Versicherer neigen zu zwei gefährlichen Reflexen: zur Trendblindheit, also wir hoffen, dass der Hype vorbei geht, und zur Trendpanik. Wir fangen x Innovationen gleichzeitig an und beenden sie in sechs Monaten wieder leise. Beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) werden die meisten nicht an zu wenig Experimenten scheitern, sondern an unscharfen Entscheidungen, wofür sie KI überhaupt einsetzen. Wer Wirkung will, braucht einen klaren Filter, keinen Aktionismus, schreibt Thomas Rodewis, Chief Innovation Officer der Versicherungskammer.
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D&O-Versicherung: Zwischen Rhetorik, dem geschriebenen Wort und der Realität
Die D&O-Versicherer sollten alles daransetzen, ihre vertraglichen Zusagen einzuhalten, um nicht das Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit der D&O-Versicherung zu gefährden. Das gilt analog für die Vertrauensschaden-Versicherer. Leider sind immer wieder Diskrepanzen zwischen den Versicherungsbedingungen und dem Verhalten der Versicherer im Schadenfall zu beobachten, schreibt Stefan Steinkühler, Rechtsanwalt und Experte für Managerhaftung.
Zurich: Beazley und Run-off
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Jahreszahlen des Zurich-Konzerns
Lohrmanns Verunsicherung: Die Geister, die ich rief
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Die Geister der Vergangenheit suchen D&O-Versicherer heim.
Neue Töne von Versicherungschefs, weiter so vom GDV
Stefanie Schlick, Chefin der Sparkassenversicherung Sachsen, und Axa-Deutschlandchef Thilo Schumacher fanden beim SZ-Versicherungstag Anfang Februar deutliche Worte zur Lage der Branche. GDV-Präsident Norbert Rollinger dagegen glaubt, dass eigentlich alles in Ordnung ist. In der Branche hat endlich die längst überfällige Diskussion begonnen, schreibt Herbert Fromme.
KI-Risiken neu bewerten: Was das künftige Produkthaftungsgesetz für Versicherer bedeutet
Die neue Produkthaftungsrichtlinie und ihre künftige Umsetzung in einem überarbeiteten deutschen Produkthaftungsgesetz werden die Anforderungen für den rechtssicheren Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Versicherungsbranche grundlegend verschärfen. Zudem gilt es, die neuen Anforderungen der KI-Verordnung umzusetzen. Für Versicherer kommt es jetzt darauf an, sich wertvollen Compliance-Vorsprung zu sichern und ihre Position im Wettbewerb um seriöse und vertrauenswürdige KI-Produkte zu stärken, schreiben Benedikt Kohn und Christian Zander von der Kanzlei Taylor Wessing.
KI als Risikotreiber und strategischer Wettbewerbsfaktor
Künstliche Intelligenz verändert die Versicherungswirtschaft auf mindestens zwei Ebenen zugleich: Sie schafft neue, teils schwer kalkulierbare Risiken. Und sie beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit – und damit auch die Erwartungen von Unternehmenskunden, schreibt Tina Baacke, Chefin für Deutschland und Österreich bei Swiss Re Corporate Solutions.
Der Mythos vom Ende der Bestandssysteme
Künstliche Intelligenz (KI) wird die Versicherungsbranche radikal verändern – doch Bestandsverwaltungssysteme bleiben das stabile Fundament. Agenten übernehmen Kommunikation und Prozesse, aber Kernlogik, Tarifierung und Regulierung bleiben deterministisch. Wer glaubt, KI wird alte Systeme einfach ablösen, irrt, schreibt Andrea van Aubel, Aufsichtsrätin des Softwareherstellers MSG Nexinsure AG. Agenten können nur dann echten Nutzen erzeugen, wenn sie auf moderne, API‑fähige Kernsysteme treffen.
Reform der Produkthaftung: Herausforderungen für die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung
Technologische Entwicklungen und veränderte Wertschöpfungsketten stellen die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung vor Herausforderungen. Digitale Produkte und Services, KI-gestützte Anwendungen sowie globale Lieferketten verändern die Risikolandschaft und machen eine Anpassung bestehender Deckungskonzepte erforderlich. Auch die regulatorischen Entwicklungen – insbesondere die Reform des EU-Produkthaftungsrechts sowie die zunehmende Regulierung im Bereich des öffentlichen Produktsicherheitsrechts – müssen die Versicherer bei der Produktgestaltung berücksichtigen, schreibt Dan Schilbach, Counsel bei der Kanzlei Clyde & Co.
Die Bilanz-Saison startet
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Talanx-Geschäftszahlen für 2025 und das versicherungsmathematische Pressefrühstück der aktuariellen Beratungsgesellschaft MSK
Lohrmanns Verunsicherung: Problemlöser
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Der KI-Hammer soll es richten
Warum die Software-Krise die Versicherer beunruhigen sollte
Viele Versicherer stecken mitten in milliardenschweren IT-Modernisierungen. Sie setzen auf etablierte Softwareanbieter, die Kernsysteme, Schadenbearbeitung, Bestandsführung und Datenanalyse liefern. Ausgerechnet diese Anbieter geraten derzeit an den Börsen unter Druck. Die Kurse wichtiger Softwarefirmen sind deutlich gefallen, nicht nur die von Versicherungsspezialisten. Investoren bezweifeln zunehmend, ob ihre Geschäftsmodelle im Zeitalter der künstlichen Intelligenz dauerhaft sind, schreibt Herbert Fromme.
Commercial Courts in Deutschland: Neue Wege für Haftpflichtversicherer
Im vergangenen Jahr hat Deutschland an ausgewählten Gerichten sogenannte Commercial Courts eingeführt. Sie sollen komplexe wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten effizient und kompetent verhandeln. Ihre Nutzung ist freiwillig, der Streitwert muss mindestens 500.000 Euro betragen. Versicherer müssen hier abwägen. Es gibt große Chancen, etwa durch die Internationalität und höhere Vertraulichkeit, aber auch Risiken, schreibt Sven Holzhauer, Teamleiter für den Bereich Architekten- und Ingenieurshaftpflicht bei Pro Global.
Warum 2026 der KI‑Durchbruch gelingt
2026 ist mehr als der nächste Hype-Zyklus und als ein weiteres KI-Jahr mit ein paar zusätzlichen Chatbots. Es wird das Jahr, in dem KI in der Versicherungsbranche von der netten Marketing-Folie oder dem kleinen Piloten zur festen Infrastruktur wird, schreibt Simon Moser, Mitgründer und CEO des KI-Spezialisten Muffintech.
Wenn Zuhören zum Wettbewerbsvorteil wird
Zu oft bedeutete Digitalisierung bislang im Kundenservice Standardisierung – und damit eher schlechtere statt besserer Servicequalität. Doch die Zukunft des Kundenservice liegt nicht darin, schneller zu sprechen, sondern besser zuzuhören. Voice AI, eine künstliche Intelligenz, die Menschen versteht und mit ihnen kommuniziert, kann genau das ermöglichen, wenn wir sie als Werkzeug für Verständlichkeit, Nähe und Relevanz begreifen, schreibt Sylvia Eichelberg, Chief Operating Officer der Barmenia Gothaer.












