Ransomware-Attacken und kompromittierte Geschäfts-E-Mails machen dem Cyberdienstleister Perseus derzeit am meisten zu schaffen. Wenn IT-Systeme gekapert werden, kann das schnell zur Existenzbedrohung werden, sagt Sören Brokamp, Geschäftsführer des Cyberdienstleisters Perseus. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutert er, was er mit Perseus vorhat, wie die Zusammenarbeit mit den Gesellschaftern aussieht und was bei vielen Firmen im Umgang mit Cybergefahren das größte Problem ist.
Industrieversicherung
GVNW-Umfrage zeigt: Preiswende bei D&O noch nicht in Sicht
Die Preisentwicklung in der D&O-Versicherung ist ein Dauerthema – steht der weiche Markt schon vor dem Ende oder sinken die Prämien weiter? Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft hat seine Mitglieder befragt. Während sich bei den Preisen keine Wende abzeichnet, gibt es bei den Schäden einen klaren Trend.
Chubb soll US-Rückversicherungsprogramm für Schiffe führen
Chubb soll als führender Versicherer des 20 Mrd. Dollar (17 Mrd. Euro) schweren maritimen Rückversicherungsprogramms der US International Development Finance Corporation (DFC) fungieren, das nach Ansicht der USA die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der aktuell nicht befahrbaren Straße von Hormus ermöglichen soll. Chubb und die DFC haben zudem weitere, aus den USA stammende Versicherer ausgewählt, die Kapazitäten bereitstellen. Die iranischen Angriffe auf Schiffe in der Golfregion gehen derweil weiter.
Gallagher und Nepomuk Loesti trennen sich
Nepomuk Loesti, seit zwei Jahren Chief Commercial Officer für Kontinentaleuropa beim US-Makler Gallagher, hat nach Informationen des Versicherungsmonitors das Unternehmen verlassen. Der Makler hat gerade erst mit dem Bremer Spezialmakler Krose einen im Markt vielbeachteten Zukauf gestemmt.
D&O: Neue Lösungen für den Anfechtungsverzicht gesucht
Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln zum Anfechtungsverzicht in der D&O-Versicherung hat den Markt aufgerüttelt. Kunden sind verunsichert, Versicherer suchen nach Lösungen. Auf der Financial-Lines-Tagung des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft diskutierten Branchenvertreter über die Folgen des Urteils. Ein Versicherer sieht sich nicht betroffen.
Neue Köpfe in der DACH-Führung von Allianz Trade
Der Kreditversicherer Allianz Trade hat die Führungspositionen in den Bereichen der Vertrauensschadenversicherung und Bürgschaften der Regionen Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) mit Jörg Eisenhauer und Rick Lemke neu besetzt. Außerdem: Juan Beer, langjähriger Chef der Zurich Schweiz, hat sein Amt niedergelegt, ein Interimsnachfolger übernimmt. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei Aon, HDI Global, Axa XL und Marsh.
Cyberversicherer bleiben vorsichtig, Preise entspannen sich
Um die IT-Sicherheit von Unternehmen ist es – auch dank regulatorischer Anforderungen – immer besser bestellt. Dadurch hält sich der Anstieg des Schadenvolumens trotz stetig zunehmender Schadenfrequenz in Grenzen. Für die Cyberversicherer bleibt Vorsicht aber weiter das Gebot der Stunde, die Limite gehen daher nur moderat nach oben, hieß es bei einer Fachtagung des GVNW. Eine aktuelle Umfrage des Verbands zeigt, dass die Preise bei der jüngsten Erneuerung stabil bis leicht rückläufig waren.
Commercial Courts für die Cyberversicherung bislang kein Thema
In der Cyberversicherung, einer jungen Sparte mit ausgeprägter Bedingungsvielfalt und hoher Dynamik, gibt es zwar durchaus Konflikte zwischen Versicherern und Kunden, bislang aber nur wenig Gerichtsentscheidungen. Die neuen, bei Oberlandesgerichten angesiedelten Commercial Courts zur schnellen Klärung von Streitigkeiten dürften daran nicht viel ändern, wurde bei einer Fachkonferenz des GVNW deutlich. Ein großer Vorteil dieser Spezialsenate ist für die Akteure in der Cyber-Sparte jedoch insbesondere die Prozessführung auf Englisch.
