Exklusiv Cyberattacken sind eine allgegenwärtige Gefahr für Unternehmen wie Privatanwender. Die Zunahme der Schäden hat zuletzt zu deutlich höheren Preisen für den Versicherungsschutz geführt. Dieser Trend dürfte in Zukunft weiter anhalten, sagt Gregor Frühbeiß vom Cyber-Assekuradeur Cogitanda im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Er spricht über gefährliche E-Mails mit verlockendem Anhang, aktuelle Attacken und gibt Tipps zur Risikovorsorge.
Versicherer
GDV fordert „Bürgerrente“
Exklusiv Der Gesamtverband der Versicherer will der Bundesregierung die Einführung einer „Bürgerrente“ vorschlagen. Das soll eine staatlich geförderte Lebensversicherung sein, deren Förderung sehr viel einfacher ist als bei Riester und die ohne vollständige Beitragserhaltsgarantie auskommt. Der Vorschlag wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Katja de la Viña erarbeitet, Chefin der Allianz Leben. Das Präsidium will noch in diesem Monat darüber beraten.
Neues Vorstandsmitglied bei HDI Deutschland
Leute – Aktuelle Personalien Thorsten Pauls (Bild) steigt bei der Talanx-Tochter HDI Deutschland zum Chief Financial Officer auf. Sein Nachfolger als Chief Risk Officer wird Dennis Hofmann. Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass Pauls Finanzvorstand wird. Sein Vorgänger Jens Warkentin führt nun HDI Deutschland, nachdem Christopher Lohmann ausgeschieden ist. Personelle Veränderungen gibt es zum Jahreswechsel auch bei Canada Life, Nexible, Marsh, Fidelis, Scor und Renaissance Re.
Bayerische stellt Kompositversicherer neu auf
Bei der Bayerischen Allgemeinen sollen künftig die einzelnen Sparten mehr Eigenständigkeit haben. Dafür hat der Kompositversicherer der Gruppe sich neu aufgestellt und vier Verantwortlichkeitsbereiche geschaffen: Mensch, Mobilität, Home und Business. Die neuen Leitenden sollen autark für ihren Bereich handeln und sind verantwortlich für Ergebnisse, Prozesse und Absatzerfolge. Außen vor bleibt die Einheit Underwriting.
GDV und R+V zahlen Millionen für Lobbyarbeit
Das vor einem Jahr eingeführte Lobbyregister des Deutschen Bundestages hat etwas mehr Licht ins Dunkel der Lobbyarbeit gebracht. Der Bürgerbewegung Finanzwende reicht das aber nicht, sie fordert noch mehr Transparenz und Regulierung. Versicherer und Banken haben 2021 viel Geld in die Hand genommen, um Entscheidungsträger und -prozesse zu beeinflussen. Der Versichererverband GDV machte satte 15 Mio. Euro locker, die R+V immerhin 1,5 Mio. Euro.
PB Versicherungen firmieren um
Die auf Restschuldpolicen und Absicherung von Baufinanzierungen spezialisierten Talanx-Töchter PB Versicherungen dürfen seit Jahresanfang das PB nicht mehr im Namen führen. PB steht für Postbank. Hintergrund ist der neue Kooperationsvertrag der Postbank-Mutter Deutsche Bank mit Zurich und Talanx. Künftig sollen die Gesellschaften unter der Marke Lifestyle Protection am Markt agieren. Unter diesem Namen sind bereits zwei auf Annex- und Embedded Insurance-Policen spezialisierte Talanx-Töchter aktiv.
Axa holt Kunden- und Transformationsexperten
Leute – Aktuelle Personalien Nach rund eineinhalb Jahren als Geschäftsführer der Compugroup kehrt Dominik Bauersch zum Kölner Versicherer Axa zurück. Dort übernimmt er die Verantwortung für den Bereich Operations Steering & Transformation von Christian Kohlwes. Außerdem: Die aktuarielle Beratungsgesellschaft MSK holt sich eine Meteorologin ins Team, um die Auswirkungen des Klimawandels besser berechnen zu können. Zudem: Funk hat einen neuen Chief Business Officer in Österreich und Roland Berger einen Versicherungsfachmann vom Konkurrenten KPMG gewonnen.
OECD warnt vor Liquiditätsproblemen bei Privatrenten
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Pensionsfonds davor gewarnt, zu hohe Anteile ihrer Kapitalanlagen in illiquiden Anlageklassen zu halten. Denn steigende Zinsen und fallende Aktienmärkte können dazu führen, dass die Anbieter schnell auf hohe Summen zugreifen müssen. Sorgen um die Liquidität angesichts der aktuellen Marktentwicklung machen sich auch manche Lebensversicherer. Die Finanzaufsicht BaFin führt gerade ein Monitoring-System ein, um die Liquidität zu messen.
Kaum Selbstständige mit Arbeitslosenversicherung
Die Bedeutung der freiwilligen gesetzlichen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige stagniert. Ende November 2022 waren 70.566 Personen entsprechend abgesichert gegenüber 71.345 im Vorjahr und 70.205 im Jahr 2020. Im Jahr vor Beginn der Pandemie waren es dagegen noch 74.260 Versicherte. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke. Die Politiker regen eine obligatorische Arbeitslosenversicherung für Selbstständige an.
Phishing-Angriff auf WWK
Die Münchener Versicherungsgruppe WWK ist Opfer eines Phishing-Angriffs geworden. Kriminelle haben betrügerische E-Mails an die Postfächer von WWK-Mitarbeitenden gesendet, möglicherweise sind dabei personenbezogene Daten abgeflossen. Besonders bitter: Die WWK nutzt seit vielen Jahren eine Software, die sie vor genau solchen Angriffen schützen soll. Versicherer werden immer häufiger Ziel von Cyberangriffen. Die Finanzaufsicht BaFin schaut deshalb ganz genau auf die IT der Gesellschaften.
2022: Der Jahresrückblick Teil 3
Die Industrie beschließt angesichts der schwierigen Lage im Cybermarkt mit Miris einen eigenen Risikoträger zu gründen. Hurrikan „Ian“ richtet in den USA schwere Schäden an. Der Europäische Gerichtshof trifft eine folgenreiche Entscheidung zur Gruppenversicherung. Die Finanzaufsicht BaFin macht Ernst mit ihrem Provisionsrichtwert. Der Versicherungsmonitor blickt auf interessante Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres zurück. Hier folgt der letzte von insgesamt drei Teilen.
Mehr Schäden in der Photovoltaik erwartet
Exklusiv Durch die massiv steigenden Energiepreise wächst auch das Interesse an alternativen Energiequellen. Photovoltaikanlagen sind derzeit gefragt wie nie. Doch der Boom treibt auch viele schlecht qualifizierte Installateure auf den Markt – die Schäden in dem Bereich könnten steigen, glaubt die VHV. Bereits jetzt schlägt der Mangel an Modulen durch unterbrochene Lieferketten voll durch, Diebe haben Hochkonjunktur.
Experten schätzen US-Sturmschaden auf 5,4 Mrd. Dollar
Das Katastrophen-Modellierungsunternehmen Karen Clark & Co. schätzt den versicherten Schaden aus dem Wintersturm „Elliott“ in den USA auf 5,4 Mrd. Dollar in 42 Bundesstaaten. Damit ist der Schaden deutlich kleiner als „Uri“, auch bekannt als „Texas Freeze“, der 2021 rund 15 Mrd. Dollar kostete. Weitere Schätzungen und die ersten Meldungen von Versicherern werden in den kommenden Wochen für mehr Klarheit sorgen. Die Zahl der Todesopfer steigt weiter.












