Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Veranstaltung des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft zur Versicherung von Forderungsausfällen, Ergebnisvorstellung der Eiopa zu den Stresstests bei Versicherern und Jahresendpressekonferenz der Gothaer
Top News
Ergo und Verdi vereinbaren Kündigungsschutz
Auf einen weitgehenden Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und einen Standortschutz für Verwaltung und Vertrieb haben sich die Ergo und die Gewerkschaft Verdi geeinigt. Die Vereinbarung gilt bis Ende 2023, sofern der Versicherer in dem von der Muttergesellschaft Munich Re verkündeten Strategieplan „Ambition 2025“ im Soll bleibt. Zudem hat die Gesellschaft angekündigt, die Überschussbeteiligung von Lebensversicherungskunden absenken zu wollen.
HG Capital kauft Fonds Finanz
Exklusiv Paukenschlag in der Maklerszene: Der Münchener Maklerpool Fonds Finanz wird nach Informationen von Versicherungsmonitor und Süddeutscher Zeitung verkauft. Der britische Private Equity-Investor HG Capital übernimmt die Mehrheit. Die Gründer Norbert Porazik (Bild) und Markus Kiener bleiben Anteilseigner und leiten auch weiter das Unternehmen. HG Capital steht auch hinter Tobias Warweg und seiner GGW Holding, die zahlreiche Industrie- und Gewerbemakler aufkauft. Der Investor dürfte auch im Bereich Maklerpools weitere Übernahmen planen.
PwC: Auch 2022 viele M&A-Deals von Versicherern
Versicherer, Versicherungsmakler und Insurtechs sind begehrte Kaufobjekte. Deshalb wird es im kommenden Jahr erneut viele Übernahmen und Fusionen (Mergers & Acquisitions, M&A) in der Versicherungsbranche geben, erwartet der Unternehmensberater PwC. Vor allem Private Equity-Gesellschaften auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten für ihr Kapital gehören zu den Treibern der Entwicklung. Das M&A-Jahr 2021 wurde überschattet von der abgesagten Megafusion zwischen Aon und Willis Towers Watson.
Klage gegen HUK-Coburg wegen Telematik
Der kanadische Telematik-Anbieter IMS klagt vor dem Landgericht Düsseldorf gegen den Autoversicherer HUK-Coburg wegen Patentverletzung. Der Vorwurf ist, dass die Gesellschaft bei ihrem Tarif „Telematik Plus“ widerrechtlich auf Technologie des Unternehmens zurückgegriffen hat. Sie soll den Tarif zurückziehen und Schadenersatz leisten. Der Versicherer hat 430.000 Verträge des Tarifs im Bestand. Zu den Vorwürfen wollte er sich nicht äußern.
Zwei Run-offs und ein Vertriebsskandal
Herbert Frommes Kolumne Die Lebensversicherung liefert zurzeit reichlich Schlagzeilen. Die Allianz gibt einen Großteil ihres US-Lebensgeschäfts in den externen Run-off. Die Signal Iduna schließt ihren Lebens-Versicherungsverein und gründet eine neue Gesellschaft. Gleichzeitig geht es den Vertrieben so gut, dass sie richtig frech werden können – so wie die DVAG mit dem Verlangen nach Kickbacks von Fonds. Die unterschiedlichen Schicksale von Versicherern und Vertrieben haben auch mit dem Ungleichgewicht bei der jeweiligen Aufsicht zu tun.
Cloudflare arbeitet mit Cyberversicherern zusammen
Die Preise in der Cyberversicherung sind in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen. Der IT-Sicherheitsanbieter Cloudflare will seinen Kunden jetzt günstigere Prämien verschaffen und kooperiert dafür mit Cyberversicherern. Die Idee: Kunden von Cloudflare sind weniger anfällig für Cyberschäden, die Versicherer können ihnen also Prämiennachlass gewähren. Das Programm startet in den USA, soll in den kommenden Monaten aber auch auf Europa und andere Regionen ausgeweitet werden.
Vorsorgestand per Software liefern
Ein Programm des Softwarehauses Pass Consulting verspricht Lebensversicherern eine Verringerung des Aufwands durch die neuen Informationspflichten für die beschlossene digitale Rentenübersicht. Der freiwillige Teilbetrieb startet Ende 2022, später müssen alle Anbieter dem geplanten Portal Informationen aus den Standmitteilungen liefern. Das soll den Bürgern eine Übersicht über ihre kombinierten Vorsorgeansprüche liefern. Pass Consulting will den Einrichtungen die Beantwortung der Abfragen abnehmen.
