Mit Glass Lewis und Institutional Shareholder Services haben gleich zwei einflussreiche Stimmrechtsvertreter dem Allianz-Konzern ihre Unterstützung zugesagt. Die beiden Aktionärsberater haben den Anteilseignern des Versicherers empfohlen, trotz des jüngsten Hedgefonds-Skandals in den USA bei der Hauptversammlung in zwei Wochen allen Tagesordnungspunkten zuzustimmen. Das berichten die Nachrichtenagentur Bloomberg und das Handelsblatt. Kritik gibt es am Gehalt von Konzernchef Oliver Bäte.
Versicherer
Neodigital investiert in Bürogebäude und Wachstum
Der Digitalversicherer Neodigital blickt auf ein weiteres verlustreiches Jahr zurück. Unter dem Strich stand 2021 ein negatives Ergebnis von 13 Mio. Euro. Das geht aus dem aktuellen Solvenzbericht des Unternehmens hervor. Dennoch sind die Neunkirchener zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Sie haben in die Diversifikation ihres Portfolios investiert – und das mit Erfolg. Das White Label-Geschäft mit den Versicherern läuft gut. Offenbar will Neodigital auch personell stark wachsen, denn Geld floss auch in den Bau eines neuen Bürogebäudes.
Ukraine-Roundup: Scor, Talanx, Atradius
Der französische Rückversicherer Scor erwartet, dass sich die Auswirkungen des Ukraine-Krieges in den Zahlen für das erste Quartal 2022 bemerkbar machen werden. Außerdem: Die Privatbank Berenberg senkt ihre Gewinnprognose für den Versicherer Talanx. Der Kreditversicherer Atradius rechnet in diesem Jahr mit einem Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums. FM Global stellt sein Rückversicherungsgeschäft in Russland ein, und das Analyseunternehmen PCS gibt eine Schadenschätzung ab.
A.M. Best: EMEA-Versicherer sind widerstandsfähig
Trotz Pandemie und großer geopolitischer Spannungen bescheinigt die US-Ratingagentur A.M. Best der Versicherungsbranche in der EMEA-Region Stabilität. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen sei widerstandsfähig, ihre Bilanzen könnten Schocks überstehen, schreiben die Analysten in ihrem Bericht für 2021. In den kommenden Monaten sieht A.M. Best die Herausforderung in Inflationsrisiken und anhaltenden geopolitischen Spannungen durch den Ukraine-Krieg. Die Analysten erwarten starke Auswirkungen, bleiben jedoch optimistisch.
Generali zeigt Aktionärsrebellen an
Zwei Wochen vor der Hauptversammlung der Generali liegen die Nerven blank bei dem italienischen Versicherungsriesen. Das Unternehmen hat am Donnerstag Strafanzeigen gegen Francesco Gaetano Caltagirone und Luciano Cirinà sowie zivilrechtliche Klagen angekündigt. Caltagirone ist Anführer der Aktionärs-Opposition gegen die aktuelle Führung, Cirinà soll nach deren Willen den jetzigen Chef Philippe Donnet ersetzen. Außerdem hat der Versicherer bei der italienischen Wertpapieraufsicht Consob eine Beschwerde gegen die beiden eingereicht.
Aufseher warnen vor Cybergefahr
Die europäischen Finanzaufsichtsbehörden sehen eine akute und erhöhte Gefahr für Cyberattacken in der EU nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine. In einem aktuellen Bericht zur Risikolage im Finanzsystem appellieren sie an Banken und Versicherer, sich entsprechend zu wappnen. Beim Thema Nachhaltigkeit sehen die Aufseher noch Luft nach oben. Das Potenzial der Versicherer sei groß, die Lücke bei der Absicherung von Naturkatastrophen zur verringern und zur Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Umweltfreundlichkeit beizutragen.
