Exklusiv Paukenschlag im Düsseldorfer Ergo-Turm: Der konzerneigene Digitalversicherer Nexible verabschiedet sich in seiner bisherigen Kernsparte Kfz-Versicherung aus dem Neugeschäft. „Das Kfz-Geschäft hat unsere Ertragserwartung nicht erfüllt“, sagte Ergo-Digitalvorstand Mark Klein dem Versicherungsmonitor. Die seit 2017 aktive Gesellschaft hatte ihre Schaden- und Kostenquote zuletzt verbessert, das reichte aber offenbar nicht. Nexible soll sich künftig auf Reiseversicherungen sowie Zusatzpolicen im Gesundheitsbereich konzentrieren.
Nachrichten
HDI will die Energiewende unterstützen
Um die Energie aus Sonne oder Wind sinnvoll zu nutzen, bedarf es nicht nur Solarzellen und Windräder, sondern auch Batterien, die die Energie speichern. Bisher ist die Absicherung dieser Energiespeicher schwierig, vor allem weil es nicht genügend Informationen zu den Risiken gibt. Das will der Versicherer HDI durch eine Kooperation mit dem Spezialunternehmen Accure ändern. Mit den neuen Daten will der Versicherer auch neue Policen entwickeln. Damit sollen erneuerbare Energien attraktiver für Unternehmen werden.
Neue Chefin für die Nürnberger-Personenversicherer
Leute – Aktuelle Personalien Katja Briones-Schulz wird bei der Nürnberger im kommenden Jahr Nachfolgerin des für die Personenversicherung zuständigen Vorstands Harald Rosenberger, der nach der Hauptversammlung 2023 Konzernchef wird. Mit Thomas Reimer hat die Gruppe zudem einen neuen IT-Verantwortlichen. Außerdem: Desmond Field-Corbett steigt bei der Allianz Direct vom Chief Information Officer zum Chief Technology Officer auf, und die Vienna Insurance Group hat einen Nachfolger für die Vorstandsvorsitzende Elisabeth Stadler ausgesucht, die im kommenden Jahr in den Ruhestand geht.
Makler Global kauft Prinas Montan
Eine weitere Übernahme auf dem deutschen Maklermarkt: Die Kölner Maklergruppe Global übernimmt den Makler Prinas Montan. Verkäuferin ist die Degussa-Bank, die den Makler im Frühjahr zum Verkauf gestellt hatte und selbst gerade übernommen wird. Mit Prinas Montan gewinnt Global einen Spezialisten für das Belegschaftsgeschäft mit guten Beziehungen zu vielen Konzernen im Ruhrgebiet. Den Finanzinvestor Summit Partners, der Global finanziert, dürfte das freuen.
Ergo mit Amazon in Italien und Spanien
Die Munich Re-Tochter Ergo verkauft jetzt Policen für Elektrogeräte und andere Gegenstände auf den Amazon-Plattformen für Italien und Spanien. Das sogenannte Annex-Geschäft wird für den Düsseldorfer Konzern immer wichtiger. Auch in anderen Ländern arbeitet der Versicherer mit dem Online-Händler zusammen, dazu gehören Deutschland und Österreich. Zahlen zu der Zusammenarbeit will das Unternehmen nicht nennen. Für die Händler sind die Angebote lukrativ, weil Entscheidungen von Kunden ohne großen Vertriebsaufwand getroffen werden und hohe Provisionen fließen.
Courtagen steigen, Makler optimistisch
Trotz des turbulenten bisherigen Jahresverlaufs zeigen sich die deutschen Versicherungsmakler weitgehend zuversichtlich. Der aktuellen Mitgliederbefragung des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler zufolge ist der Großteil der Vermittler mit der Geschäftslage und der Gewinnsituation zufrieden. Das hat vor allem mit den steigenden Courtage-Einnahmen zu tun, insbesondere in den Schaden- und Unfallsparten. Immerhin knapp 60 Prozent erwarten auch für das kommende Jahr steigende Einnahmen.
Makler: „Wechselseitige Bockigkeit hilft nicht“
Die Makler können den Frust der Industriekunden über die schwierige Marktsituation und Reaktionen wie die Gründung eines eigenen Cyberversicherers verstehen. Bei sich selbst sehen sie dafür jedoch keine Verantwortung. „Wir sind eben die Überbringer der schlechten Nachrichten“, erklärte Thomas Haukje, Präsident des Bundesverbands Deutscher Makler, das Dilemma seiner Branche. Er appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Versicherer – allerdings nicht beim Thema Nachhaltigkeit, da sollten sie nicht schneller sein als die Politik.
Rezeptbuch für den Umgang mit Klimarisiken
Hat der Klimawandel Auswirkungen auf die Risiko-Lebensversicherer? Und wie. Denn die Steigerung der globalen Temperatur wird schon ab 2030 für über 65-Jährige im Sommer zu einer Erhöhung der Sterblichkeit führen. Andererseits kann auch die Langlebigkeit durch die milderen Wintertemperaturen zunehmen. Beides sind Risiken für Lebensversicherer. Das ist ein Beispiel für die gründliche Analyse der Situation von Versicherern angesichts des Klimawandels, die von der Geneva Association vorgelegt wurde. Es handelt sich im besten Sinne um ein Rezeptbuch, wie Versicherer angesichts aufsichtsrechtlicher Vorgaben und Investorenforderungen mit dem Klimawandel umgehen können.
Eine Fahrradversicherung für Porsche
In Kooperation mit dem Sportwagenhersteller Porsche startet der britische Anbieter von Fahrradversicherungen Laka auf dem deutschen Markt. Das Insurtech ist der Versicherer der exklusiven E-Bikes von Cyklaer, die Porsche mitentwickelt hat. Außerdem hat der Autohersteller über seine Tochter für Wagniskapital in das Start-up investiert. Laka will mit einem innovativen Ansatz zur Prämienkalkulation punkten. Dabei gehen die Ambitionen offensichtlich über die Fahrradversicherung hinaus.
ESG auf unsicheren Wegen
Schlechte Nachrichten für Risikomodellierer und Versicherer: ESG-Risiken (Environmental, Social und Governance) werden auch in Zukunft mit einer hohen Unsicherheit verbunden sein. Das sagte Rainer Sachs, Inhaber des Think Tanks und Beratungsunternehmens Sachs Institut, auf einer Fachtagung der Finanzaufsicht BaFin zum Thema Sustainable Finance. Dementsprechend bedarf es neuer Methoden und Modelle. Chef-Versicherungsaufseher Frank Grund sieht die ESG-Regulierung als „Work in Progress“.









