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Hessen: Telematik in der PKV vorsorglich verbieten

Die privaten Krankenversicherer sollen auch dann keine Daten von Versicherten etwa über Fitnesstracker für die Tarifierung erheben dürfen, wenn Kunden dem zustimmen. Dazu soll der Bundesrat die Bundesregierung nach Vorstellung des Bundeslandes Hessen auffordern. Die Länderkammer beschäftigt sich am 8. November mit dem Vorstoß. Hessen befürchtet, dass solche Tarife zu einer Entsolidarisierung der Krankenversicherung führen würden. Die gesetzlichen Vorgaben seien nicht ausreichend. Der PKV-Verband hält solche Tarife schon heute für unzulässig.

BaFin fordert Versicherer zum Zins-Widerstand auf

Die deutschen Versicherer sollten sich nach Ansicht der Finanzaufsicht BaFin stärker gegen die niedrigen Zinsen zur Wehr setzen. Sie müssten deutlich machen, wie stark die niedrigen Zinsen ihr Geschäftsmodell und damit ihren Beitrag zur Altersvorsorge gefährden, sagte BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund auf der Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht. Konkrete Vorschläge, wie sich die Branche bei Politikern und Zentralbankern mehr Gehör verschaffen könnte, blieb er allerdings schuldig. Grund rechnet damit, dass der erneute Zinsrückgang die Solvenzquoten der Anbieter senken könnte und die BaFin dadurch mehr zu tun bekommt.

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Podcast: Die Chancen des Vergleichsportals Joonko

 Versicherungsmonitor O-Ton   Pünktlich zur Kfz-Wechselsaison ist das neue Vergleichsportal Joonko in Deutschland gestartet. Dank Investoren und Unterstützung von großen Unternehmen wie dem chinesischen Versicherer Ping An, dem Inkubator Finleap und dem erfolgreichen Start-up Weltsparen konnte Unternehmenschefin Carolin Gabor das Portal in nur fünf Monaten aufbauen. Doch hat Joonko wirklich eine Chance? Kaja Adchayan hat bei Herbert Fromme, Herausgeber des Versicherungsmonitors und Versicherungskorrespondent der Süddeutschen Zeitung, nachgefragt. Er hat sich Joonko genau angesehen.

Assekurata: Großer Handlungsbedarf beim Notlagentarif

Nach Ansicht der privaten Krankenversicherer hat der Notlagentarif sein Ziel erreicht: Er soll es Kunden ermöglichen, eine vorübergehende finanzielle Notlage zu überbrücken und dann wieder in einen normalen Tarif zurückzukehren. Die Ratingagentur Assekurata ist weniger euphorisch. Mit dem Notlagentarif seien nicht alle Probleme gelöst, betont Analyst Gerhard Reichl. Zum einen zahlten auch im Notlagentarif nicht alle Kunden ihren Beitrag, sodass Beitragsausfälle und Abschreibungen weiterhin an der Tagesordnung seien. Darüber hinaus verursachten Nichtzahler bei den betroffenen Gesellschaften einen erheblichen Verwaltungsaufwand und damit zusätzliche Kosten.

Ergo gründet Joint Venture in China

Der Ergo-Konzern will gemeinsam mit dem chinesischen Autohersteller Great Wall Motors (GWM) ein Gemeinschaftsunternehmen zum Verkauf von Versicherungen gründen. Im ersten Schritt soll es um die Vermittlung von Kfz-Policen, Garantie- und Restschuldversicherungen über die GWM-Händler an Autokäufer gehen. Langfristig sind auch Industrieversicherungen für die Fabriken des Herstellers sowie Gewerbe- und Privatversicherungen für die 1.000 Händler und 70.000 Mitarbeiter des sechstgrößten chinesischen Autoherstellers geplant.

Thomas Cook-Pleite: VZBV prüft Klage gegen Zurich

Nach der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook prüft der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Musterfeststellungsklage gegen dessen Versicherer Zurich. Das berichtet die Zeitung Die Welt. Die Kritik der Verbraucherschützer: Der Versicherer muss gewusst haben, dass die Deckungssumme von 110 Mio. Euro bei weitem nicht ausreiche, um im Fall einer Insolvenz alle Reisenden zu entschädigen. Dennoch hätte Zurich das Risiko so übernommen. Die Rückholung der gestrandeten Urlauber hat bislang 80 Mio. Euro gekostet, also den Großteil der Versicherungssumme.

Grüner Provisionsdeckel für Restschuld

Die Grünen reagieren auf das Patt innerhalb der Regierung beim geplanten Provisionsdeckel. Sie haben jetzt ein eigenes Konzept für eine Obergrenze der Vergütungen vorgelegt, die Versicherer im Vertrieb von Restschuldversicherungen an Banken zahlen. Demnach sollen die Provisionen bei 1,5 Prozent der Beiträge gedeckelt werden. Auch will die Partei erreichen, dass Banken eine Karenzzeit von einer Woche zwischen Kreditvergabe und Versicherungsabschluss einhalten müssen. Indessen ist weiter offen, wann sich das Bundeskabinett mit dem Referentenentwurf für eine Provisionsobergrenze bei Lebens- und Restschuldversicherungen befasst.

Assekurata: Der Provisionsdeckel läuft ins Leere

Eine Provisionsbegrenzung in der Lebensversicherung dürfte die vom Kunden zu erwartende Rentenhöhe und damit die Rendite der Verträge nicht spürbar steigern. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Assekurata in einer Studie, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) in Auftrag gegeben hat. Die vom Gesetzgeber beabsichtigte Einführung eines Provisionsdeckels von 2,5 bis 4 Prozent würde die monatliche Rente je nach Produktart um 4,86 Euro bis 7,25 Euro erhöhen. Der Renditeeffekt beträgt demnach zwischen 0,09 Prozent und 0,16 Prozent.

BDVM warnt vor ablaufenden Versicherungsverträgen

Für Versicherer und Vertriebler ist die sogenannte stillschweigende Vertragsverlängerung bei Schadenversicherungen eine angenehme Sache: Sie können sich darauf verlassen, dass – abgesehen von der vergleichsweise wechselwilligen Kfz-Kundschaft – die meisten Versicherten für Jahre oder Jahrzehnte bei ihrem Anbieter bleiben. Würde der Gesetzgeber dafür sorgen, dass Policen nach zwölfmonatiger Vertragslaufzeit auslaufen und explizit verlängert werden müssen, dürfte das die Branche erheblich treffen, sagte Hans-Georg Jenssen, geschäftsführender Vorstand des Maklerverbands BDVM, auf der Vermittlermesse DKM. Würden nur sieben Wörter im Versicherungsvertragsgesetz geändert, müssten Versicherer und Vermittler immer wieder aufs Neue dafür sorgen, dass Bestandskunden erhalten bleiben.

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