Die Munich Re-Tochter Ergo gibt im Neugeschäft die klassische Lebensversicherung zum Jahresende weitgehend auf. Das sagte Vorstand Clemens Muth im Interview mit SZ und Versicherungsmonitor. Auch die eigene Pensionskasse wird für das Neugeschäft geschlossen. Auch Riester-Renten werden künftig nur noch mit kapitalmarktorientierten Produkten verkauft. Ergo reagiert, so Muth, auf das zunehmende Desinteresse der Kunden und auf die Tatsache, dass Policen mit Garantien den Anbietern keine Gewinne mehr ermöglichen.
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Munich Re wird mutiger
Nachdem der Rückversicherer Munich Re seine Gewinnerwartung am Anfang des Jahres auf 2,5 Mrd. Euro bis 3 Mrd. Euro gedämpft hatte, traut er sich jetzt wieder mehr zu. Beflügelt von einem guten zweiten Quartal will der Konzern jetzt mindestens 3 Mrd. Euro verdienen. Das Umfeld, in dem sich das Unternehmen bewege, sei aber nach wie vor sehr herausfordernd, warnte Chef Nikolaus von Bomhard. Er setzt große Hoffnungen auf den Wachstumsmarkt Asien.
Ergo-Vorstand Wiswesser geht
Leute – Aktuelle Personalien Vertriebsvorstand Rolf Wiswesser scheidet bei der Munich Re-Tochter zum Jahresende aus. Der neue Vorstandschef Markus Rieß wird das Ressort zunächst selbst übernehmen. Die Trennung sei aber einvernehmlich erfolgt, heißt es bei Ergo. Außerdem: Matthias Lautenschläger, Sohn des MLP-Gründers Manfred Lautenschläger, übernimmt einen Sitz im Aufsichtsrat des Finanzvertriebs.
Kliniken: Risikomanagement lohnt sich
In der Krankenhaushaftpflicht wird für die Versicherer das Risikomanagement immer wichtiger. Zumindest die etablierten deutschen Anbieter haben die Maßnahmen in der Fehlerprävention und der Prozessoptimierung der Kliniken im Blick. Ergo verweigert Häusern, die den Mindestanforderungen nicht genügen, die Deckung, auch die Versicherungskammer Bayern sieht das Risikomanagement als Zeichnungsgrundlage. Grundsätzlich ist das Prämienniveau in der Krankenhaushaftpflicht immer noch nicht auskömmlich, die Lage hat sich aber stabilisiert.
Lohrmanns Verunsicherung CIII
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Wohlgehütetes Geheimnis der Ergo-Rechenkerne enthüllt.
Oletzky nimmt sich Auszeit in New York
Leute – Aktuelle Personalien Der Vorstandschef der Ergo Torsten Oletzky sagt der Versicherungsbranche erst einmal Ade. Nach der Amtsübergabe an Markus Rieß am 15. September geht Oletzky mit seiner Frau für ein Jahr nach New York. Allianz Worldwide Care hat Ida Luka-Lognoné zur neuen Vorstandsvorsitzenden gemacht.
Gefährliche Sorglosigkeit
Herbert Frommes Kolumne Zwei Ereignisse landeten in vergangenen Tagen auf meiner persönlichen Alarm- und Betroffenheitsskala ganz oben. Einmal die erschreckende Tatsache, dass Hacker offenbar mit Leichtigkeit Autos während der Fahrt angreifen und manipulieren können, und zum Zweiten die Nachricht, dass Ergo mit großen Problemen in den Rechenkernen der Lebensversicherung zu kämpfen hat. Beide Vorgänge haben viel miteinander zu tun. Sie beruhen auf einer veralteten Einschätzung von Technik und ihren Möglichkeiten.
Ergo-Programme rechnen falsch
Der Ergo-Konzern muss mit Fehlern in den Rechenkernen seiner Lebensversicherer fertig werden. Bislang musste die Gesellschaft in 350.000 Fällen die Regulierungsbeträge für die Kunden korrigieren. Noch hat Ergo nicht alle Fehler in den Programmen gefunden. In vielen Fällen handelt es sich um kleine Summen, es gibt aber auch fünfstellige Beträge, die auf dem Spiel stehen. Dabei verrechnet sich Ergo in beide Richtungen – zu Gunsten und zu Ungunsten des Kunden. Verbraucherschützer verlangen, dass Lebensversicherungsverträge prinzipiell für die Kunden nachvollziehbar sein müssen.
Ergos digitale Krieger
Die Digitalisierung erfordert angesichts eines veränderten Kundenverhaltens und neuer Wettbewerber ein Umdenken der Versicherer. Der Düsseldorfer Versicherer Ergo sucht in seinem Digital Lab in Berlin nach zündenden Ideen für eine digitalisierte Versicherungswelt. Der Versicherungsmonitor war vor Ort und hat sich ein Bild gemacht.
Rüstzeug für die digitale Auslese
Im Zeitalter der Digitalisierung müssen die Versicherer nicht nur ihre IT auf Vordermann bringen, sie müssen auch Antworten auf einen neuen Schlag von Kunden finden. Auf der Berliner Veranstaltung „Digitaler Darwinismus in der Versicherungsbranche“ präsentierten Unternehmen Ansätze. So setzt die Ergo im Ausschließlichkeitsvertrieb auf eine Online-Videoberatungsfunktion und der Makler Erste Digital verkauft themenbezogene Annex-Versicherungen über Websites.
Und was passiert bei Allianz und Ergo?
Herbert Frommes Kolumne Bei der Generali Deutschland hat die Führung die Revolution ausgerufen. Die Holding wird eingedampft, das Privatkundengeschäft mit klassischen Lebensversicherungen weitgehend eingestellt, die Kosten drastisch gesenkt. Hinter den radikalen Beschlüssen steckt die echte Sorge um die Grundlagen des aktuellen Geschäftsmodells. Aber Niedrigzinsen, Kostendruck und Digitalisierungszwang wirken auch auf die anderen Schwergewichte der Branche. Dazu kommt, dass Allianz und Ergo neue Chefs haben oder bald bekommen. Die Nachrichten aus den Häusern dürften nicht viel weniger radikal ausfallen.










