Auch im kommenden Jahr müssen die Privatversicherten wieder tiefer in die Tasche greifen. Die privaten Krankenversicherer (PKV) werden die Prämien in der Vollversicherung Anfang 2026 nach Angaben des PKV-Verbands im Schnitt um 13 Prozent anheben – nach einem durchschnittlichen Plus von 18 Prozent im Jahr 2025. Von der Anhebung werden rund 60 Prozent der Kundinnen und Kunden betroffen sein. Auch in der privaten Pflegepflichtversicherung steigen die Beiträge.
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Hohe Kündigungsraten bei Online-Policen
Bis zu 15 Prozent der Kunden kündigen ihre Versicherungsverträge direkt nach einer Beitragserhöhung – je nach Sparte. Besonders hoch sind die Kündigungsraten bei online abgeschlossenen Policen in der Kfz- und der Tierversicherung, wie das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen in einer aktuellen Studie herausfand. Versicherer sollten daher den Kontakt zu ihren Kunden intensivieren, Prämienerhöhungen klar begründen und Alternativen anbieten.
PKV: Kundenzufriedenheit wächst
Die privaten Krankenversicherer in Deutschland punkten derzeit bei ihren Kundinnen und Kunden, indem sie die Servicequalität verbessern und transparenter arbeiten. Das hat das Analysehaus Assekurata Solutions aus Köln in einer Umfrage herausgefunden. Dabei öffnet sich offenbar die Schere zwischen guten und weniger guten Anbietern weiter: Die Häuser, die in den Augen der Versicherten gut abschnitten, konnten weiter zulegen, die weniger guten wurden schlechter – und müssten aus Sicht der Analysten gegensteuern.
Regierung liebäugelt mit GKV-Zusatztarifen
Die Bundesregierung erwägt, in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) langfristig verschiedene Tarife zu ermöglichen. Die Kassen könnten dann einen Basis-Tarif anbieten und verschiedene Extra-Tarife, die zusätzlich kosten würden. Die privaten Krankenversicherer lehnen den Vorstoß vehement ab, die Kassenärztliche Bundesvereinigung findet ihn gut. Vor einigen Jahren war die AOK Rheinland/Hamburg schon einmal mit Zusatztarifen auf den Markt gegangen – sie waren ihr aber höchstrichterlich verboten worden.
Wettbewerb über die Umdeckung in der PKV
In der privaten Krankenversicherung (PKV) gewinnt die Umdeckung von Kunden in der Vollversicherung an Bedeutung. Die Übertragung eines Teils der Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel des Anbieters ist zu einem harten Wettbewerbsfaktor geworden, stellt der Map-Report in seinem aktuellen PKV-Bilanzrating fest. Das ist nicht immer im Sinne der Kunden und wirft ein kritisches Schlaglicht auf die PKV, findet der Branchendienst. Den Versicherern bescheinigt er eine solide Finanzbasis.
Fachärzteverband sieht Neiddebatte bei Terminen
Es liegt nicht an den Fachärztinnen und Fachärzten, wenn gesetzlich Versicherte länger auf einen Termin warten müssen als Privatpatienten. Das betont der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands. Schuld an den ungleichen Wartezeiten sind seiner Meinung nach die Politik und die gesetzlichen Krankenkassen. Der Verband sieht eine „Neiddebatte“ und fordert stattdessen eine „faktenbasierte Debatte“.
Budgettarife und Assistanceleistungen treiben die bKV
Exklusiv Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hat nach Einschätzung des Maklers Funk ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft und wird weiter an Boden gewinnen. Die inzwischen von vielen privaten Krankenversicherern auf den Markt gebrachten Budgettarife sowie die in den Policen enthaltenen Assistanceleistungen kommen bei den Unternehmen gut an, berichtet Christian Till, Bereichsleiter Markets, Products & Investments bei Funk Pensionsmanagement. Auch bei den Betriebsräten steigt das Interesse an der betrieblichen Zusatzleistung.
Rollinger: „Die Talsohle scheint durchschritten“
Die R+V hat ihre Beitragseinnahmen im ersten Halbjahr 2025 um knapp 10 Prozent auf mehr als 10 Mrd. Euro gesteigert. Daran hatte das kräftig gewachsene Einmalbeitragsgeschäft in der Lebensversicherung einen großen Anteil. Der genossenschaftliche Versicherer geht davon aus, für das Gesamtjahr ein Wachstum deutlich oberhalb des Vorjahreswertes von 2,8 Prozent zu erreichen. Auch das Zinsumfeld, die besseren Wirtschaftsaussichten und die nachlassende Inflation stimmen Vorstandschef Norbert Rollinger optimistischer.
Erneute Beitragserhöhung in der PKV
Auf viele Privatpatienten kommen auch im nächsten Jahr spürbare Prämienerhöhungen zu. Dafür gibt es nach Angaben des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) erste Signale aus der Branche. Für genauere Angaben ist es aber noch zu früh. Grund für den zweiten starken Beitragsanstieg in Folge sind die weiter steigenden Leistungsausgaben der PKV-Unternehmen.
Die PKV wird digitaler
Die Digitalisierung in der privaten Krankenversicherung (PKV) hat einen Schub bekommen. Elf PKV-Unternehmen sind jetzt in der Lage, ihren Versicherten ein elektronisches Rezept und weitere digitale Funktionen anzubieten. In einem nächsten Schritt soll die Einführung der elektronischen Patientenakte folgen. Technischer Partner der elf Versicherer ist das Unternehmen RISE, das bereits mit anderen PKV-Anbietern erfolgreich zusammenarbeitet.
„Die Menschen brauchen eine echte Wahl“
Exklusiv Das duale System zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung (PKV) hat nach Einschätzung von Thomas Brahm, Chef des PKV-Marktführers Debeka, nach wie vor seine Existenzberechtigung. Allerdings sollten mehr Menschen in die Lage versetzt werden, sich privat abzusichern, sagt er im Interview mit SZ und Versicherungsmonitor. Außerdem brauche die PKV mehr Handlungsspielräume in der Prävention und bei den Prämienanpassungen. Sorgen machen Brahm die steigenden Leistungsausgaben.










