Der Finanzplatz London ist in weiten Teilen immer noch ein „Old Boys Club“. Männer, vor allem Führungskräfte, mussten bei sexueller Belästigung und Diskriminierung bislang selten ernsthafte Konsequenzen fürchten. Die britische Finanzaufsicht FCA will das Problem jetzt mit Nachdruck angehen und hat mehr als 1.000 Finanzdienstleister dazu aufgefordert, darüber zu berichten, wie viele Vorfälle dieser Art sie seit 2021 verzeichnet haben und wie sie damit umgegangen sind. Vor allem bei Lloyd’s sehen die Aufseher noch viel Handlungsbedarf.
Archiv ‘Großbritannien’
UK: Aufsicht sorgt sich um Lebens-Rückversicherer
In Großbritannien lagern viele Lebensversicherer Teile ihrer Pensionsverpflichtungen an Offshore-Rückversicherer mit Sitz in Bermuda oder den Cayman Islands aus. Die britische Finanzaufsicht wittert in diesem Vorgehen hohe Risiken und will die Versicherer nun einem gezielten Stresstest unterziehen.
WTW bietet frische Cyberdeckung
Der Großmakler Willis Towers Watson (WTW) hat ein neues Angebot für Cyberdeckungen aufgelegt, das nur für Unternehmen mit Hauptsitz außerhalb Großbritanniens und der USA gilt, deren Umsatz 1 Mrd. Dollar nicht überschreitet. Der Makler verspricht mit der von Lloyd’s-Syndikaten unterstützten Deckung höhere Kapazitäten und schnellere Underwriting-Entscheidungen. Er verweist auf die neuen Risiken durch künstliche Intelligenz. Die Gründung der sogenannten International CyCore Facility zeigt, dass die Kapazitäten im Bereich Financial Lines wieder steigen.
Amazon schließt Versicherungsportal in UK
Der Online-Händler Amazon stellt Medienberichten zufolge sein erst vor 15 Monaten gestartetes britisches Versicherungsportal wieder ein. Das US-Unternehmen hatte Wohngebäude- und Hausratpolicen vermittelt und dabei unter anderem mit der Allianz-Tochter LV kooperiert. Amazons Rückzug dürfte die Branche vorsichtig aufatmen lassen.
Britische Kfz-Prämien schießen durch die Decke
Autofahrer in Großbritannien mussten im vergangenen Jahr im Schnitt 995 Pfund für ihre Autoversicherung zahlen, das sind 336 Pfund mehr als im Jahr zuvor, zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Confused.com und des Maklers WTW. Besonders hart traf es demnach Fahranfänger. Die Preiserhöhungen, die deutsche Kfz-Versicherer 2023 erreicht haben und voraussichtlich in diesem Jahr durchsetzen werden, erscheinen dagegen mickrig.
Allianz gewinnt im Streit um Bombenschäden
Die Allianz kann sich bei Schäden durch eine kontrollierte Sprengung einer Weltkriegsbombe auf den Kriegsausschluss berufen. Das hat ein Berufungsgericht in Großbritannien entschieden. Damit gewinnt der Versicherer einen Rechtsstreit gegen die University of Exeter.
Arag setzt auf Großbritannien
Durch die Übernahme von DAS UK wird die Arag zu einem bedeutenden Spieler im britischen Rechtsschutzversicherungsgeschäft. Die frühere Ergo-Gesellschaft soll mit der Arag plc zusammengeführt werden, mit der die Düsseldorfer seit 2006 in Großbritannien aktiv sind. Von großer Bedeutung für Arag ist die eigene Anwaltskanzlei von DAS UK. Damit will das Unternehmen britische Kunden künftig rechtlich beraten und außergerichtlich sowie gerichtlich vertreten. Dass so etwas in Deutschland immer noch nicht möglich ist, findet Vorstandssprecher Renko Dirksen skandalös.
Bericht: Axa will Geschäftssegment in Europa loswerden
Der Axa-Konzern prüft laut Medienberichten den Verkauf des sogenannten Protection Business in Teilen Europas. Darunter fallen unter anderem Policen gegen Erwerbsminderung, schwere Krankheiten oder auch Restschuld. Axa wollte das nicht kommentieren. Unwahrscheinlich scheint es aber nicht, denn der Versicherer hat ein ähnliches Portfolio bereits in Großbritannien verkauft.
Wann ist die Party vorbei?
Die Konsolidierungswelle auf dem Maklermarkt ist in vollem Gange. Angesichts der Zinswende, dem sich abzeichnenden Ende des harten Marktes in einigen Bereichen der Industrieversicherung sowie der begrenzten Menge der noch verfügbaren großen Übernahmeziele gehen viele Marktbeobachter davon aus, dass das Treiben nicht mehr lange anhält. Tassilo Arnhold, Co-Managing Partner beim Investor Anacap Financial Partners, gehört nicht dazu. Die Party habe gerade erst begonnen, erklärte er beim Großmaklerdinner der SZ. Das zeige auch ein Blick nach Großbritannien.
Der heiße Herbst der Autoversicherer
Herbert Frommes Kolumne Die Autoversicherer stehen vor Entscheidungen, die ihre Zukunft maßgeblich beeinflussen werden. Die wichtigste Frage ist, um wie viel sie ihre Preise erhöhen. Manche kleinere Gesellschaft hat noch nicht auf dem Schirm, was auf sie zukommt, wenn sie sich aus Angst vor Marktanteilsverlusten nicht für massive Anpassungen nach oben entscheidet.









