Versicherer und Softwarehersteller schätzen wichtige IT-Zukunftsthemen unterschiedlich ein. Die Versicherer könnten dadurch entscheidende technische Entwicklungen verpassen, warnt das IT-Beratungs- und Softwarehaus PPI in einer Studie zur Schaden- und Unfallversicherung. Davon dürften vor allem die Insurtechs profitieren, indem sie die Rolle als disruptive Innovationsführer im Versicherungsmarkt einnehmen, prognostizieren die Softwarehersteller. Sie sehen Nachholbedarf bei den Versicherern in einigen IT-Bereichen. Aber auch die Versicherer wünschen sich von den Softwarefirmen bei bestimmten Themen mehr Aufmerksamkeit.
Archiv ‘Kfz-Versicherung’
Assekuranz kritisiert EU wegen Kfz-Datenzugang
Der europäische Versichererverband Insurance Europe bemängelt fehlende Vorgaben zum Zugang zu den Daten, die moderne Autos generieren. In einem aktuellen Papier zur Zukunft der Mobilität spricht die EU-Kommission lediglich davon, die Entwicklung weiter beobachten zu wollen und über zusätzliche Regeln nachzudenken. Ein schnelleres Vorgehen sei nötig, so der Verband. Die Versicherungswirtschaft sieht die Hersteller beim Zugriff auf die Daten privilegiert. Die Frage gewinnt vor dem Hintergrund des inzwischen in Kraft getretenen europäischen Notrufs E-Call an Bedeutung.
Teure Löcher im britischen Asphalt
Ein langer Winter und die anhaltende Sparpolitik hinterlassen deutliche Spuren im Straßenbelag Großbritanniens. Das bekommen auch die Versicherer zu spüren: Schadensforderungen nach Unfällen im Zusammenhang mit einem Schlagloch sind in den ersten Monaten 2018 in die Höhe geschnellt. Der Makler AA Insurance, der zum Automobilverband „The Automobile Association“ gehört, schätzt die Schäden seit Anfang des Jahres auf 4,2 Mio. Pfund (4,8 Mio. Euro). Das könnte die Prämien in der Kfz-Versicherung wieder nach oben treiben.
Allianz bündelt Direktversicherer weltweit
Die Allianz will alle Direktversicherer bündeln und global einheitliche Produkte einführen. Dazu gehöre auch ein einheitlicher Risikoträger, sagte Konzernchef Oliver Bäte am Rande der Hauptversammlung in München. Die Allianz werde sich nach den erfolgreichen Umbauprogrammen bei der Vermögensverwaltung und in der Lebensversicherung nun die Schaden- und Unfallversicherung vornehmen, so Bäte. Das werde „nicht geräuschlos vonstattengehen“. Ziel ist es, die Allianz sehr viel einfacher zu machen. „Einfachheit wird zur Schlüsselkompetenz.“
Digital-Angebote: Versicherer müssen handeln
Versicherer sollten aktiv Lösungen für Digital-Themen wie Smart Home oder autonomes Fahren entwickeln, auch wenn in diesen Bereichen noch viele Entwicklungen unklar sind und die Rechtsprechung noch zahlreiche offene Fragen klären muss. Das fordern die Versicherungsrechts-Experten der Kanzlei Taylor Wessing. Damit könnten die Unternehmen möglicherweise einschränkenden gesetzlichen Regelungen zuvorkommen. Denn wenn die Kunden die Angebote der Versicherer erst einmal angenommen haben, könne der Gesetzgeber das nicht einfach ignorieren, sagte Rechtsanwalt Ingo Weckmann.
Gothaer und Emil testen Telematik
Das Berliner Start-up Emil und die Gothaer testen einen neuen Telematik-Tarif, der die Versicherung nach gefahrenen Kilometern ermöglicht. Bislang wird der Tarif nicht öffentlich angeboten, sondern seit Anfang April vor allem über private Kontakte und soziale Netze. Bei der Erarbeitung der statistischen Grundlagen für den neuen Tarif war der Rückversicherer Gen Re mit an Bord, der sich bislang immer höchst kritisch über Telematik-Tarife geäußert hatte.
ATU-Werkstätten wollen Kfz-Policen verkaufen
Die Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) will auf einer neuen digitalen Plattform ihren Kunden Versicherungen anbieten. ATU kooperiert heute schon mit dem Insurtech Friday, das Kfz-Policen kilometergenau abrechnet. ATU will mit dem Schritt unabhängiger vom Kerngeschäft Ersatzteile und Reparatur werden und das gesamte Ökosystem Autokunde abdecken. Die Firma trifft dabei auf die Konkurrenz durch Autohersteller wie VW und die großen Kfz-Versicherer wie die HUK-Coburg.
TÜV Süd will Auto-Daten mit Versicherern teilen
Die Kfz-Versicherer machen sich Sorgen, keinen Zugang zu den Daten in modernen Fahrzeugen zu erhalten. Die Allianz hatte bereits die Einrichtung eines Datentreuhänders gefordert. Diese Idee hat der TÜV Süd jetzt aufgegriffen. Er schlägt ein bei den Prüforganisationen des TÜV angesiedeltes Trust Center vor, das die Daten verwaltet – und bei Einwilligung der Fahrer auch an Versicherer weitergibt. Wie so ein Modell funktionieren kann, zeigt ein Blick in die USA.
Wachstum für Schaden- und Unfallversicherer
Die Ratingagentur A.M. Best hat sich erstmals mit dem deutschen Schaden- und Unfallversicherungsmarkt befasst und ihn mit einem stabilen Ausblick versehen. Das anhaltende Wirtschaftswachstum und die Bemühungen der Anbieter um Preiserhöhungen haben ihnen 2017 ein Prämienwachstum von 2,9 Prozent beschert, in diesem Jahr dürfte es ähnlich hoch ausfallen. Einen Strich durch die Rechnung machen könnten den Versicherern aber der um sich greifende Protektionismus und die niedrigen Zinsen.
Allianz: Neue Risiken durch „virtuellen Autoschlüssel“
Ein Klick auf dem Smartphone öffnet die Autotür, nach einem zweiten Klick springt der Motor an. Der „virtuelle Autoschlüssel“ auf dem Mobilgerät könnte bald den Fahrzeugzugang revolutionieren, daran arbeitet die Autoindustrie mit Hochdruck. Die Allianz warnt vor den Risiken der Technologie. Die Münchener fordern verbindliche Sicherheitsstandards für die virtuellen Schlüssel der Autohersteller. Auf die Kfz-Versicherung soll sich der digitale Zugang nicht auswirken. Die Versicherer müssen jedoch ihre Prozesse in der Schadenbearbeitung anpassen.
Ombudsmann sieht Erklärungsbedarf bei Telematik
Versicherer, die Telematik-Tarife in der Autoversicherung verwenden, sollten erklären, wie sie die Daten bewerten, forderte Versicherungsombudsmann Günter Hirsch auf der Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten. Scharfes Bremsen oder starkes Beschleunigen könnten exzellente Reaktionen im Straßenverkehr sein, die Versicherer werten solche Tarife aber in der Regel als unvorsichtige Fahrweise, sagte Hirsch. Ein Einschreiten des Gesetzgebers hält er aber noch nicht für nötig.










