Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Hannover Forum zum Thema Autoversicherung der E+S Rück, Versicherungsmonitor Breakfast Briefing und die Euroforum-Konferenzen „Cyber Insurance“ und „Rethinking Insurance“
Archiv ‘Kfz-Versicherung’
Lohrmanns Verunsicherung: Nie zu alt für Telematik
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Telematik-Tarife beleben auch andere Wirtschaftszweige.
Discovery: Telematik noch ausbaufähig
Die Telematik-Tarife der Kfz-Versicherer haben sich noch nicht zum Kassenschlager entwickelt. Nach Ansicht von Zaheer Alli von der zum südafrikanischen Versicherer Discovery gehörenden Vitality Group liegt das an der Herangehensweise der Anbieter. Statt mit Prämiennachlässen sollten die Gesellschaften die Kunden lieber mit regelmäßigen Belohnungen ködern, sagte er bei der Insurtech-Konferenz DIA Amsterdam. So verfährt der Versicherer bei seinem Vitality Drive-Angebot in Südafrika. Wie beim Vitality-Gesundheitsprogramm ist das Ziel, auf das Verhalten der Kunden einzuwirken.
Cosmos Direkt straft schlechte Telematik-Fahrer
Der Direktversicherer Cosmos Direkt verlangt im Telematik-Tarif „Betterdrive“ von sehr schlechten Autofahrern mitunter mehr Prämie, als sie im Basis-Telematiktarif ohne die Telematik-Auswertung hätten zahlen müssen. In einem Preisbeispiel ist die Differenz gering, dennoch ist der Aufschlag ein Novum in der Telematik-Autoversicherung. Andere Anbieter, darunter Allianz, Axa, HUK-Coburg und VHV, werben lautstark damit, dass selbst riskante Fahrer keinesfalls Zuschläge zahlen müssen. Umgekehrt sollen lediglich gute Fahrer von Rabatten in der Kfz-Versicherung profitieren können. Strafzuschläge für riskante Autofahrer könnten der Akzeptanz von Telematik-Tarifen schwer schaden.
DEVK ist skeptisch bei Telematik
Die Versicherungsgruppe DEVK in Köln, die Nummer fünf im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt, hat keine aktuellen Pläne für einen eigenen Telematiktarif. Das sagte Vorstand Rüdiger Burg bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2018. Die Gesellschaft ist 2018 überdurchschnittlich stark gewachsen und erreichte 3,45 Mrd. Euro Prämieneinnahmen. Hauptgrund war der starke Zuwachs in der aktiven Rückversicherung. Für 2019 erwartet Konzernchef Gottfried Rüßmann eine Umsatzsteigerung um 4,7 Prozent: Während die Beiträge in der Lebensversicherung weiter sinken werden, legen sie in der Schaden- und Unfallversicherung sowie der aktiven Rückversicherung zu.
HUK: „Fahrer wollen sich überwachen lassen“
Immer mehr Kfz-Versicherer versuchen sich an Telematik-Tarifen, die den Fahrstil oder die gefahrenen Kilometer bei der Prämienkalkulation berücksichtigen. Die neuen Daten-Tarife werden in sieben bis acht Jahren eine Marktdurchdringung von 25 Prozent erreichen, schätzt Jörg Rheinländer (Bild), Vorstandsmitglied der HUK-Coburg, auf der SZ-Fachkonferenz „KI und Data Analytics“ in München. „Der deutsche Autofahrer will sich überwachen lassen“, sagte er. Versicherer können mit Telematik einen Platz im Kfz-Ökosystem besetzen und aus Daten lernen, sagte Allianz-Vorstand Jörg Hipp.
Allianz jetzt Nummer zwei im britischen Sachgeschäft
Allianz-Chef Oliver Bäte will den Konzern in wichtigen Märkten weit vorne sehen. In Großbritannien ist er dafür jetzt auf große Shoppingtour gegangen. Der Münchener Versicherer kauft das Sachversicherungsgeschäft des britischen Versicherers Legal & General und übernimmt die restlichen 51 Prozent an dem Kfz-Versicherer LV. Dafür zahlt Bäte insgesamt 820 Mio. Pfund. Der Markt ist nicht ohne Herausforderungen: Die Kfz-Versicherer haben mit niedrigen Preisen und der Finanzaufsicht FCA zu kämpfen, in der Wohngebäude- und Hausratversicherung, in der Legal & General stark vertreten ist, verhagelten zuletzt Naturkatastrophen die Ergebnisse.
