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Wenige Probleme beim PKV-Tarifwechsel

Im Umgang mit dem Tarifwechselrecht sind die privaten Krankenversicherer (PKV) offensichtlich deutlich kundenfreundlicher geworden. Nach einer Umfrage im Auftrag des Marktwächter-Teams bei der Verbraucherzentrale Hamburg ist die überwiegende Mehrheit der Vollversicherten, die bei ihrem Unternehmen in einen anderen Tarif gegangen sind, mit dem Service zufrieden. Allerdings weiß ein Drittel der Privatversicherten nichts von dem Recht auf einen Tarifwechsel. Nach der Umfrage ist die Zufriedenheit der Versicherten mit der PKV groß, nur knapp 60 Prozent der Befragten würde sich aber noch einmal privat versichern.

Branche verbessert Solvency II-Quoten

Trotz der schwierigen Marktlage konnten die Versicherer ihre Solvency II-Quoten 2017 im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Branchenweit lag der Wert bei 288 Prozent ohne Übergangsmaßnahmen (ÜM) und ohne Volatilitätsanpassung (VA). Am deutlichsten verbesserten sich die Krankenversicherer mit 581 Prozent nach 503 Prozent. Sorgenkind bleiben weiterhin die Lebensversicherer. Elf von ihnen erreichten ohne ÜM und VA keine 100 Prozent. Passend zur Veröffentlichung der Solvency-Berichte hat die Ratingagentur Assekurata ein Analyse-Tool auf den Markt gebracht, das die Solvency-Daten analysiert und bewertet.

BdV fordert doppelten Kostendeckel

Der Bund der Versicherten (BdV) fordert mehr als den von der Bundesregierung geplanten Provisionsdeckel in der Lebensversicherung. Der Verband will auch die Verwaltungskosten begrenzen, damit Versicherer Provisionskosten nicht umschichten. Gegen Versicherer, die diese Taktik angewandt haben sollen, will der BdV juristisch vorgehen. Erste Verfahren sollen bald beginnen. Außerdem will der Verband eine niedrigere Grenze für den Deckel als die 2,5 Prozent, die bisher angedacht sind.

PKV-Prämienpolitik in der Kritik

Die Grünen kritisieren die Praxis bei Prämienerhöhungen in der privaten Krankenversicherung – und die Rechtsauffassung der Regierung. Berlin sieht kein Problem darin, dass trotz stark gesunkener Ausgaben der Versicherer Prämienerhöhungen möglich sein können. Das widerspricht herrschender Rechtsprechung, kritisiert Grünen-Experte Schick. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Kontroverse um die Rolle der PKV-Treuhänder, die Prämienerhöhungen absegnen müssen.

Wie Versicherer die Sharing Economy nutzen können

Die Versicherungswirtschaft muss sich mit den neuen Geschäftsmodellen der Sharing Economy beschäftigen. Dieser Wirtschaftszweig, bei dem Menschen ihre Wohnungen, Fahrzeuge oder Haushaltsgeräte gegen Gebühr mit Fremden teilen, hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Die Versicherer müssen das nutzen, findet der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s. Gemeinsam mit dem Beratungshaus Deloitte hat er die aktuelle Versicherungssituation bei Geschäftsmodellen wie AirBnB, Deliveroo, Uber und Co. untersucht. Versicherungsschutz bestehe zwar schon häufig, allerdings müssten die Anbieter ihre klassischen Policen überarbeiten und vor allem das Geschäft mit Plattformen suchen.

Maklerversicherer suchen Einfluss im GDV

Kleine und mittelgroße Maklerversicherer wollen dafür sorgen, dass künftig ihre Stimme im Präsidium des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mehr gehört wird. Sie drängen darauf, dass Dietmar Bläsing, Chef des Dortmunder Versicherers Volkswohl Bund, künftig dem Gremium angehört, das im September neu gewählt wird. Einen entsprechenden Wahlvorschlag sollen inzwischen zahlreiche Versicherer unterstützen. Große Versicherer sind skeptisch.

Generali und Etherisc wollen Bitcoin & Co. versichern

Der Blockchain-Spezialist Etherisc und die Generali Schweiz haben eine Kooperation geschlossen. Gemeinsam wollen die Unternehmen Versicherungen für Kryptowährungen wie Bitcoin entwickeln. Mit an Bord ist die Schweizer Firma Shift Cryptosecurity, die eine Art Geldbörse für verschiedene Kryptowährungen entwickelt hat. Versicherungsschutz gibt es für die Finanzmittel kaum, und wenn, dann zu hohen Preisen. Dabei ist die Gefahr groß, warnt Etherisc-Mitgründer Stephan Karpischek. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn Hacker das digitale Portemonnaie leerräumen.

Rückschlag für Neue Assekuranz Gewerkschaft

 Leute – Aktuelle Personalien  Eine herbe Niederlage musste die Neue Assekuranz Gewerkschaft bei Ergo einstecken. Ihr Gründungsmitglied Marco Nörenberg wurde nach 12 Jahren nicht mehr als Vorsitzender des Konzernbetriebsrats und des Gesamtbetriebsrats gewählt. Dem Gesamtbetriebsrat steht Petra Rick aus Köln vor, dem Konzernbetriebsrat Michael David vom Standort Düsseldorf. Beide sind Verdi-Mitglieder. Außerdem: Thomas Kühne wechselt von der Zurich Deutschland zur Mobiliar in die Schweiz, Karoline Haderer ist neu im Vorstand der Garant und der Insurtech Hub Munich hat zwei Beiratsvorsitzende gewählt.

US-Cybermarkt wächst deutlich

Bei Cyberversicherungen in den USA gab es 2017 erneut ein kräftiges Wachstum. Die Prämien von US-Versicherern auf ihrem Heimatmarkt legten um satte 37 Prozent auf 1,84 Mrd. Dollar zu. Das geht aus einer neuen Analyse des Maklers Aon hervor. Dabei ging der Anstieg fast vollständig auf das Konto von Bündel-Verträgen, in denen Cyber nur eine von mehreren Deckungen ist. Besonders erfreulich aus Versicherersicht: Die Schadenquote ging gleichzeitig nach unten.

ZZR: Korridormethode als Rettung

Eine neue Berechnungsmethode für die Zinszusatzreserve soll die Belastungen für Lebensversicherer reduzieren. Die Bundesregierung hat angekündigt, noch in diesem Jahr Änderungen einzuführen, laut Informationen des Versicherungsmonitors im September. Die Deutsche Aktuarvereinigung hat zusammen mit der Finanzaufsicht BaFin die Korridormethode entwickelt. Sie könnte für 2018 eine Entlastung von 10 Mrd. Euro für die Branche bringen, schreibt die Ratingagentur Assekurata im Marktausblick Lebensversicherung 2018/2019. Ob die Bundesregierung aber tatsächlich diese Methode verwendet, steht noch nicht fest.

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