Bildergalerie Die als Angreifer angetretenen Insurtechs sind bislang nicht zu einer Bedrohung für die alteingesessenen Anbieter geworden. Dennoch steigt der Digitalisierungsdruck auf die Branche, waren sich die Rednerinnen und Redner beim Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors einig. Sie diskutierten bei der Kurzkonferenz am 16. November darüber, welche Rolle Standardsoftware spielen wird und warum mittelgroße Versicherer noch so träge sind.
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Warum die Insurtech-Bilanz so schwach ausfällt
Sie waren angetreten, den Platzhirschen das Geschäft streitig zu machen – passiert ist wenig. Die Insurtechs mit Versicherungslizenz haben bislang kaum Erfolgsgeschichten hervorgebracht. Warum das so ist, erklärte der ehemalige Ergo-Vorstand und Professor an der TH Köln Torsten Oletzky auf dem Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors. Er sprach auch darüber, warum es heute de facto unmöglich ist, in Deutschland einen neuen lizenzierten Versicherer aufzubauen und warum einige Wefox-Investoren möglicherweise Geld verlieren werden.
BVK kritisiert schleppende Regulierung
Der Vermittlerband BVK kritisiert lange Bearbeitungszeiten in den Schadenabteilungen der Komposit-Versicherer. Vor allem in der Gebäudeversicherung gebe es Verbesserungsbedarf, sagte Vizepräsident Andreas Vollmer. Bei der geplanten EU-Kleinanlegerstrategie zeigt sich der Verband vorsichtig optimistisch. Der Rechtswissenschaftler Christoph Brömmelmeyer erläuterte seine Einschätzung, warum der Kommissionsvorschlag kein Provisionsverbot für Makler vorsieht.
Marsh vereinfacht Versicherung von Getreideschiffen
Marsh McLennan will Getreideexporte der Ukraine über das Schwarze Meer erleichtern. In Zusammenarbeit mit der ukrainischen Regierung, mehreren Banken und dem Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hat das Unternehmen eine gebündelte Versicherung über die neue Facility Unity organisiert. Sie soll es der für die Ukraine wichtigen Getreidewirtschaft erleichtern, ihre Transporte über das Schwarze Meer kostengünstig und gebündelt zu versichern.
Roland komplettiert Führungsriege
Leute – Aktuelle Personalien Mit der Berufung von Tarja Radler (Mitte) und Andreas Tiedtke (rechts) als neue Vorstände von Roland Rechtsschutz ist das Führungsgremium um den neuen Chef Tobias von Mäßenhausen (links) komplett. Außerdem: Die Allianz-Tochter Allianz Partners hat eine neue Chefin für den Bereich Travel. Rocco Strauß wird neuer Leiter des Gesamtvertriebs bei Fonds Finanz. Der neue COO des Spezialisten für Gebrauchtwagengarantien Intec kommt direkt vom strategischen Partner Element, und Hans Martin Døhlen ist neuer Managing Director für Pro MGA Global Solutions in Europa.
Kooperation statt Kampf
Kooperationen werden für Insurtechs immer wichtiger. Wer das nicht einsehe und weiterhin glaube, alles selbst zu können, werde am Ende von den wirtschaftlichen Zwängen eingeholt. Das sagen Laura Kauther, Commercial Director bei Element, und Hanna Bachmann, Mitgründerin von Hepster. Ihre beiden Unternehmen haben jüngst eine Zusammenarbeit verkündet – sie sei noch viel besser gelaufen als erwartet. Entscheidend sei der höhere Nutzen für die Kunden.
Innovationen zum Anfassen
Digitale Trends 2024 Neue digitale Technologien schüren mitunter Berührungsängste und erfahren Ablehnung. Um Vorurteile abzubauen und einen Zugang zu hilfreichen technischen Neuerungen zu schaffen, hat die Versicherungskammer Bayern den Innovation Xperience Room geschaffen, der Mitarbeitende und Gäste an digitale Innovationen heranführen soll. Aber auch kreative Arbeit wird dort erledigt.