Kreditversicherer sehen mehr Wolken am Horizont
Die Kreditversicherer sehen die wirtschaftliche Erholung durch eine Häufung komplexer Risiken bedroht – und richten sich auf steigende Insolvenzzahlen im kommenden Jahr ein. Einen neuen Schutzschirm hält Thomas Langen, Vorstandsvorsitzender der Kommission Kreditversicherung im Versichererverband GDV, dennoch nicht für erforderlich. Zu Beginn der Corona-Krise hatte die damalige Bundesregierung eine umfangreiche Staatsgarantie für Schäden abgegeben, damit die Kreditversicherer ihre Limite nicht kürzen. Das sei zum damaligen Zeitpunkt richtig gewesen, auch wenn sich der Deal für die Anbieter zum Verlustgeschäft entwickelt habe, so Langen.
Golling wechselt in den Beraterstatus
Leute – Aktuelle Personalien Franz Rudolf Golling (Bild) verlässt Ende 2021 den Vorstand der Schneider Golling & Cie AG, doch bleibt für zwei weitere Jahre als Berater aktiv. Außerdem: Die Württembergische Versicherung AG schafft ein neues Ressort und holt sich dafür den ehemaligen VHV-Vorstand Per-Johan Horgby ins Boot. Der ehemalige Munich Re-Medienchef Jörg Allgäuer wechselt zu KPMG, und der Versicherer Helvetia verabschiedet Präsidentin Doris Russi Schurter. Personelle Veränderungen gibt es auch bei Germanbroker.net, Aon und Allianz Climate Solutions.
Wochenspot: Lloyd’s wird strenger, und die DVAG giert
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe diskutieren Redakteurin Kaja Adchayan und Herausgeber Herbert Fromme über die neuen Anforderungen des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd’s an seine Syndikate und über Kickback-Zahlungen beim Finanzvertrieb DVAG.
Ottonova darf nicht für Fernbehandlung werben
Vier Jahre, nachdem der Krankenversicherer Ottonova mit der Werbung für sein Angebot der Fernbehandlung begonnen hatte, ist es jetzt amtlich: Die undifferenzierte Werbung für den Arzt-Video-Call des Unternehmens ist unzulässig. Das hat der Bundesgerichtshof am Donnerstag entschieden und damit der Wettbewerbszentrale Recht gegeben. Die Fernbehandlung selbst war bei dem Urteil kein Thema. „Wir werden das Angebot fortsetzen, in der Werbung aber künftig etwas sensibler sein“, kündigt Ottonova-Chef Roman Rittweger an.
Die DVAG kassiert doppelt
Exklusiv Neue Methoden bei der Deutschen Vermögensberatung AG in Frankfurt: Der Strukturvertrieb, der mit Fußballtrainer Jürgen Klopp wirbt, verlangt bei fondsgebundenen Lebensversicherungen nicht nur Provision vom Versicherer, sondern auch Kickbacks von den Fondsgesellschaften, bei denen die Kundengelder angelegt werden. Die Finanzaufsicht BaFin will zum Einzelfall nichts sagen, äußert sich aber zu solchen Kickbacks außergewöhnlich deutlich. Für die Branche ist das Vorgehen der DVAG schlecht, es könnte die Diskussion um einen Provisionsdeckel wieder aufflammen lassen.
„Impfe, was du liebst“
Wer in diesen Tagen auf den Webseiten und Accounts bekannter Unternehmen in den sozialen Medien unterwegs ist, kommt am Thema Corona-Impfung nicht vorbei. Fast 200 Firmen sind der Initiative einer Werbeagentur gefolgt, ihre Marken-Slogans zur Unterstützung der Impfkampagne kurzfristig zu ändern. Mit dabei sind auch einige Versicherer.
Vermittler bei Online-Beratung skeptischer als Kunden
Die Pandemie hat bei den Vermittlern die Akzeptanz beim Thema Online-Beratung und -Vertrieb erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt die Managementberatung EY Innovalue in einer aktuellen Umfrage. Auffällig ist jedoch: Die meisten Vermittler sehen sich mit ihrem eigenen digitalen Angebot zwar gut aufgestellt, mehr als die Hälfte ist jedoch der Ansicht, dass Online-Kommunikation gegenüber Gesprächen vor Ort unterm Strich eine schlechtere Beratung darstellt. Kunden sehen das deutlich positiver.














