Die privaten Krankenversicherer (PKV) sind bislang ganz gut durch die anhaltende Niedrigzinsphase gekommen, findet das Analysehaus Morgen & Morgen. Die Situation am Kapitalmarkt schlägt sich allerdings spürbar beim Rechnungszins nieder. Er sinkt, was zu Beitragsanpassungen führt. Morgen & Morgen erwartet, dass dies auch so weitergehen wird. Für sein aktuelles PKV-Rating hat das Unternehmen die Geschäftsberichte von 30 Anbietern unter die Lupe genommen. An die Spitze haben es vier Versicherer geschafft, die als „ausgezeichnet“ bewertet werden. Immerhin sechs stufen die Analysen als „sehr schwach“ ein.
Top News
Wachwechsel bei Guidewire
Leute – Aktuelle Personalien Der US-Softwarehersteller Guidewire hat einen neuen Chef. Mike Rosenbaum, bislang im Management des Software- und Cloudanbieters Salesforce, löst den 45-jährigen Gründer Marcus Ryu ab, der als Chairman im Unternehmen bleibt. Ryu habe den Wechsel selbst veranlasst, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Guidewire gehört weltweit zu den größten Anbietern von Software für Schaden- und Unfallversicherer. Es gibt bereits eine Kooperation mit Salesforce, die ausgebaut werden könnte.
Willis Re: ILS-Markt verliert an Fahrt
Im zweiten Quartal 2019 ist der Markt für Versicherungsverbriefungen im Nicht-Leben-Bereich um 1,7 Mrd. Dollar gewachsen – deutlich weniger als in den Vorjahren mit Ausnahme von 2016. Das berichtet der Rückversicherungsmakler Willis Re, der von einer Normalisierung spricht. Der Markt für Insurance Linked Securities (ILS), über den sich beispielsweise Hurrikanrisiken absichern lassen, hatte in der Vergangenheit Rekordzuwächse verzeichnet. Das setzte die Preise in der traditionellen Rückversicherung unter Druck. Bei den jüngsten Erneuerungsrunden traten die alternativen Kapitalgeber offenbar verhaltener auf.
Munich Re genießt Investmenterträge
Der Rückversicherer Munich Re hat im ersten Halbjahr 2019 eine Gesamtrendite von 12,1 Prozent auf seinen Kapitalanlagenbestand von 245 Mrd. Euro erzielt. Anleihen, Aktien, Credits – alle liefen gut. Aber Finanzchef Christoph Jurecka warnte, dass es sich um ein zufälliges Ergebnis handele und die Zahlen auch wieder deutlich schlechter werden könnten. Von den 12,1 Prozent zeigt der Konzern 3 Prozent im Ergebnis, 9,1 Prozent bunkert er in der Form von stillen Reserven auf seine Kapitalanlagen. Auch in der Versicherungstechnik lief es sehr gut, sagte Konzernchef Joachim Wenning (Bild), der sehr zufrieden mit den Zahlen war. Dazu trugen auch die niedrigen […]
Tarife: Von der agilen Softwareentwicklung lernen
Meinung am Mittwoch Die Ansprüche von Kunden an eine private Krankenversicherung verändern sich heutzutage viel schneller als früher. Daher ist es sehr wichtig, als Anbieter neue Tarife schnell entwickeln zu können. Neben einer genauen Analyse der Kundenwünsche zur Definition des Leistungsumfangs sind kleine entscheidungsfähige Teams bei der Entwicklung und eine Offenheit für Veränderungen nötig. Zudem funktioniert Tarifentwicklung nicht nebenbei. Projektteams müssen weitgehend von anderen Aufgaben freigestellt werden.
Allianz kommt mit Bezahl-App
Die Allianz bringt eine eigene Bezahl-App auf den Markt, die zusammen mit Apple Pay funktioniert. Die App heißt „Allianz Pay & Protect“ und verbindet Zahlungsfunktionen mit einem Versicherungsschutz. Die App soll auch Nicht-Versicherungskunden zur Verfügung stehen. Die Besonderheit: Auch Kunden von Banken, die nicht mit Apple Pay arbeiten, können über die Allianz-Karte das System nutzen. Die Light-Version ist kostenlos, die Premiumversion kostet 1,25 Euro im Monat. Allerdings kann man die Light-Version nur bis zu einem Ausgabenlimit von 100 Euro im Monat nutzen, außerdem gibt es keinen Versicherungsschutz. Die Allianz analysiert die Ausgaben und nutzt die Ergebnisse für Produktangebote.
Ewa: Police gegen Hartz IV
Wird über das Thema Digitalisierung gesprochen, kommt man kaum umhin, auch den erwarteten Arbeitsplatzabbau anzusprechen. Das war die Grundlage für Idee von Ewa. Das Start-up der Gründer Malte Säger, Marcel Brassat und Angelo Buscemi will eine private Arbeitslosenversicherung auf den Markt bringen. Auslöser für den Versicherungsfall ist jede betriebsbedingte Kündigung. Die Police verhindert, dass der Kunde nach der Phase mit Arbeitslosengeld I in Hartz IV abrutscht. Zur Versicherungsleistung sollen neben dem „Grundeinkommen“ auch Weiterbildungs- und Umschulungskurse gehören, um die Betroffenen für die neuen digitalen Herausforderungen fit zu machen.