VKB emittiert erste Katastrophenanleihe
Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hat sich einem Medienbericht zufolge zum ersten Mal am Markt für Katastrophenanleihen betätigt. Über seine in Dublin gegründete Spezialgesellschaft King Max Re, eine Reminiszens an den bayerischen König Max I., gibt der öffentliche Versicherer eine Anleihe mit einem Volumen von 150 Mio. Euro an Investoren aus. Kommentieren wollte die VKB diesen Vorgang allerdings nicht.
Wirtschaftsrisiken dominieren Sorgen-Liste der G20
Entscheidungsträger aus der Wirtschaft halten einen Konjunkturabfall, die Inflation und die Erosion des sozialen Zusammenhalts für die größten Gefahren für die G20-Staaten. Das hat eine aktuelle Umfrage des Weltwirtschaftsforums unter Entscheidungsträgern ergeben, an der Marsh und Zurich mitgewirkt haben. Bedenklich finden sie, dass Umweltrisiken und technologische Risiken fast vollständig in den Hintergrund gerückt sind. Marsh und Zurich warnen davor, die Risiken durch Cyberangriffe oder künstliche Intelligenz zu unterschätzen.
Ottonova mit neuen Kooperationspartnern
Der digitale Krankenversicherer Ottonova hat eine Zusammenarbeit mit dem Notarversicherungsverein geschlossen und bietet künftig betriebliche Krankenversicherungen für Beschäftigte dieser Berufsgruppe an. Außerdem kooperiert das Münchener Unternehmen im Bereich psychische Erkrankungen mit dem Start-up Peers, das sich auf mentale Gesundheit spezialisiert hat.
Cogitanda-Chef Wälder überraschend gestorben
Der Gründer und Chef des Cyber-Spezialisten Cogitanda Jörg Wälder ist tot. Der 60-Jährige starb überraschend, wie das Unternehmen bekannt gab. Wälder gründete Cogitanda 2016, war seitdem CEO und verantwortete die Expansion, die zuletzt auch ins Ausland führte. Seine Nachfolge übernimmt „bis auf Weiteres“ Jens Lison. Der erfahrene Versicherungsmanager ist erst seit September als Group Chief Insurance Officer bei dem Assekuradeur aktiv.
Mobilversichert bietet automatisierte Vertragsoptimierung
Exklusiv Mobilversichert hat seine Plattform um eine neue Funktion erweitert: Makler können ihre Vertragsbestände auf Optimierungsbedarf überprüfen und ihren Kunden danach die neueste Tarif-Generation vorschlagen oder Angebote anderer Versicherer unterbreiten. Außerdem vermeiden sie so Haftungsrisiken, die aus veralteten Verträgen resultieren.
VM-Maklerranking: Aon und Ecclesia weit vorne
Exklusiv Die Makler Aon und Ecclesia führen das Maklerranking des Versicherungsmonitors mit großem Abstand an. 2021 hatte Ecclesia knapp die Nase vorn, 2022 Aon. Das dürfte auch 2023 so bleiben. Beide haben einen komfortablen Vorsprung vor dem Drittplatzierten Funk. Die große Maklerkonsolidierung der vergangenen Jahre hat sich noch nicht in der Marktführerschaft niedergeschlagen, aber das ist nur eine Frage der Zeit.
Regierung plant Öffnung der Nahles-Rente
Die Regierung plant eine Überarbeitung des Betriebsrentenstärkungsgesetz und im Zuge dessen eine Öffnung des als Nahles-Rente bekannten Sozialpartnermodells für nicht-tarifgebundene Unternehmen. Das sagte der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Rolf Schmachtenberg auf der Handelsblatt-Tagung betriebliche Altersversorgung in Berlin. Die Regierung hat sich im Koalitionsvertrag zu dem Modell bekannt, bei dem die Arbeitgeberhaftung wegfällt und fixe Garantien verboten sind. Vertreter aus der Chemiebranche berichteten über erste Erfahrungen.













