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IoT, KI und CX: Digitalisierungstrends für Versicherer

 The Long View – Der Hintergrund  Die Komplexität im Versicherungsmarkt nimmt zu: steigende Betriebskosten gepaart mit wachsendem regulatorischem Druck, stärkerem Wettbewerb und höheren Kundenansprüchen. Versicherungsunternehmen, die sich in diesem Ökosystem behaupten wollen, müssen die nötigen digitalen Innovationsschritte gehen und Ineffizienzen minimieren. Doch welche Trends sollten Entscheider in der Assekuranz auf dem Schirm haben, um wettbewerbsfähig zu bleiben?

Cyber bleibt angespannt, D&O beruhigt sich

Die Prämien in der Cyberversicherung bleiben auf hohem Niveau. Wie der Global Insurance Market Index des Maklers Marsh zeigt, sind die Cyberpreise weltweit erneut deutlich gestiegen. Am stärksten legten die Prämien in den USA zu. In der D&O-Versicherung stellt Wettbewerber Arthur J. Gallagher eine entgegengesetzte Entwicklung fest. Die Preise sinken wieder, und die Kapazitäten steigen.

Zurich und Brand trennen sich erneut

 Leute – Aktuelle Personalien  Ralph Brand, aktuell in der Führung der Industrieversicherung bei der Zurich mit Dienstsitz Zürich, verlässt nach Informationen des Versicherungsmonitors das Unternehmen. Brand hatte schon einmal dem Konzern den Rücken gekehrt – 2016, als er als Co-Chef der Zurich Deutschland gehen musste. Außerdem: Die Ammerländer Versicherung hat eine neue Vorständin, Wertgarantie ein neues Aufsichtsratsmitglied und der Abwickler Marco einen neuen Chefaktuar. Der Industrieversicherer Axa XL befördert einen Underwriter in eine Leitungsposition.

Risikomanager setzen verstärkt auf Captives

Europäische Risikomanager sehen in Captives eine zunehmend attraktive Alternative zum Risikotransfer, zeigt eine Befragung durch die Risikomanagement-Vereinigung Ferma. Angesichts steigender Preise und sinkender Kapazitäten in der Industrieversicherung sollen demnach zu den bestehenden unternehmenseigenen Risikoträgern weitere dazukommen. Viele Manager berichten, dass ihre Deckungen reduziert wurden, besonders häufig in der Cyberversicherung. ESG rückt währenddessen weiter in den Fokus.

Was der Gas-Lieferstopp für Versicherer bedeutet

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Deutschland und die EU haben sich mit Notfallplänen dagegen gewappnet, dass Russland den Gashahn zudreht. In der letzten Notfallstufe kann der Staat das zur Verfügung stehende Gas rationieren. Der Versichererverband GDV hat bereits ein Gutachten vorgelegt, nach dem Betriebsunterbrechungen bei Unternehmen aus dem Gas-Stopp nicht versichert sind. Es gibt aber auch erweiterte Deckungskonzepte im Markt, bei denen Versicherungsfälle durchaus denkbar sind, solange keine Risikoausschlüsse vorliegen.

Ein schwerer Sommer für Reiseversicherer

 Exklusiv  Reiseversicherer haben es derzeit nicht einfach. Die Situation an vielen deutschen und internationalen Flughäfen scheint außer Kontrolle geraten zu sein. Passagiere müssen viele Stunden anstehen, Flüge werden gestrichen und Gepäck geht verloren. Gleichzeitig mehren sich in den Ferien die Covid-Fälle und viele Reisende sagen ihren Urlaub ab. Die Schäden mancher Versicherer steigen deshalb besonders signifikant.

Friederike Krieger

Bewährungsprobe für Teflon-Bäte

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Halbjahreszahlen von Generali, Axa, Hannover Rück, Süddeutsche Krankenversicherung und Allianz

Chubb einigt sich mit Paramount

Die Produktionsfirma Paramount scheint mit ihrer Klage gegen die US-Chubb-Tochter Federal Insurance Company Erfolg gehabt zu haben. Zwar gab es keinen Urteilsspruch, aber Paramount konnte Federal Insurance zu einem Vergleich bewegen. Wie hoch die Summe und andere Bedingungen sind, gaben die beiden Parteien nicht preis. Allerdings dürfte die Einigung Chubb einiges kosten, denn die Deckungssumme, auf die sich Paramount berufen hatte, lag bei über 100 Mio. Dollar.

