Ausnahmsweise einmal Lob von der Klimaschutzinitiative Insure Our Future für die Munich Re: Die Umweltschützer begrüßen den Entschluss des Rückversicherers, keine Deckung mehr für neue LNG-Terminals zu geben, wenn es um die Erschließung neuer Gasfelder geht. Das Update ihrer Strategie hatte die Munich Re allerdings bereits zum Jahresanfang veröffentlicht – nur wenige Wochen, nachdem sie mit einem nach Meinung von Klimaschützern wenig ambitionierten Klimaplan an die Öffentlichkeit gegangen war.
Rückversicherer
MSK: Captives sind gekommen, um zu bleiben
Firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, werden für Unternehmen immer beliebter, um Risiken zu managen. Laut der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) gab es in den vergangenen zwei Jahren in Europa 60 Captive-Gründungen. Das Prämienvolumen steigt kontinuierlich, wenn auch langsamer als der Gesamtmarkt.
Talanx steigert Gewinn um 25 Prozent
Einmal mehr meldet die Talanx einen Rekordgewinn: Nach vorläufigen Zahlen haben die Hannoveraner 2025 einen Überschuss in Höhe von 2,48 Mrd. Euro erzielt. Dabei profitierte der Versicherer unter anderem vom Schadenverlauf im zweiten Halbjahr. Die Hurrikan-Saison war für die Branche im vergangenen Jahr deutlich glimpflicher ausgefallen als im langjährigen Durchschnitt. Für 2026 peilt Talanx einen Gewinn von rund 2,7 Mrd. Euro an.
Rückversicherer nicht belastet durch Wintersturm „Fern“
Die Ratingagentur Fitch erwartet durch den Wintersturm „Fern“ in den USA keine Auswirkungen auf die Rückversicherer. Der erwartete versicherte Schaden von bis zu 7 Mrd. Dollar (6 Mrd. Euro) sei nicht hoch genug, um die Attachment Points zu erreichen, also die Schwellenwerte, ab denen der Rückversicherer einspringt. Folgen hat der Sturm aber wohl für zahlreiche Kunden in den besonders betroffenen Gebieten, die jetzt mit höheren Prämien rechnen müssen.
BaFin will Auffangeinrichtung für Schaden- und Unfallversicherer
Die Pleite des Versicherungs-Start-ups Element führt die Finanzaufsicht BaFin zu dem Schluss, dass der Umgang mit strauchelnden Schaden- und Unfallversicherern in Deutschland nicht optimal geregelt ist. Auch für sie sollte es einen Sicherungsfonds geben, forderte Versicherungsaufseherin Julia Wiens beim SZ-Versicherungstag. Bislang gibt es hierzulande nur Auffangeinrichtungen für Lebensversicherer und private Krankenversicherer. Die Branche und die BaFin hatten sich auf internationaler Ebene bislang gegen einen Zwangs-Rettungsfonds für die Schaden- und Unfallversicherung ausgesprochen.
Hannover Rück steigert Gewinn auf 2,6 Mrd. Euro
Die Hannover Rück zeigt sich trotz rückläufiger Preise mit dem Ergebnis der Januar-Erneuerungsrunde in der Schadenrückversicherung zufrieden. In einem herausfordernden Umfeld sei es gelungen, profitabel zu wachsen, sagte Vorstandschef Clemens Jungsthöfel. Besonders stark gingen die Preise bei Naturkatastrophendeckungen zurück. Sein Gewinnziel für 2025 von 2,6 Mrd. Euro hat Hannover Rück nach vorläufigen Zahlen erreicht.
Cyber: Bußgelder steigen und sind teils ungedeckt
Unternehmen in der EMEA-Region sehen sich steigenden finanziellen und regulatorischen Risiken durch zunehmende Cyberkriminalität gegenüber. Laut einem aktuellen Bericht des Großmaklers Aon und der Kanzlei A&O Shearman erhöht sich mit der Anzahl von Cybervorfällen und strengeren gesetzlichen Vorgaben die Wahrscheinlichkeit hoher Bußgelder für Unternehmen und ihre Führungskräfte erheblich. Die Absicherung von Strafzahlungen ist jedoch oft ungeklärt und hängt stark von der jeweiligen Rechtsordnung in den unterschiedlichen Staaten ab.
Scor wächst stark bei Alternative Solutions
Trotz des wettbewerbsintensiven Marktumfelds konnte sich der Rückversicherer Scor in der Erneuerungsrunde im Januar 2026 gut behaupten. Das Unternehmen führt dies auf diszipliniertes Underwriting und ein selektives Rückversicherungsportfolio zurück. Ein besonders starkes Wachstum konnte Scor im Bereich Alternative Solutions verzeichnen. Ein Ende der Preisnachlässe sieht der Rückversicherer noch nicht.
Übernahme: Zurich einigt sich mit Beazley
Die Zurich steht kurz vor der lang ersehnten Übernahme des Spezialversicherers Beazley: Der Verwaltungsrat der Briten hat sich mit dem Schweizer Versicherer über die Konditionen geeinigt und rät den Beazley-Aktionären jetzt, das von Zurich nachgebesserte Angebot anzunehmen. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Unternehmen hervor.
S&P: Versicherer wachsen trotz Handelskonflikten
Handelskonflikte, insbesondere durch Zölle und Protektionismus, belasten das globale Wirtschaftswachstum 2026 erheblich. Versicherern und Rückversicherern in Europa prognostiziert die Ratingagentur S&P allerdings eine stabile Nachfrage. Aber auch sie sind vor Kapitalmarktverwerfungen nicht gefeit. Trotz geopolitischer Risiken und starker Preisnachlässe in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar dieses Jahres sieht S&P die Rückversicherer gut aufgestellt.
Ulf Mainzer: Von der Ergo in die FDP
Ex-Ergo-Vorstand Ulf Mainzer will sich politisch engagieren und kandidiert für den Vorsitz des FDP-Kreisverbands Düsseldorf, verkündete er auf dem sozialen Netzwerk Linkedin. In seiner Zeit bei Ergo war Mainzer für die Bereiche Recht, Compliance, Einkauf und Corporate Organisation verantwortlich. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Rückversicherer VIG Re, bei der Barmenia Gothaer, bei der VW-Finanzdienstleistungstochter Volkswagen Financial Services und bei der Rückversicherungstochter der R+V.
Willis: „Früher oder später endet jede Glückssträhne“
Versicherer sollten die Tatsache, dass die Katastrophenschäden im vergangenen Jahr nicht weiter gestiegen sind, keinesfalls als Zeichen für eine Entwarnung deuten, mahnt der Makler Willis. Dieses Glück werde nicht von Dauer sein, erklärt Scott St. George, Head of Weather & Climate, in einem aktuellen Bericht. Versicherer könnten die Risiken zwar immer besser abbilden, dies führe aber zu höheren bis unbezahlbaren Preisen. Auch für Europa wird es schwieriger.
D&O: Versicherer wollen keine Deckung von Bußgeldern
Ob die Versicherung von Geldbußen im Rahmen der D&O-Deckung erlaubt ist oder nicht, wird seit Langem kontrovers diskutiert. Für die D&O-Experten Daniel Kreienkamp von der Ergo und Daniel Messmer von der Swiss Re ist die Sache klar: Die Versicherung von Bußgeldern sollte nicht erfolgen – auch wenn bei den Kunden eine hohe Nachfrage danach besteht. Zurzeit wartet die Branche auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs.














