Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück ist mit den Ergebnissen des Auftaktquartals zufrieden. Gewinn und Prämieneinnahmen legten zu, besonders stark war das Wachstum in der Schadenrückversicherung mit einem Plus von 27 Prozent. Dabei half auch die Vertragserneuerungsrunde im April, sagte Finanzchef Roland Vogel. Er sprach von stabilen bis höheren Preisen. Hannover Rück profitierte zudem von einer geringen Großschadenlast, den teuersten Schaden verursachte Sturm „Friederike“. Der Rückversicherer musste aber eine einmalige Belastung in Folge der US-Steuerreform verkraften.
Top News
Check24: „Wir sind Teil der Versicherungswirtschaft“
Armin Höll-Steier ist als Check24-Geschäftsführer für das Versicherungscenter des Vergleichsportals verantwortlich. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über die Rolle von Check24 für die Assekuranz, die Bedeutung von Google-Anzeigen für das Marketing und darüber, warum er die Gründung eines eigenen Risikoträgers durch die weltweit dominierende Suchmaschine für abwegig hält.
Munich Re: Insurtechs mit wenig Einfluss auf den Markt
Deutsche Insurtechs werden langfristig für das Marktwachstum in der Versicherungswirtschaft kaum eine Rolle spielen. Davon geht der Rückversicherer Munich Re in seinem aktuellen Marktausblick bis zum Jahr 2030 aus. Die Start-ups werden zwar durch Produktinnovationen und den Einsatz neuer Technologien die Branche verändern, aber nicht durch hohe Prämieneinnahmen für Wachstum sorgen. In Schwellen- und Entwicklungsländern hält Munich Re dagegen einen gewissen Prämienschub durch Insurtechs für möglich. Langfristig erwartet der Rückversicherer eine Verdopplung des globalen Prämienvolumens, getrieben vor allem durch den Wachstumsmarkt China.
Massenklage: Noch mehr Unheil
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die große Koalition plant, auch in Deutschland Massenklagen zu ermöglichen. Jetzt ist ihr die EU-Kommission mit einem weitergehenden Vorschlag zuvorgekommen. Hier droht eine Regelung, die aussichtslose Klagen fördert, diesen eine Art Beweislastumkehr zubilligt und das Ganze auch noch staatlich finanziert. Das einzig Gute an dem Richtlinien-Entwurf ist, dass der nationale Gesetzgeber noch einige Aufgaben erfüllen muss, bevor das Instrument der Massenklage eingeführt werden kann. Möge es noch lange dauern.
Hauptversammlung ohne Kohle
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Allianz-Hauptversammlung, Quartalszahlen von Hannover Rück und Talanx, Jahresergebnisse 2017 von Provinzial Rheinland, Sparkassen-Versicherung und Versicherungskammer Bayern.
Hört auf zu maulen
Herbert Frommes Kolumne Mindestens zwei Pensionskassen werden nach Informationen von SZ und Versicherungsmonitor in den kommenden Wochen die fest zugesagten Leistungen reduzieren müssen. Für die Branche kommt das zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Schließlich stehen in Berlin Entscheidungen über die ZZR-Änderungen, einen möglichen Provisionsdeckel und die künftige Förderung der Altersvorsorge an. Da stellt sich die Frage, warum die Versicherer den Bullen nicht bei den Hörnern packen und einen eigenen Abwicklungsspezialisten bauen, der sich mit solchen (meist kleineren) Problemfällen befasst? Dabei geht es nicht um den Ernstfall, dafür ist Protektor da, sondern um Lösungen für einen deutlich früheren Zeitpunkt. Wenn […]
Generali steigert Gewinn
Der italienische Versicherer Generali hat im ersten Quartal seinen Gewinn deutlich gesteigert. Bei den Prämieneinahmen legte das Unternehmen sowohl im Leben- als auch im Schaden- und Unfallgeschäft ebenfalls zu. Trotz der Stürme in Deutschland und Frankreich, die mit 76 Mio. Euro zu Buche schlugen, verbesserte der Versicherer die Schaden- und Kostenquote. Zu dem möglichen Verkauf der Generali Leben in Deutschland an eine Abwicklungsplattform wollte Finanzchef Luigi Lubelli dagegen nichts sagen.
Versicherungskammer nutzt Clark-Software
Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem digitalen Versicherungsmakler Clark geschlossen. Künftig können Kunden und Vermittler der VKB die Versicherungsplattform von Clark nutzen, einst als digitaler Versicherungsordner bekannt. Die Marke Clark taucht dabei allerdings nicht auf. Die Kunden erteilen Clark auch keine Maklervollmacht, der Makler ist hier nur Dienstleister. Die beiden Seiten planen, die Plattform anderen öffentlichen Versicherern und Sparkassen zur Verfügung zu stellen.
Swiss Re meldet Gewinneinbruch
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re muss im ersten Quartal einen herben Gewinneinbruch um über 30 Prozent hinnehmen. Als Grund nannte die Gesellschaft eine Änderung der US-Rechnungslegungsregeln GAAP. Mit der Vertragserneuerung im April zeigte sich Finanzchef John Dacey zufrieden, nannte das derzeitige Preisniveau in der Schadenrückversicherung aber weiter nicht ausreichend. Die Gespräche über ein mögliches Investment des Technologiekonzerns Softbank in Swiss Re dauern an, sagte Dacey.
