Die Baloise lässt der Ankündigung, ihr Ökosystem im Mobilitätsbereich deutlich auszubauen, immer mehr Taten folgen. Gemeinsam mit dem Berliner Firmeninkubator Bridgemaker hat der Schweizer Versicherer in Berlin die Plattform „aboDeinauto“ gestartet, die Gebrauchtfahrzeuge im Abo-Modell anbietet. Nutzer zahlen einen festen Monatsbeitrag, der vom jeweiligen Fahrzeug, der gewünschten Kilometerleistung und der gewählten Vertragslaufzeit abhängt. Im Preis inbegriffen sind Steuer und Kfz-Versicherung sowie Anmeldung und Wartung. Obwohl die Baloise selbst ein Versicherer ist, fungiert ein Wettbewerber als Versicherungspartner bei dem Angebot.
Archiv ‘Kfz-Versicherung’
Kfz-Wechselsaison: Getsafe wirft Hut in Ring
Das Insurtech Getsafe will bei der diesjährigen Kfz-Wechselsaison mitmischen und bietet jetzt eine per Smartphone abschließbare Kfz-Police an. Damit dürfte der Wettbewerb unter den Kfz-Versicherern an Schärfe zunehmen. Risikoträger bei der Police ist nicht wie sonst bei Getsafe üblich die Munich Re, sondern ein Konkurrent des Rückversicherers. Punkten will Getsafe-Chef Christian Wiens bei den Kfz-Kunden mit Einfachheit, Flexibilität und einem günstigen Preis. Er bezeichnet das Angebot als Meilenstein für den Assekuradeur.
Das Kaninchen und die Schlange
Herbert Frommes Kolumne Zwei Meldungen illustrieren das Dilemma. In den USA geben Anleger dem Start-up Root 1,2 Mrd. Dollar, obwohl der Kfz-Versicherer bislang nur Verluste macht. In Deutschland scheitert ein allgemein gelobter Ansatz für das neue Vergleichsportal Joonko an 15 Mio. Euro. Versicherer hätten die Lücke schließen können, haben es aber nicht getan – einige auch, weil sie Angst vor möglichen Reaktionen von Check24 hatten. Hinter vorgehaltener Hand beschweren sie sich aber gerne über Check24, wie auch über Google mit seinen hohen Anzeigenpreisen. Wenn die Branche so hasenfüßig agiert, wird das nichts mit der Digitalisierung.
Insurtech Root begeistert Investoren
Der US-Autoversicherer Root hatte am Mittwoch keinerlei Probleme, im Debüt an der New Yorker Börse seine Papiere zu einem höheren Preis als ursprünglich erwartet zu verkaufen. Das Unternehmen wurde von den Anlegern mit 6,7 Mrd. Dollar bewertet. Root setzt vollständig auf Telematik und will die Tarifierung nach Wohnort und nach Kreditwürdigkeit abschaffen, sie sei diskriminierend. Die Root-Werbung zielt auf dunkelhäutige US-Amerikaner und Angehörige ethnischer Minderheiten. Nach Lemonade ist Root der zweite US-Versicherer, der mit dem Versprechen von Marktdisruption durch Technologie an die Börse geht.
Check24 rechnet sich Kfz-Wechselwillige schön
Nachschlag – Der aktuelle Kommentar „Jeder Zweite will seine Kfz-Versicherung wechseln und vertraut auf Vergleichsportale.“ Mit diesen gewaltigen Worten betitelt das Vergleichsportal Check24 eine aktuelle Pressemitteilung. Wir wundern uns sehr: Wie kann das sein? Dann wären Millionen von Autofahrern auf der Suche nach einem besseren Tarif oder Anbieter. In Deutschland waren 2019 schließlich rund 60 Millionen Fahrzeuge zugelassen, darunter knapp 40 Millionen Pkw. Die auf den ersten Blick gewaltigen Zahlen von Check24 sind bei näherer Betrachtung lächerlich konstruiert.
