Geopolitische Unsicherheiten, Klimawandel und Cyberbedrohungen sorgen dafür, dass sich der Industrieversicherungsmarkt derzeit deutlich verändert. Er wird weniger zyklisch, deutlich selektiver, datengetriebener und komplexer, schreibt der Versicherungsmakler MRH Trowe in seinem aktuellen Bericht „Markttrends 2026“. Bisherige Nischenversicherungen gewinnen an Bedeutung.
Rückversicherer
Athora schließt PIC-Übernahme ab und zieht um
Der Abwicklungsspezialist Athora hat die Übernahme der britischen Pension Insurance Corporation (PIC) abgeschlossen und kündigt zugleich einen Standortwechsel an. Durch die Übernahme von PIC entsteht ein neues Schwergewicht im Bereich der Altersvorsorge in Europa.
Riskante Meerenge: Folgen weit über Straße von Hormus hinaus
Die für den globalen Öltransport bedeutende Straße von Hormus ist durch den Iran noch immer versperrt. Versicherungen für Schiffe gibt es allerdings weiterhin. Einem aktuellen Bericht des Rückversicherungsmaklers Howden Re zufolge gehen die Probleme ohnehin weit über die Meerenge hinaus.
Datenzentren-Boom bringt Versicherer an ihre Grenzen
Der Boom bei Rechenzentren sorgt dafür, dass die Nachfrage nach Versicherungsschutz weltweit stark anzieht. Angesichts der teilweise milliardenschweren Sachwerte steigen jedoch auch die Kosten und die Risiken. Die Versicherungsbranche könnte an ihre Grenzen kommen, schreibt Swiss Re in einer aktuellen Studie.
VHV beruft neuen Kapitalanlagen-Vorstand
Die VHV-Gruppe vollzieht einen Generationenwechsel in der Kapitalanlage. Der Gesundheitsspezialist Further startet in Deutschland und holt den ehemaligen Vertriebschef von Wefox Christian Botsch ins Unternehmen. Convex ordnet die Führung neu und Axa XL besetzt eine Schlüsselrolle im Transportgeschäft.
Munich Re: Cyberversicherung so wichtig wie Elementardeckung
Trotz einer steigenden Bedrohung ist die große Mehrheit der Cyberrisiken nicht abgesichert, warnt die Munich Re. Die Cyberversicherung muss angesichts des enormen wirtschaftlichen Schadenpotenzials eine ähnliche Rolle spielen wie die Deckung gegen Naturkatastrophen, fordert der Rückversicherer in einem aktuellen Bericht.
Gallagher Re: Probleme mit der KI-Absicherung nehmen zu
Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re warnt vor wachsenden Versicherungslücken durch KI-Risiken. Dazu gehören fehlerhafte Modelle, Diskriminierung und problematische Haftungsfragen, bei denen klassische Policen oft nicht greifen würden, heißt es. Gefragt seien neue Lösungen, bessere Governance und engere Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Unternehmen.
Franz-Josef Hahn übergibt das Ruder bei Peak Re
Franz-Josef Hahn wird im April den Vorstandsvorsitz des Rückversicherers Peak Re an Victor Kuk übergeben. Die Großkanzlei Clyde & Co verstärkt sich in Deutschland mit einem Juristen, der von der Helvetia kommt. Personelle Neuigkeiten gibt es auch von HBC und Marsh.
S&P: Ratings der Versicherer bleiben trotz Nahost-Krieg stabil, aber nur bei schnellem Ende
Der Krieg im Nahen Osten wird die Ratings und Kapitalpuffer der Versicherer in der Region nicht wesentlich beeinträchtigen. Davon gehen Analysten der Ratingagentur S&P Global aus. Dies gelte jedoch nur, wenn der Konflikt in Kürze vorbei ist.
Fitch: Rückversicherer zehren von den guten Vorjahren
Die Bilanzen der vier großen Rückversicherer profitieren 2026 noch von der guten Performance der Unternehmen in den vergangenen Jahren, erwartet Fitch. Wie üppig die Gewinne ausfallen, dürfte vor allem von der zuletzt unterdurchschnittlichen Großschadenbelastung und den sogenannten Primary Perils abhängen.
Swiss Re: Sekundärgefahren nehmen rasant zu
Im Jahr 2025 haben Sekundärgefahren wie Waldbrände, Überschwemmungen und schwere Stürme weltweit 92 Prozent der versicherten Naturkatastrophenschäden von 107 Mrd. Dollar (93 Mrd. Euro) verursacht. Experten warnen: Steigende Exposition und wachsende Verwundbarkeit lassen die Schäden weiter rasant steigen.
Rupprecht: Naturkatastrophen sind versicherbar
Staatliche Lösungen sollte es nur für Risiken geben, die nicht vollständig durch die private Versicherungswirtschaft getragen werden können, betonte Fabian Rupprecht, Chef der Helvetia Baloise Gruppe, auf einer Fachveranstaltung. Bei Naturkatastrophen führe staatliches Einmischen oft dazu, dass Marktmechanismen nicht mehr funktionieren.














