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Was Lebensversicherer und Fußball gemeinsam haben

Meinung am Mittwoch: Die deutschen Lebensversicherer verbindet mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mehr, als man zunächst denken mag. Auch bei den Versicherern sind einige Spieler nicht hundertprozentig einsatzfähig. Um sie dennoch im Kader halten zu können, nimmt das Finanzministerium mit dem aktuellen Gesetzesentwurf zur Stabilisierung der Lebensversicherer bewusst eine Schwächung der Mannschaft in Kauf. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft dennoch erfolgreich sein wird.

Regierung will schnelles Gesetz zur Lebensversicherung

Das Bundesfinanzministerium geht in die Offensive. Jetzt soll rasch ein Gesetzentwurf zur Lebensversicherung vorgelegt und verabschiedet werden. Darin reformiert Berlin die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven, wie von der Branche verlangt – plant aber auch Änderungen, die von den Versicherern abgelehnt werden. Der Garantiezins soll zum 1. Januar 2015 von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent sinken. Abschlusskosten sollen nur noch verringert bilanziell angerechnet werden können.

Gewinnaussicht statt Garantie

Die deutsche Versicherungsbranche ist scharf gespalten: Sollen die Gesellschaften an den traditionellen Lebensversicherungspolicen mit Garantiezins festhalten – oder benötigen sie neue Angebote, die einerseits weniger Kapitalbedarf haben, andererseits eher auf heutige Kundenbedürfnisse eingehen? Wir nehmen die neuen Konzepte unter die Lupe.

Ärztepräsident fordert Staatshaftung

Um die steigenden Berufshaftpflichtprämien in der Geburtshilfe in den Griff zu bekommen, hat der Präsident der Bundesärztekammer ein Bündel von Maßnahmen vorgeschlagen. Frank Ulrich Montgomery plädiert für die Einführung einer Staatshaftung, eine Absenkung oder Abschaffung der Versicherungssteuer und den Verzicht der Krankenkassen auf Regresse bei den Behandlungskosten nach Geburtsschäden.

Assekurata sieht keine Trendumkehr bei PKV-Versicherten

Ein Ende des Rückgangs der Vollversicherten in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist nach Meinung des Ratingagentur Assekurata in diesem Jahr nicht zu erwarten. Trotz dieser Entwicklung gibt es aber zahlreiche Unternehmen, die ihre Kundenzahl in diesem Bereich in den vergangenen Jahren erhöhen konnten. Ganz vorne stehen dabei Debeka, HanseMerkur und Axa/DBV.

Signal Iduna plant weitere Kostensenkung

Der Versicherungskonzern Signal Iduna plant nach Informationen von Versicherungsmonitor und Süddeutscher Zeitung ein neues Effizienzprogramm, das von 2015 bis 2017 laufen soll. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet einen möglichen Arbeitsplatzabbau, Signal Iduna-Chef Ulrich Leitermann betont, dass es nicht einfach um ein Sparprogramm geht.

Versicherungsvermittlung: Nur ein Tipp?

Legal Eye – die Rechtskolumne: Auf der Suche nach neuen Vertriebskanälen setzen Versicherer immer wieder auf Kooperationen mit Handelsketten oder Onlinehändlern. Die Kooperationspartner sollen dabei lediglich als sogenannte Tippgeber und nicht als Versicherungsvermittler auftreten. Solchen Praktiken hat der Bundesgerichtshof Grenzen gesetzt. Künftig bedarf es noch größerer Sorgfalt bei der Ausgestaltung des Vertriebs, damit die Grenze zur erlaubnispflichtigen Versicherungsvermittlung nicht überschritten wird.

Neue Bedrohung für die Assekuranz

Was die Woche bringt: An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Diskussion über staatliche Haftung für Fehler in der Geburtshilfe auf dem Deutschen Ärztetag, Bilanzpressekonferenz von Hanse Merkur und Continentale.

Gerlach: Übernahme der Provinzial-Vertriebe nicht geplant

Der westfälisch-lippische Sparkassenpräsident Rolf Gerlach hat bestritten, dass die Sparkassen an eine Übernahme des Vertriebs oder der Bestände der Provinzial Nordwest denken. Ein Verkauf der Provinzial Nordwest stehe nicht zur Debatte, sagte Gerlach und wollte damit beruhigend in die Diskussion über die Zukunft des Versicherers eingreifen.

Herbert Fromme

Rot-grüne Planspiele der Sparkassenfürsten

Herbert Frommes Kolumne: Die Auseinandersetzungen bei der Provinzial Nordwest in Münster drehen sich dem Vernehmen nach um zwei Streitpunkte: Die Sparkassen wollen noch stärkeren Einfluss auf die Vertriebe des Versicherers, und sie verlangen mehr Enthusiasmus vom Vorstand der Provinzial in der Debatte um die Rechtsform des Versicherers. Sparkassenpräsident und Provinzial-Aufsichtsratschef Rolf Gerlach bestreitet das. In der Vertriebsfrage ist die Debatte nicht auf Münster beschränkt. Sparkassenpräsidenten lassen regelmäßig durchrechnen, ob nicht ein Vertrieb nur über die Sparkassen günstiger für sie wäre.

Schaden/Unfall steht hoch im Kurs

Angesichts der schwierigen Lage in der Lebensversicherung werden sich mehr Anbieter auf die Schaden-/Unfallversicherung konzentrieren, erwartet die Ratingagentur Assekurata. Der Wettbewerb in der Sparte wird sich damit verstärken. Assekurata rechnet aber nicht mit großflächig sinkenden Prämien.

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