehen wird, der muss es heute mitgestalten.
Element übernimmt Mailo-Bestände
Der digitale Kölner Gewerbeversicherer Mailo gibt seine Bestände an Element in Berlin ab. Künftig wird Mailo als Assekuradeur und technischer Dienstleister tätig sein. Der hohe Kapitalbedarf und die Anforderungen der Aufsicht machten das Geschäft als Risikoträger zunehmend unattraktiv. Element dagegen baut seine Position weiter aus. Gerade erst hat das Unternehmen frisches Geld geholt und die frühere leitende Axa-Managerin Astrid Stange in den Vorstand berufen.
Weniger versicherte Katastrophenschäden
Heftige Naturereignisse und menschengemachte Katastrophen haben nach Schätzungen des Swiss Re Institutes im ersten Halbjahr 2022 weltweit zu versicherten Schäden von insgesamt 38 Mrd. Dollar geführt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um 11 Mrd. Dollar. Der 10-Jahres-Vergleich offenbart allerdings einen Anstieg. Teuerstes Schadenereignis waren die schweren Überschwemmungen in Australien.
Generali will Preise erheblich erhöhen
Die steigende Inflation macht auch den Versicherern zunehmend zu schaffen. Die Schadenzahlungen verteuern sich. Der italienische Versicherer Generali hat bereits die Preise in der Schaden- und Unfallversicherung angepasst, jetzt kündigt Chef Philippe Donnet weitere erhebliche Preissteigerungen an. Das ist aber gar nicht so einfach, wie die deutsche Kfz-Versicherung zeigt. Für das erste Halbjahr hat Generali trotz Belastungen aus Russland-Investments gute Zahlen abgeliefert.