Generali-Rebell Caltagirone erhält Unterstützung
Der Strategie-Plan von Generali-Großaktionär Francesco Caltagirone (Bild) für die Zukunft des Versicherers erhält Unterstützung von der Stiftung CRT, die zahlreiche Beteiligungen im Finanzsektor hat. Der Schulterschluss mit Caltagirone und dem Brillenmilliardär Leonardo del Vecchio ist keine Überraschung. Die drei Parteien hatten bis vor kurzem ein Aktionärsbündnis gebildet und dabei das Ziel verfolgt, die derzeitige Generali-Führung auszutauschen.
Schwaches Ergebnis für Swiss Re-Präsident Ermotti
Leute – Aktuelle Personalien Swiss Re-Präsident Sergio Ermotti wurde auf der Hauptversammlung mit lediglich knapp 80 Prozent wiedergewählt. Grund dafür könnte die Kritik an der geringen Frauenquote im Swiss-Re-Verwaltungsrat sein. Außerdem: Die derzeitige Swiss-Re-Finanzchefin für die Rückversicherung Claudia Cordioli wird befördert, und der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung bekommt eine stellvertretende Geschäftsführerin. Personelle Veränderungen gibt es auch bei Wüstenrot & Württembergische, AIG, Aon und EZVK.
Aktuare für flexiblere Cyberdeckungen
Die Deutsche Aktuarvereinigung wünscht sich für die Steuerung der Risiken mehr Flexibilität bei Cyberdeckungen. Wegen der hohen Dynamik sollten kurzfristige portfolioweite Anpassungen möglich sein, fordern die Versicherungsmathematiker. Bei der Sammlung und Analyse von Daten für die Risikomodellierung sehen sie noch Verbesserungspotenzial. Auch sollten Versicherer einer Überlastung bei den verbreiteten Assistance-Dienstleistungen vorbeugen.
PSV meldet stark rückläufige Insolvenzzahlen
Aufgrund staatlicher Unterstützung in der Corona-Pandemie und nach der Ahrtal-Überschwemmung hielt sich die Zahl der Unternehmenspleiten im vergangenen Jahr im Rahmen. Gerade einmal elf Großschäden verzeichnete der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) im vergangenen Jahr, nach 39 im im ersten Corona-Jahr 2020. Der Beitragssatz liegt mit 0,6 Promille so niedrig wie selten. Große Sorgen bereitet die Ukraine-Krise, sie könnte den PSV ebenfalls treffen.
Munich Re kauft Gesundheitsdaten-Spezialisten
Die Munich Re will ihren Erstversicherungskunden in den USA bei der Digitalisierung der Lebens- und Krankenversicherung unter die Arme greifen. Dafür kauft sie den Datenspezialisten Clareto. Mit den Informationen von Clareto über Behandlungen, Medikamenteneinnahme und Allergien von Endkunden sollen die Versicherer den Underwritingprozess digitalisieren und viel Papierkram sparen können.
PKV erreicht Kunden mit Gesundheitsservices nicht
Mit ihrem Angebot an Gesundheitsleistungen dringen die privaten Krankenversicherer (PKV) nicht bei ihren Kunden durch. Nach einer aktuellen Befragung von Assekurata Solutions wissen mehr als die Hälfte der Privatversicherten nicht, dass ihr Anbieter solche Services im Angebot hat. Der Anteil hat sich in den vergangenen Monaten sogar noch erhöht. Bei den gesetzlich Versicherten sieht es nicht viel besser aus. Bei denjenigen, die digitale Serviceangebote nutzen, stehen Kundenportal und -App ganz oben.
R+V-Tochter Wilhelm bekommt neuen Namen
Der Mehrfachagent Wilhelm firmiert ab sofort unter dem Namen Easymize. Die Zusammensetzung aus den Begriffen Easy und Optimize soll den Strategiewechsel unterstreichen, den die R+V-Tochter gerade durchläuft. „Wir wollen Kompliziertes einfach machen“, heißt es. Das als Digitalmakler gestartete Unternehmen verfolgt künftig einen hybriden Ansatz. Die Kundenreise beginnt am Bankschalter und nicht mehr online. Das ist aber nicht die einzige Neuerung.