Viele Formfehler in Basisinformationsblättern

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Basisinformationsblätter von 20 Versicherern für fondsgebundene Rentenpolicen untersucht. Die Blätter sollen Privatanleger über Chancen und Risiken bestimmter Anlageprodukte (PRIIPs) informieren. Das Ergebnis der Untersuchung: Die Produktinformationsblätter weisen viele Fehler auf. Dabei handelt es sich jedoch nur um Formalitäten.

Herbert Fromme

Syncier, Heymoney, Allianz Direct: Technikprobleme der Allianz

 Herbert Frommes Kolumne  Wenn Anleger und Analysten Allianz-Aktien kaufen oder empfehlen, liegt das an den hohen garantierten Dividenden und den regelmäßigen Aktienrückkäufen. Der Structured Alpha-Skandal in den USA führt aktuell zu einer Schwächephase der Aktie. Langfristig denkende Anleger sollten sich aber nicht nur um diesen und mögliche weitere Skandale Sorgen machen, sondern um die technische Entwicklung. Große IT-Initiativen, die von der Allianz SE unter Konzernchef Oliver Bäte angeschoben wurden, sind entweder gescheitert oder mussten deutlich den Kurs ändern. Wie zukunftsfähig ist die Allianz?

Neuer Chef für Protektor

 Leute – Aktuelle Personalien  Roland Weber, aktuell noch Vorstand der Debeka, wird im Januar Vorstand von Protektor, dem Sicherungsfonds der deutschen Lebensversicherer. Er soll später den Vorstandsvorsitz von Jörg Westphal übernehmen. Außerdem: Der US-Assekuradeur Parametrix baut seine Präsenz in Deutschland aus und hat einen Geschäftsführer ernannt. Auch Longial, der Pensionsberater der Ergo hat einen neuen Geschäftsführer und die VHV eine neue Leiterin für die Unternehmenskommunikation. Personelle Veränderungen gibt es außerdem bei Generali, Greco und Scor.

Portal „Meine Gesundheit“ blutet aus

 Exklusiv  Herber Schlag für die Betreiber des Gesundheitsportals „Meine Gesundheit“: Mit Debeka, HUK-Coburg und der Versicherungskammer Bayern verlassen drei von vier privaten Krankenversicherern das digitale Prestigeprojekt, das 2016 von der Axa und dem Arztsoftware-Hersteller Compugroup auf den Weg gebracht worden war. Der Grund sind unterschiedliche Vorstellungen über die künftige strategische Ausrichtung des Portals. Jetzt setzen alle auf eigene Lösungen, bei denen die elektronische Patientenakte eine zentrale Rolle spielen wird.

Blockchain-Insurtech B3i bestätigt Insolvenz

Nach ersten Medienberichten hat das einst hochgelobte Blockchain-Insurtech B3i jetzt bestätigt, dass es Insolvenz angemeldet hat. Es gebe derzeit nicht genug Unterstützung, um das Unternehmen fortzuführen, schreibt B3i auf seiner Seite. Die letzten Finanzierungsrunden seien erfolglos gewesen. Zu den Anteilseignern des Schweizer Insurtechs gehören 21 namhafte Versicherer und Rückversicherer, darunter auch Munich Re und Allianz. Anscheinend waren sie nicht bereit, das defizitäre Start-up weiter zu finanzieren.

DA Direkt kooperiert mit Haustier-Gigant Fressnapf

Der Zurich-Direktversicherer DA Direkt sichert sich eine großangelegte Exklusiv-Kooperation mit der Fressnapf-Gruppe, der größten Fachhandelskette für Tiernahrung und -zubehör in Europa. Kern der Zusammenarbeit sind Tierkrankenversicherungen für Hunde und Katzen in Kombination mit neuartigen Servicekomponenten und Telemedizin. Fressnapf-Kunden sollen Zugang zu den Policen erhalten, DA Direkt-Kunden zu dem Haustier-Ökosystem von Fressnapf. Das Angebot läuft über die Marke Petolo, hinter der das Insurtech Dentolo steht, das seit 2019 zur Zurich-Gruppe gehört.

Überschwemmungen in Australien, Dürre in Europa

Überschwemmungen, Erdbeben und Stürme haben im ersten Halbjahr wirtschaftliche Schäden von rund 65 Mrd. Dollar verursacht, davon war etwas mehr als die Hälfte versichert, berichtet der Rückversicherer Munich Re. Das ist zwar erheblich weniger als in den ersten sechs Monaten 2021. Allerdings sind die Folgen der Dürre in vielen Teilen der Welt noch nicht mit eingerechnet. Zudem verloren bei Naturkatastrophen mehr Menschen das Leben als in den Vorjahren.

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