Corona: Milliardenschaden für Versicherer
Die Hannover Rück-Tochter E+S hat erstmals eine Einschätzung abgegeben, was die versicherten Schäden durch das Corona-Virus für den deutschen Schaden- und Unfallversicherungsmarkt betrifft: Die Versicherer werden demnach zwischen 1,25 Mrd. Euro und 1,75 Mrd. Euro zahlen müssen. Der Ausgang der diversen Gerichtsprozesse, die derzeit um Leistungen aus Betriebsschließungspolicen geführt werden, wird die Höhe der Schadenzahlungen maßgeblich beeinflussen. Aber auch in der D&O-Versicherung und der Krankenhaushaftpflichtversicherung kann es noch zu nennenswerten Schäden kommen.
Von Skandal zu Skandal
Herbert Frommes Kolumne Es vergeht kaum eine Woche, in der nichts von einem Skandal unter Beteiligung der Deutschen Bank zu hören ist. Zinsmanipulation, Geldwäsche, faule Kredite, die Liste ist lang. Ähnliches gilt für die Autohersteller. Verglichen damit stehen die großen Versicherer gut da, aber nicht nur sie. Die gesamte Branche lebt zurzeit vergleichsweise skandalfrei. Doch im anstehenden Umbauprozess, den die Pandemie-Krise beschleunigt, wird das anders werden. Es wird mehr Skandale geben. Ein ZDF-Beitrag am Montag war ein kleiner Vorgeschmack. Die Versicherer sind auf diese Entwicklung schlecht vorbereitet.
So zahlt die HUK Beiträge zurück
Der Marktführer in der Kfz-Versicherung HUK-Coburg hat seinen Kunden versprochen, ihnen Teile der Versicherungsbeiträge für 2020 zurückzuerstatten. Da es in der Pandemie weniger Schäden gab als normalerweise, sank der Aufwand. Jetzt hat der Versicherer die Kunden informiert, wie er die Beitragsanteile erstatten will und nutzt die Aktion geschickt für die Kundenbindung.
Corona-Bonus nicht bei allen Kfz-Versicherern
Wegen der Corona-Krise sind die Deutschen im laufenden Jahr weniger Auto gefahren als 2019, die Versicherer haben von geringeren Schäden profitiert. Das Portal Finanztip empfiehlt Verbrauchern, ihrem Anbieter die geringeren Kilometer mitzuteilen, ein Großteil sei zur nachträglichen Beitragsanpassung bereit. Andere dagegen bieten erst ab dem Zeitpunkt der Meldung eine Beitragssenkung. Für die kommende Wechselsaison sieht Versicherungsexpertin Kathrin Gotthold keine generell günstigeren Preise.
Ende der Preisspirale bei Ersatzteilen in Sicht
Das Thema Kfz-Ersatzteilpreise ärgert die Versicherer und ihren Verband seit Jahren: Der Anstieg liegt stets deutlich oberhalb der Inflationsrate. Das zeigt auch die jüngste Erhebung des GDV zu diesem Thema. Die regelmäßigen Preiserhöhungen verteuern die Reparaturen und treiben damit am Ende die Prämien. Schuld sind die Autohersteller, die für sichtbare Teile Designschutz genießen, kritisiert die Assekuranz. Mit einem neuen Gesetz ist Abhilfe in Sicht – allerdings erstmal nur bei neuen Automodellen, für die existierenden Fahrzeuge gelten noch lange Schutzfristen.
Allianz warnt vor Cybergefahren im Auto
Vernetzte Fahrzeuge könnten eines der Hauptziele der IT-Kriminalität werden, warnte Klaus-Peter Röhler, Vorstand der Allianz SE und Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland, beim 8. Autotag des Versicherers. Cyberangriffe auf einzelne Fahrzeuge sind versichert, betonten die Münchener. Bei systemischen Cyberproblemen, die ganze Fahrzeugsysteme und Modelle betreffen, sieht die Allianz die Hersteller in der Verantwortung. Die Münchener fordern ein branchenübergreifendes europäisches „Automotive Security Information Center“, um gemeinsam in Sachen Cybergefahren dazuzulernen.
Briten verbieten Treue-Bestrafung
Die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) will es den Versicherern des Landes verbieten, für neue Kunden günstigere Preise anzubieten als für bestehende Versicherte. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Das Verbot soll 2021 in Kraft treten. Wer bei einem Versicherer einen neuen Kfz-Vertrag abschließt, zahlt im Schnitt 285 Pfund, wer länger als fünf Jahre beim selben Versicherer ist, 370 Pfund, erklärte die Behörde.









