Archiv ‘Allianz’

Adesso wird Abwickler, Axa verkauft an Athora

Viel Bewegung bei der Abwicklung von Lebensbeständen: Der Softwareanbieter Adesso bietet eine eigene Abwicklungsplattform und hat auch schon einen Kunden gefunden. Die Frankfurter Leben, die eigentlich mit der Allianz-Tochter Syncier zusammengearbeitet hat, braucht einen neuen Anbieter, nachdem die Allianz-Führung das Geschäftsmodell der Syncier eingestampft hat. In einer separaten Entwicklung deutet sich an, dass Athora einen Altbestand der Axa Deutschland kauft. Dafür braucht Athora auch Hilfe bei der IT. Ein möglicher Dienstleister wäre Thipara, die Tochter von Ergo und IBM.

Entspannter Allianz-Vorstand beeindruckt Analysten

Die Allianz unter Oliver Bäte wird den geplanten Gewinn von rund 13,4 Mrd. Euro im Jahr 2022 erreichen, trotz des Structured Alpha-Skandals, der Inflation und der steigenden Zinsen. Das glauben die Analysten der Investmentbank Berenberg nach einem Treffen mit der Konzernführung. Besonders beeindruckt hat die Experten, wie entspannt das Führungsteam auftrat. Weil das Management dem negativen Effekt von Structured Alpha auf den Aktienkurs begegnen will, erwarten sie einen zusätzlichen Aktienrückkauf über 1 Mrd. Euro. In Deutschland habe die Allianz so viel Marktmacht, dass sie aktuell selbst bei risikoarmen Autofahrern neun Prozent Preiserhöhungen durchsetzen könne.

Ergo vermarktet Abwicklungsplattform Thipara

Der Ergo-Konzern hat damit begonnen, die Abwicklungsplattform Thipara aktiv anzubieten. Das Gemeinschaftsunternehmen mit IBM soll Versicherern mit veralteter IT helfen, stillgelegte Bestände zu verwalten. Dafür sehen Ergo und IBM zurecht einen großen Markt. „lch glaube, dass am deutschen Markt 90 Prozent des Lebensversicherungsgeschäfts de facto im Run-off ist“, sagte Ergo-Manager Frank Wittholt der „Börsen-Zeitung“. Große Zweifel gibt es in der Branche allerdings daran, ob Thipara wirklich lieferfähig ist.

Totalverluste durch feststeckende Schiffe drohen

Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) schätzt, dass mehr als 100 Massengutfrachter aufgrund des Ukraine-Krieges in ukrainischen Häfen festsitzen. Je länger sie ausharren müssen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zum Totalverlust erklärt werden, berichtete Ulrich Kadow, Global Head of Marine bei AGCS, bei einem Webinar. Erste Meldungen könnten Ende August drohen. Die Allianz-Tochter sieht sich aber nicht in Bedrängnis.

Allianz kooperiert mit Cyber-Einhorn

Mit dem US-amerikanischen Insurtech Coalition konnte die Münchener Allianz einen prominenten Kooperationspartner gewinnen. Das Cybersicherheits-Unternehmen wird mit rund 3,5 Mrd. Dollar bewertet und zählt damit zu den Einhörnern unter den Start-ups. Mithilfe von Coalition will der Versicherer sein Engagement in der Cyberversicherung für kleine und mittelständische Unternehmen ausbauen – zunächst in den USA, Ende des Jahres soll Großbritannien folgen.

Wochenspot: Mehr KI, weniger Ausreden

 Wochenspot – der Podcast  Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe diskutieren Redakteurin Kaja Adchayan und Herausgeber Herbert Fromme über die Chancen und Risiken, die der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Versicherungsbranche mit sich bringt. Sie sprechen über die Gründe für den langsamen Fortschritt bei den Versicherern hierzulande und die Möglichkeiten, die es trotz Datenschutz und anderer Hürden gibt.

AGCS will Broadway-Shows versichern

Broadway-Musicals wie „The Lion King“ oder „Phantom of the Opera“ könnten demnächst von Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) versichert werden. Der Industrieversicherer hat eine neue Deckung für Unterhaltungsshows am New Yorker Broadway oder in Las Vegas aufgelegt. AGCS wittert Wachstumschancen, da sich nach der Corona-Pandemie einige Anbieter aus dem Geschäftsfeld zurückgezogen haben, darunter der bisherige Marktführer.

Fitch: Schadenversicherer trotzen Flutkatastrophe

Die deutschen Schadenversicherer haben im vergangenen Jahr trotz der Flut infolge des Tiefs „Bernd“ technische Gewinne von zusammen 2,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Dazu trugen die Rückversicherer entscheidend bei, so die Ratingagentur Fitch. Ohne Rückdeckung hätte es technische Verluste gegeben. Von den zehn größten deutschen Schadenversicherern ist die Provinzial der einzige Ausreißer mit einer Schaden- und Kostenquote von deutlich mehr als 100 Prozent.

Zurich findet Nachfolger für Claudia Max

 Leute – Aktuelle Personalien  Oliver Schellenberger ist ab Oktober neuer Leiter der Vertriebssteuerung bei der Zurich Gruppe Deutschland. Er folgt auf Claudia Max, die seit April Chief Underwriting Officer der deutschen Zurich-Tochter ist. Die Nachfolge für seinen freiwerdenden Posten bei der Gothaer Beratungs- und Vertriebsservice GmbH ist geklärt. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei Axa XL, Allianz Direct, Provinzial, Willis Towers Watson und Loanboox.

Herbert Fromme

Die Bitcoin-Kernschmelze

 Herbert Frommes Kolumne  In den Augen mancher Finanzmanager war Bitcoin eine Art Versicherung gegen den möglichen Crash der Aktien- und Anleihemärkte. Auch viele Versicherer hatten begonnen, in Bitcoin zu investieren. Jetzt zeigt sich, dass die Kryptowährung noch schneller an Wert verliert als die konventionellen Anlageklassen. Die Reputation der Kunstwährungen dürfte langfristig beschädigt sein. Es wäre schlimm, wenn damit auch die Blockchain-Technologie einen schlechten Ruf bekäme. Sie kann von größter Bedeutung auch für die Versicherer sein.

Fasten your seatbelts, please

 Herbert Frommes Kolumne  Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen um 0,25 Prozent zu erhöhen, wirkt bescheiden. Aber der Schritt signalisiert einen Richtungswechsel, der weitreichende Auswirkungen auf die Versicherungsbranche hat. Mancher Anbieter könnte bald darüber nachdenken, wieder die klassische deutsche Lebensversicherung mit Garantiezins anzubieten oder erneut in das Riester-Geschäft einzusteigen. Allerdings birgt der Kurswechsel gewaltige Risiken, auch für die Versicherer. Das wird ein ziemlich heftiger Ritt.

Kfz-Wechsel: Preis wiegt höher als Vertrauen

Mit einem günstigen Preis lassen sich immer noch am einfachsten wechselwillige Kfz-Versicherte ködern. Das zeigt eine Umfrage von Heute und Morgen. Fast 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen Wechsel ihres Anbieters in Erwägung gezogen haben, weil sie mit dem bisherigen Preis nicht zufrieden waren. Das Vertrauen in den aktuellen Versicherer war nur für wenige ein Grund, ihm die Treue zu halten.

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