D&O: „Der weiche Markt geht langsam zu Ende“
Ein Ende der Preissenkungen in der D&O-Versicherung ist näher als viele Marktvertreter glauben, erwartet Christian Bonn, Underwriting Manager für Financial Lines in Deutschland beim Industrieversicherer Axa XL. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt er, warum Großschäden allein den Markt nicht drehen, was zunehmende Regulierung für die Sparte bedeutet und welche Folgen das jüngste Urteil zum Anfechtungsverzicht für die D&O-Versicherung hat.
Gräfer: „Wir sind da als Branche einfach nicht gut“
Die Erfahrungswerte aus der Vergangenheit reichen nicht mehr aus, um der steigenden Schadeninflation in der Versicherungsbranche zu begegnen, waren sich Expertinnen und Experten bei einem Pressegespräch der Versicherungsforen Leipzig einig. Um eine langfristige Versicherbarkeit zu gewährleisten, sind neben Prävention grundsätzliche Kostensenkungen durch Digitalisierung erforderlich. Die Branche mache dabei derzeit keinen guten Job und müsse grundlegend umdenken, warnte Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen.
Willis: Mehr Wettbewerb im Industriegeschäft
Für Unternehmen kann es sich angesichts des verbesserten Marktumfelds in der Industrieversicherung lohnen, ihre Versicherungsprogramme zu überprüfen. Das empfiehlt der Makler und Risikoberater Willis. Angesichts mehr Wettbewerbs in verschiedenen Sparten lassen sich potenziell bessere Bedingungen aushandeln – zumindest für Unternehmen, die ihre Risiken gut kennen und professionell managen.
USA: Rückversicherung für Schiffe soll 20 Mrd. Dollar betragen
Die USA wollen für Schiffe in der Golfregion eine „maritime Rückversicherungslösung“ von bis zu 20 Mrd. Dollar (17,5 Mrd. Euro) bereitstellen, die auch Kriegsrisikodeckungen beinhaltet. Die US International Development Finance Corporation, über die das Versicherungsprogramm laufen soll, ist überzeugt, damit die durch den Iran-Krieg zum Erliegen gekommenen Transporte von Öl und Gas auf dem Seeweg durch die Straße von Hormus wieder ans Laufen zu bringen. Experten bezweifeln das.
Iran-Krieg: Versicherer werden vorsichtiger bei Political-Risk-Deckungen
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die damit einhergehende Instabilität der Region hat auch Auswirkungen auf die sogenannten SRCC-Deckungen, die Schäden durch Streiks, Aufstände und zivile Unruhen abdecken (Strikes, Riots, Civil Commotion). Makler berichten von ersten Kündigungen der Verträge durch die Versicherer und zunehmender Vorsicht bei Neuabschlüssen. Die Versicherer selbst zeigen sich eher zugeknöpft.
Allianz Commercial lagert Entertainment-Underwriting an Reel Media aus
Der Industrieversicherer Allianz Commercial richtet das Geschäft mit Entertainment-Versicherungen neu aus. Künftig übernimmt der Assekuradeur Reel Media das Underwriting für das internationale Portfolio außerhalb der USA. Die Allianz bleibt dabei Risikoträger und stellt weiterhin ihre Kapazität über Allianz Global Corporate & Specialty zur Verfügung. Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, das Angebot im Bereich Film-, Produktions-, Veranstaltungs- und Sportversicherungen auszubauen und Kunden sowie Maklern einen zentralen Ansprechpartner zu bieten.
Gallagher Re: Cyber- und Sach-Rückdeckungen kombinieren
Kombinierte Cyber- und Property-Rückdeckungen können eine praktikable Lösung darstellen, um den wachsenden Bedarf an Schutz gegen extreme Cyberereignisse zu decken, glaubt der Rückversicherungsmakler Gallagher Re. In einem Whitepaper zeigt er auf, wie die Verbindung von Cyber-Tail-Risiken mit unkorrelierten Sachkatastrophenrisiken die Preise für die Zedenten verbessern und die Effizienz steigern kann. Das Papier hebt auch die wachsende Rolle der Insurance-Linked Securities (ILS) und der Cyber-Katastrophenanleihemärkte hervor.














