Archiv ‘Digitalisierung’

Provinzial Nordwest: 2019 top, 2020 Fragezeichen

Die Provinzial Nordwest hat im vergangenen Jahr in der Schaden- und Unfallversicherung so stark zugelegt wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte. Auch sonst ist der öffentliche Versicherer zufrieden mit der Entwicklung, inklusive des ersten Quartals 2020. Zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft will sich der Konzern zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Setzen sich die rückläufigen Schadenzahlungen in der Kfz-Versicherung fort, könnte sich das in den Prämien fürs nächste Jahr niederschlagen.

Moneymeets macht mehr Geschäft in der Krise

 Exklusiv  Das Insurtech Moneymeets will die Finanzberatung digitalisieren. Der Onlinemakler definiert sich als Technologieanbieter von Robo-Advisor-Lösungen und bietet Banken und Versicherern einen digitalen Versicherungsordner an. Die Kölner spüren die Krise, dennoch läuft es für die Digitalisierer gut. „Wir machen mehr Geschäft als vorher, weil die Digitalisierung in Zeiten von Corona in der Finanzindustrie durchschlägt“, sagt Moneymeets-Mitgründer Johannes Cremer im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Trotz des Ausnahmezustands laufen mit Versicherern und Banken Gespräche über Kooperationen. Für Insurtechs und Fintechs, die auf Endkunden zielen, sieht Cremer durch die Krise getrübte Zukunftsaussichten.

Meine digitale Kunstsammlung

Der junge Kunstversicherer Arte Generali hat seine App zur Verwaltung und Online-Bewertung von Sammelstücken auf den deutschen Markt gebracht. Weitere Funktionen sollen in Zukunft folgen, darunter die Möglichkeit zur Schadenmeldung. Die Technologie soll das Leben der Kunden erleichtern – und Arte Generali dabei helfen, die Wachstumsziele zu erreichen. Die Gesellschaft hat sich vorgenommen, bis 2023 auf Beitragseinnahmen von 100 Mio. Euro zu kommen.

„Das wird nicht mit einem großen Knall passieren“

 Exklusiv  Für Insurtechs ist die Krise noch herausfordernder als für etablierte Unternehmen, denn ihr Finanzpolster ist dünner, und ob die Investoren im Ernstfall Geld nachschießen, ist ungewiss. Einige könnten daher in wenigen Wochen oder Monaten Probleme bekommen, erwartet Torsten Oletzky, Vorstand des Insurlab Germany. Das deutsche Sozialsystem und Instrumente wie Kurzarbeit können aber auch den Insurtechs zugutekommen, sagt er im Interview.

Virtuelles Monte Carlo gefordert

Drei Manager aus der Rückversicherungsszene haben die Branche aufgefordert, das abgesagte Treffen in Monte Carlo virtuell abzuhalten. Die Teilnehmer sollten für die vorgesehenen Tage Termine ausmachen und dann per Videokonferenz Gespräche führen. Bernd Zens, Vorstand der DEVK und der DEVK Re, Arndt Gossmann, Chef des Run-off-Spezialisten Gossmann und Cie., und Marc Beckers von Tiger Risk vertreten zwar vergleichsweise kleine Marktteilnehmer, sind in der Branche aber bekannt. Für das Treffen in Baden-Baden im Oktober haben sie Hoffnung – es könne vielleicht mit entsprechenden Hygienemaßnahmen wie geplant stattfinden.

Google und Brit gründen Lloyd’s-Syndikat

Der Londoner Spezialversicherer Brit entwickelt zusammen mit Google Cloud ein vollständig digital arbeitendes Lloyd’s-Syndikat, das 2021 an den Start gehen soll. Mithilfe der von Google und Brit entwickelten Algorithmen werde sich das Syndikat mit dem Namen Ki vollautomatisch an Risiken beteiligen, teilte der Versicherer mit. Syndikate sind die Risikoträger, die zusammen den Versicherungsmarkt Lloyd’s ausmachen.

Voss: Wir sind eine Versicherungsfabrik

 Exklusiv  Der Digitalversicherer Neodigital trifft mit seinem White Label-Geschäft auf derart viel Interesse, dass er bei den Anfragen aussieben muss. Das sagt Gründer Stephen Voss im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Er spricht über den Digitalisierungsschub durch die Corona-Krise, die Einstellung neuer Mitarbeiter in Zeiten des Kontaktverbots sowie über Veränderungen beim Abschlussverhalten und bei versicherten Schäden. Außerdem geht es um das Verhalten von Investoren in der Pandemie und Pläne für weitere Versicherungsprodukte.