My Pension erweitert Geschäftsführung
Leute – Aktuelle Personalien Das Frankfurter Start-up My Pension hat Thomas Bahr (Bild) in die Geschäftsleitung geholt. My Pension bietet eine digitale Rentenversicherung auf Grundlage eines ETF-Portfolios. Bahr verantwortet bei dem Unternehmen die Marktpräsenz und die Kundenbindung. Bei der Swiss Life Deutschland-Tochter Proventus übernimmt Klaus Westram den Vorstandsposten von Dirk Benz, der zu Bonnfinanz wechselt. Der Spezialist für Auslandsversicherungen BDAE hat mit dem 32-jährigen Philipp Belau einen neuen jungen Geschäftsführer, und Munich Re hat einen neuen Chef für die Region China.
Nach dem Einkauf automatisch versichert
Die Wiesbadener R+V testet ein neues System, das sich vor allem an jüngere, Internet-affine Zielgruppen richtet. Die „Insurebox“ liest das Konto mit und bietet nach dem Einkauf eines Gegenstandes, der teurer als 150 Euro ist, automatisch einen Versicherungsschutz – der für fünf Tage kostenlos ist. Danach kann der Kunde gegen Prämie den Schutz verlängern. Die Gesellschaft verbindet die neuen Zahlungsstromanalysen mit einer Gegenstandsversicherung. Billig ist der Schutz nicht – aber es sind auch selbst verursachte Risiken abgedeckt.
Cyber wird zum Problem für D&O-Versicherer
Verletzen Manager ihre Pflichten, können Sie in Anspruch genommen werden und haften mit ihrem Privatvermögen. Hier springt die D&O-Versicherung ein. Immer öfter werden die D&O-Versicherer jetzt mit Ansprüchen konfrontiert, die aus Cybervorfällen stammen, hat Marcel Armon, Geschäftsführer beim Spezialmakler Hendricks, beobachtet. Haben Unternehmen keine Cyberversicherung, die für den Schaden aufkommen könnte, landen die Fälle schon mal beim D&O-Versicherer. Denn: Ein Managementfehler lässt sich leicht konstruieren, sagt Armon.
Swiss Res Verkaufskandidat ReAssure kauft zu
Wenige Wochen nachdem der Rückversicherer Swiss Re den geplanten Börsengang seiner Run-off-Tochter ReAssure gestoppt hat, meldet sie die Übernahme eines 200.000 Verträge schweren Bestands vom Vermögensverwalter Quilter. Der Kaufpreis liegt bei umgerechnet 465 Mio. Euro. Stimmt die Aufsicht zu, wird die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der von ReAssure verwaltete Bestand würde damit auf 4,5 Millionen Verträge und das gemanagte Vermögen auf 81 Mrd. Pfund steigen.
Alternative Streitbeilegung lohnt sich
Legal Eye – Die Rechtskolumne Rechtsstreitigkeiten von Versicherern mit Gewerbe- und Industriekunden vor ordentlichen Gerichten sind meist langwierig, kostspielig und führen nicht selten zu einem Niedergang der Geschäftsbeziehung. Gleiches gilt für das Verhältnis zwischen Versicherern und Rückversicherern. Besser erscheint es, in solchen Fällen die Meinungsverschiedenheiten über den Weg einer alternativen Streitbeilegung auszutragen. Organisationen wie die Schiedsgerichtsorganisation ARIAS Deutschland bieten hierzu eine geeignete Plattform und ein Spektrum an Möglichkeiten.
Die leidige Industrieversicherung
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Halbjahreszahlen der Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück sowie der Erstversicherungsgruppe Zurich und des Finanzvertriebs MLP.
Axa und Generali verdrängen die Allianz bei BMW
Die Versicherer Axa Deutschland und Generali Deutschland sind die neuen Partner des Autokonzerns BMW in der Kfz-Versicherung. Der Münchener Autobauer wird den Käufern seiner Fahrzeuge künftig Angebote für die Kfz-Policen der Axa unterbreiten. Den Vertrag schließt der Kunde dann über den Ausschließlichkeitsvertrieb des Kölner Versicherers ab. Die Generali wird für die Kunden zuständig sein, die für ihr neues Fahrzeug ein Finanzierungs- oder Leasingpaket über die BMW-Bank abschließen, das auch den Versicherungsschutz für das Fahrzeug enthält. Kunden zahlen die Prämie zusammen mit der Monatsrate. Der Verlierer der von BMW angestrebten Neuordnung ist die Allianz, die seit 2015 der Versicherungspartner in Deutschland […]
Renaissance der Direktversicherung
Herbert Frommes Kolumne Die Online-Direktversicherung gibt es eigentlich gar nicht mehr – wer online verkaufen will, muss Millionen entweder für Google-Anzeigen, Fernsehwerbung oder Check24 ausgeben. Das ist aktuell eine gängige Weisheit, für die auch sehr vieles spricht. Aber ausgerechnet der Markteintritt der Allianz Direct, den Konzernfinanzchef Giulio Terzariol für Oktober in Aussicht stellt, könnte zu einer Wiederbelebung der „echten“ Direktversicherung führen. Die Hauptschlacht werden Allianz Direct und HUK24 austragen, aber Cosmos Direkt, R+V und Axa werden auch mitreden wollen. Unter Druck geraten könnte ausgerechnet Check24.















