Archiv ‘PKV’

PKV-Ombudsmann hat mehr zu tun

Das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz beschert dem Ombudsmann für die private Krankenversicherung (PKV) zusätzliche Arbeit. Die Versicherer müssen die Kunden auf die Schlichtungsstelle aufmerksam machen, zudem hängt die Hürde für die Inanspruchnahme jetzt tiefer. 2017 ist die Zahl der Beschwerden von Privatversicherten um 10,3 Prozent gestiegen, liegt aber nach wie vor auf niedrigem Niveau. Häufigste Streitpunkte sind nach wie vor die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen und Gebührenstreitigkeiten. In 27,1 Prozent der Fälle konnte Ombudsmann Heinz Lanfermann eine Einigung herbeiführen. In Folge des Pflegestärkungsgesetzes rechnet er mit einem steigenden Beschwerdeaufkommen.

Steigende Prämien in der Pflegezusatzversicherung

Seit Anfang 2017 ist das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Die staatliche Unterstützung für Hilfsbedürftige setzt seitdem früher an. Auch geistige Einschränkungen durch Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer werden nun bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit berücksichtigt. Mehr Menschen erhalten seitdem gesetzliche Leistungen. Das hat in vielen Fällen zu Prämienerhöhungen bei den privaten Pflegezusatzpolicen geführt. Experten sprechen von bis zu 30 Prozent.  Auf die Nachfrage nach den Zusatzverträgen hat sich die Reform hingegen nicht ausgewirkt.

Wissenschaftler gegen einheitliche Gebührenordnung

Renommierte Juristen und Gesundheitsökonomen haben dem Konzept einer einheitlichen Gebührenordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung (PKV) eine Absage erteilt. Eine solche Gebührenordnung, die Thema der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD ist, wäre verfassungswidrig. Sie würde zudem die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung in die Höhe treiben und hätte auch sonst für Versicherte und Patienten mehr Nach- als Vorteile, schreiben die Experten in einem Memorandum, das von der Bundesärztekammer und dem PKV-Verband initiiert wurde.

Und jährlich grüßt der Beitragsschock

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Auch in diesem Jahr müssen viele privat Krankenversicherte wieder saftige Beitragserhöhungen hinnehmen. Chancen, dem zu entgehen, haben sie kaum. Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist oft nicht möglich, es bleiben nur ein Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens oder der Klageweg. Versicherer sollten prämienerhöhende Faktoren wie den medizinischen Fortschritt und die Langlebigkeit von vornherein realistisch einkalkulieren, um spätere Prämiensprünge zu vermeiden.

Axa kooperiert mit Insurtech Oscar

Der französische Versicherungskonzern Axa hat eine strategische Partnerschaft mit dem digitalen US-Krankenversicherer Oscar geschlossen. Basis der Zusammenarbeit ist ein Rückversicherungsvertrag. Oscar erhofft sich von der Zusammenarbeit Hilfe beim weiteren Wachstum, Axa Impulse bei der Entwicklung kundenzentrierter Krankenversicherungsangebote. Oscar gehört neben Lemonade zu den in auch in Deutschland meistbeachteten Versichererneugründungen in den USA.

PKV zählt bei Beitragserhöhungen auf Politik

Der Chef des PKV-Verbands Uwe Laue hat sich auf einer Branchenveranstaltung in Berlin selbstbewusst präsentiert und an die SPD appelliert, das „arbeitnehmerfeindliche“ Projekt Bürgerversicherung fallenzulassen. Deutschland werde um seine Gesundheitsversorgung weltweit beneidet, die Wartezeiten auf einen Arzttermin seien so kurz wie nirgends sonst. Bei der von der Branche angepeilten Änderung der Regeln für Beitragserhöhungen zeigte sich Laue zuversichtlich, dass die Politik nach Bildung einer Regierung zügig hilft.

SPD verzichtet auf Bürgerversicherung

Die Spitzen von SPD und CDU/CSU haben die Sondierungsphase erfolgreich beendet, jetzt wollen sie in Koalitionsgespräche eintreten. Die Forderung der SPD nach einer Bürgerversicherung ist dabei vom Tisch, lediglich die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist geplant. Die privaten Krankenversicherer (PKV) können also aufatmen. Allerdings ist noch nicht ausgemacht, ob die SPD-Parteibasis ihre Zustimmung zur großen Koalition gibt.

Herbert Fromme

Jubelträume über die Bürgerversicherung

 Herbert Frommes Kolumne  Sollte die große Koalition aus Union und SPD kommen, wird sie in den kommenden dreieinhalb Jahren keine Bürgerversicherung einführen. Das ist ein Ergebnis der nächtlichen Gespräche in den Sondierungsrunden der Parteien. PKV-Verband, GDV, Vermittlerverbände, die Neue Assekuranz Gewerkschaft und Beschäftigte der PKV-Gesellschaften, die bis zuletzt vor den wechselnden Verhandlungsorten demonstriert haben, werden das Ergebnis als großen Erfolg verbuchen. Dabei hätte die Branche allen Grund, über das Geschäftsmodell, das dem dualen System zugrunde liegt, grundlegend nachzudenken. Denn der Streit über die Zukunft des Systems ist nur aufgeschoben.

Studie: Viel Verbesserungsbedarf bei Kundenportalen

Viele Versicherer halten mittlerweile Online-Kundenportale für ihre Versicherten bereit. Dort können sie Details ihres Vertrags einsehen. Die Düsseldorfer Beratungsfirma Accoda sieht noch viel Verbesserungsbedarf bei den Portalen. So sollten Versicherer sich genau überlegen, welche Informationen der Kunde dort abfragen möchte. Gute Ansätze sieht die Studie bei den Rechnungs-Apps in der PKV. Viel Lob bekommt außerdem das US-Insurtech Lemonade. Die Studie finden Abonnenten exklusiv in der Whitepaper-Bibliothek des Versicherungsmonitors.

Bürger–Verunsicherung

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  In die gerade beginnenden Verhandlungen über eine Regierungsbildung ist von der SPD auch wieder der Gedanke einer Bürgerversicherung eingebracht worden. An diesen Plänen wollen die Sozialdemokraten trotz aller Widerstände festhalten. Grund genug, an das Postulat des Bundesverfassungsgerichts an die Adresse des Gesetzgebers zu erinnern. Es hatte angesichts der Einführung des Basistarifs gefordert, die Belastung der PKV im Auge zu behalten. Die bessere Alternative zur Bürgerversicherung wäre die private Krankenversicherung für alle.

Was bei der Allianz schief gegangen ist

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) kann einen Erfolg melden: In der Weihnachtswoche erhielten 60.000 auf ihr Geld wartende Kunden Teilauszahlungen. Der Versicherer zahlte unstrittige Beträge aus und koppelte die entsprechenden Belege von denen ab, die noch geprüft werden müssen. Aber wirklich entspannt ist die Lage noch nicht. Der Versicherungsmonitor hat sich erkundigt, was eigentlich bei der Migration zum neuen IT-System ABS schief gegangen ist.

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