Ein Abschied per Telefon

Der Düsseldorfer Rechtsschutz-Spezialist Arag hat das vergangene Jahr mit Rekordzahlen beendet. Angesichts der aktuellen Krise tritt dieses Ergebnis allerdings in den Hintergrund. Eigner Paul-Otto Faßbender muss seine letzte Bilanz als Chef des operativen Geschäfts am Telefon präsentieren. Sein Nachfolger Renko Dirksen sieht gerade in der Krise gute Chancen für den Bereich Rechtsschutz. Digital sei die Arag sehr gut aufgestellt.

Zoom besiegt Sofa mit 2:0

 Meinung am Mittwoch  Auch nach den aktuellen Lockerungen des Corona-Krisenkorsetts wird das sprichwörtliche Sofa des Kunden für den Versicherungsvermittler bis auf Weiteres unerreichbar bleiben. Die gute Nachricht: Über Zoom & Co. lassen sich hoch relevante Beratungsgespräche führen, die allen Roboter-Ansätzen überlegen sind. Möglich wird das durch das Hinzuziehen von Spezialisten und Expertise aus dem Netz sowie über digitale Absatzstrecken, die sofortige Abschlüsse erlauben. Die schlechte Nachricht: Der Versicherungsvermittler muss sich in sozialen Netzwerken eine für den Kunden relevante Position erarbeiten. Hierbei kann die Vertriebsunterstützung helfen. Müssen Versicherungsunternehmen ihre Beratungsstrategie überdenken?

Shaw: Wir wollen Coya europaweit ausrollen

 Exklusiv  Auch beim Digitalversicherer Coya hat die Krise Bremsspuren hinterlassen – gar nicht so sehr beim Absatz von Policen, sondern bei der Finanzierung. Die ursprünglich für das dritte Quartal geplante Finanzierungsrunde hat das Insurtech wegen der schwierigen Marktsituation abgeblasen, erklärt Andrew Shaw, Gründer und Chef von Coya. Geldnot hat das Unternehmen trotzdem nicht, die bisherigen Investoren haben mit einer Zuschussfinanzierung ausgeholfen. Trotz Krise will Coya langfristig Marktführer für digitale Versicherungen in Europa werden.

Insurtechs: Im B2B-Geschäft spielt die Musik

 The Long View – Der Hintergrund  Ob Lemonade, Friday oder Wefox/One – B2C-Insurtechs machen mit hohen Finanzierungsrunden auf sich aufmerksam. Aber nicht nur im Privatkundensegment werden die Venture Capital-Finanzierungen immer eindrucksvoller: Inzwischen rückt auch der B2B-Markt zunehmend in den Fokus von Investoren – und das zurecht, denn er bietet großes Wachstumspotenzial und einen teilweise ungesättigten Markt. Dabei zeichnen sich fünf Trends in der Insurtech-Landschaft im B2B-/Gewerbeumfeld ab.

Chancen und Risiken der virtuellen Hauptversammlung

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Die behördlichen Anordnungen zur Untersagung von Veranstaltungen aufgrund der Covid-19-Pandemie stellen deutsche Aktiengesellschaften vor die Frage, wie sie ihrer Pflicht zur rechtssicheren Durchführung der jährlichen Hauptversammlung 2020 nachkommen können. Als Antwort hat der Gesetzgeber erstmalig die Möglichkeit zur Durchführung einer virtuellen Hauptversammlung geschaffen. Erste Unternehmen wie der Pharma-Konzern Bayer haben bereits von dieser Option Gebrauch gemacht. Ob sich virtuelle Hauptversammlungen auch unter normalen Umständen künftig durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Die Neuregelungen werden jedenfalls noch weiterer Überarbeitung bedürfen, um sämtlichen Interessen Rechnung tragen zu können.

Prosperity setzt beim Banking auf Finleap-Technologie

Die Liechtensteiner Prosperity-Gruppe erweitert ihr Angebot und bietet ihren Endkunden ab Anfang Juni auch Banking-Funktionen an. Dabei setzt Prosperity auf eine App des Technologie- und Softwareanbieters Finleap Connect und der ebenfalls von Finleap aufgebauten Banking-Plattform Solaris Bank. Finleap Connect tritt bei der Anwendung „Digital Bank“ als Marke in den Hintergrund.

Leue: Digitalisierung ist ein Marathon, kein Sprint

 Exklusiv  Der Hannoveraner Versicherer Talanx ist wie die Konkurrenz auch im Corona-Modus, die Arbeit wird zu großen Teilen im Homeoffice gemacht. Zum Glück war man zum Zeitpunkt des Ausbruchs darauf gut vorbereitet, sagt Vorstandschef Torsten Leue im Interview. Er spricht über das Schadenpotenzial der Pandemie, Versicherungslücken und über die Digitalisierung des Geschäfts. Außerdem erklärt er die Herausforderung bei dezentraler Führungskultur, Erfolge in der Industrieversicherung und Grenzen bei der Absicherung von Cyberrisiken.

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