Lemonade kooperiert mit Roomi
Das US-Insurtech Lemonade arbeitet künftig mit Roomi zusammen, einem New Yorker Unternehmen, das eine app-basierte Plattform für die Vermittlung von Zimmern, Untermietern und Mitbewohnern entwickelt hat. Lemonade wird den mehr als 1,1 Millionen Roomi-Nutzern Policen zur Absicherung ihres Eigentums anbieten. Die Versicherungen lassen sich über eine Schnittstelle zu Lemonade direkt aus der Roomi-App abschließen, ohne dass die Homepage des Versicherers aufgerufen werden muss. Roomi-Chef Ajay Yadav schätzt an seinem neuen Partner vor allem den Einsatz künstlicher Intelligenz und das Geschäftsmodell, das gemeinnützige Elemente enthält.
NRV trennt sich von Industrie-Rechtschutz
Die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft stellt das Geschäft mit der Industrie ein, das sie über die Tochter GSM betrieben hat. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung mit der Allianz geschlossen. Sie bietet die Fortführung der Verträge an. Ob dabei Geld fließt, wollten die Unternehmen nicht kommentieren. Insgesamt seien rund 2.000 Verträge betroffen, teilte NRV mit, die meisten davon Straf-Rechtsschutz-Policen. Das Geschäft des Rechtschutzversicherers mit Privat- und Gewerbekunden ist von dem Schritt nicht betroffen.
BaFin sorgt sich um Pensionskassen
Die niedrigen Zinsen und die fehlende Diversifizierung ihres Geschäftsmodells bringen immer mehr Pensionskassen in Not. Die Finanzaufsicht BaFin hat ein Drittel der Pensionskassen unter intensiver Aufsicht, sagte Frank Grund (Bild), Chef der Versicherungsaufsicht. Die Behörde drängt die betroffenen Arbeitgeber, frisches Geld in Pensionskassen einzubringen, hat aber keine rechtliche Handhabe, sie dazu zu zwingen. Grund nahm auch Stellung zur Entwicklung der Zinszusatzreserve, zu den Vorstellungen der BaFin zu einem Provisionsdeckel in der Lebensversicherung und zur Problematik der Unabhängigkeit von Treuhändern in der privaten Krankenversicherung. BaFin-Präsident Felix Hufeld sprach sich dagegen aus, die europäischen Aufsichtsbehörden – darunter die Eiopa – zu Aufsehern […]
Gothaer baut Schadenbearbeitung um
Leute – Aktuelle Personalien Die Gothaer bündelt ihre Schadenbearbeitung und stellt sie unter eine zentrale Leitung. Ab August verantwortet Frank Buchholz (Bild) als Chief Claims Officer bei der Gothaer Allgemeinen die bundesweiten Schadenaktivitäten. Der Versicherer will außerdem fachliche Kompetenzen in der Schaden- und Unfallversicherung zusammenführen und weiterentwickeln und hat dafür die Gothaer Allgemeine Akademie gegründet. Die Leitung übernimmt Harald Neugebauer. Außerdem: Beim Industrieversicherer FM Global geht Chief Operating Officer Jonathan Hall in den Ruhestand. Der Großmakler Aon hat Lambros Lambrou zum Chief Commercial Officer und Chef des Bereichs Global Specialties ernannt.
Wettbewerbshüter gehen gegen Ottonova vor
Der digitale Krankenversicherer Ottonova ist in das Visier der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs geraten. Die Wettbewerbshüter haben beim Landgericht München eine Unterlassungsklage gegen den Versicherer eingereicht. Sie stören sich daran, dass er für sein Angebot der Fernbehandlung wirbt. Da die Fernbehandlung deutschen Ärzten verboten ist, darf er das nicht, findet die Wettbewerbszentrale. Ottonova-Chef Roman Rittweger sieht das anders, weil der Versicherer ausschließlich mit Schweizer Ärzten zusammenarbeitet. In der Eidgenossenschaft sind Telekonsultationen erlaubt. Wenn sein Ansatz rechtlich nicht zu beanstanden ist, kann die Werbung dafür nicht verboten sein, glaubt Rittweger.
HDI Global: Tipps gegen Betriebsunterbrechung
Betriebsunterbrechungsschäden bei Unternehmen können weitreichende Folgen haben. Selbst wenn der Versicherer den Wiederaufbau der Produktionsanlagen bezahlt, ist das Risiko hoch, dass in der Zwischenzeit wichtige Kunden zur Konkurrenz abwandern. Der Industrieversicherer HDI Global gibt Unternehmen in einem neuen Leitfaden jetzt Ratschläge, wie sie sich auf solche Zwischenfälle vorbereiten können. Damit sollen sie komplette Produktionsausfälle verhindern und schneller zum Normalbetrieb zurückkehren können.