EU-Kommission untersucht Kfz-Kartellverdacht
Irische Versicherer haben die Aufmerksamkeit der EU-Kommission auf sich gezogen. Die Kommission hat eine kartellrechtliche Untersuchung gegen die Vereinigung Insurance Ireland eingeleitet, in der unter anderem die Allianz, Aviva und Zurich Mitglieder sind. Es geht um die Frage, ob Insurance Ireland Nicht-Mitgliedern den Zugang zu ihrem Schadendaten-Pool „Insurance Link“ erschwert und ihnen damit Wettbewerbsnachteile in der irischen Kfz-Versicherung eingebracht hat.
Bundesrat erlaubt E-Roller auf deutschen Straßen
Gute Nachrichten für Kfz-Versicherer: Der Bundesrat hat am Freitag die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung verabschiedet, die E-Scooter auf deutschen Straßen zulässt. Damit eröffnet sich für die Versicherer ein potenziell sehr lukratives Geschäftsfeld, denn für die E-Roller besteht eine Versicherungspflicht. Tarak Al-Wazir von den Grünen geht davon aus, dass sich sehr viele Deutsche einen solchen E-Scooter anschaffen werden. Anbieter wie die Allianz und HUK-Coburg stehen bereits in den Startlöchern. Sie haben nur auf die Verabschiedung der Verordnung gewartet, um ihre Policen auf den Markt zu bringen.
Allianz setzt sich bei Kfz-Telematik vor HUK-Coburg
Die Allianz weitet ihre Telematik-Autoversicherung aus. Künftig können auch Autofahrer ab 29 Jahren das Angebot „Bonusdrive“ nutzen, bei dem eine Smartphone-App den Fahrstil bewertet und guten Fahrern Prämienrabatte gewährt. Mehr als 90.000 junge Autofahrer lassen ihre Fahrwerte von der Allianz auswerten. Damit liegen die Münchener in dem jungen Nischensegment aktuell vor der HUK-Coburg, dem Marktführer in der deutschen Kfz-Versicherung.
Buffett sucht trotz Brexit Übernahmeziele in UK
Starinvestor Warren Buffett sucht nach Übernahmezielen in Großbritannien. Dabei schreckt ihn auch der Brexit mit seinen vielen Ungewissheiten nicht. Das sagte er auf der Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway. Mit 114 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln hätte die Investmentgesellschaft genug Kapital für einen Zukauf. Die Nettoeinnahmen im ersten Quartal lagen bei 21,6 Mrd. Dollar. Kritisch äußerte sich Buffett zu Teslas Vorhaben, einen eigenen Versicherer zu gründen. Das werde keinen Erfolg haben, sagte er.
Check24 verliert Prozess gegen HUK-Coburg
Das Online-Vergleichsportal Check24 muss sich vor Gericht geschlagen geben. Deutschlands größter Kfz-Versicherer HUK-Coburg hat vor dem Oberlandesgericht Köln einen Sieg gegen das Portal errungen. Das Münchner Vergleichsportal will nun seinen Internet-Auftritt ändern, außerdem darf Check24 nicht mehr in der bisherigen Form Marken und Logos der HUK-Gruppe verwenden. Damit haben sich die Coburger in zweiter Instanz gegen den Onlinemakler durchgesetzt.
Ergo und Volvo bieten Kurzzeitversicherungen
Der Versicherer Ergo und der Kfz-Hersteller Volvo bieten ab sofort eine neue App an, über die Nutzer digitale Zusatzversicherungen rund um Reisen mit dem Auto abschließen können. Nutzer können darüber Mietwagen, Anhänger, Reisegepäck, Drittfahrer oder Erkrankungen im Ausland tageweise absichern. Konkurrenten wie die Allianz und der Digitalversicherer Element sind in den vergangenen Monaten schon mit ähnlichen Angeboten auf den Markt gekommen. Für Karsten Crede, Vorstand von Ergo Mobility Solutions, ist die Volvo-App ein weiterer Baustein, um die Kooperation zwischen Versicherer und Automobilindustrie neu zu gestalten.












