Der Taifun „Hagibis“ hat am Wochenende schwere Verwüstungen in Japan angerichtet. Die ersten Schätzungen zum versicherten Schaden gehen von 5 bis 10 Mrd. Dollar an Zahlungen aus, die auf die Versicherer zukommen. Wegen der wetterbedingten Betriebsunterbrechung in japanischen Betrieben, die in internationale Lieferketten eingebunden sind, werden auch Unternehmen weltweit die Auswirkungen des Sturmes zu spüren bekommen. Damit wären auch deren Versicherer betroffen.
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Brexit: Was dürfen die Niederlassungen leisten?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Nächster Stichtag in der Brexit-Saga ist der 31. Oktober 2019. Werden bis dahin weder ein Austrittsabkommen noch eine Verlängerung der Verhandlungsfrist vereinbart, kommt es zum harten Brexit: Das Vereinigte Königreich wird über Nacht zum Drittstaat. Auf den damit verbundenen Verlust ihrer Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb haben sich viele britische Versicherer inzwischen gut vorbereitet. Umfassende Rechtssicherheit ist aber noch nicht erreicht. Die EU-Versicherer stehen insbesondere vor der Frage, ob die restriktive Stellungnahme der europäischen Wertpapier- und Marktaufsicht Esma zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen etwaiger Niederlassungen im Vereinigten Königreich (sogenanntes Back-Branching) auch für die Versicherungsbranche gilt.
Strategische Einblicke
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Neue Trends in den Versicherungsmärkten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, strategische Neuausrichtung bei der DA Direkt und digitale Transformation bei der Axa Deutschland
Panitz leitet Exklusivvertrieb der Bayerischen
Leute – Aktuelle Personalien Michael Panitz ist zum Leiter des Exklusivvertriebs der Bayerischen befördert worden. Er übernimmt den Posten zum 1. Januar 2020. Sein Vorgänger Jürgen Reinhardt wird sich anderen Aufgaben im Vertriebsressort des Versicherers widmen. Der Bermuda-Versicherer Partner Re hat unterdessen mit Nicolas Burnet einen neuen Finanzchef und mit Andrew Gibbs einen neuen Chief Operations Officer benannt. Der Spezialversicherer HDI Global Specialty hat sein Führungsteam in Großbritannien mit Simon Hunt komplettiert.
Weg mit den Poesiealben
Herbert Frommes Kolumne Die Auftritte vieler Versicherer in den sozialen Netzen erinnern an die Poesiealben aus Grundschulzeiten, in der sich damals die Mitschüler gegenseitig verewigten. Alle sind toll, Vorträge sind meistens „awesome“, die Zusammenarbeit immer gut. Mit der realen Situation im Markt und in den Gesellschaften hat das wenig zu tun. Dass die Unternehmen so auftreten, ist sehr schade: Sie vergeben die Chance, die sozialen Netze zur echten Meinungsbildung im Unternehmen und zum Dialog mit den Kunden zu nutzen. Offenbar regiert immer noch die Angst.
Kunden vernachlässigen Umweltpolicen
Für Unternehmen bedeutet das gewachsene öffentliche Bewusstsein für die Themen Klimawandel und Umweltschäden ein stärkeres Haftungsrisiko. Gleichzeitig schenken Kunden und auch manche Versicherer den Umweltpolicen noch nicht genug Aufmerksamkeit, meinten Experten beim Casualty Day der Kanzlei Clyde & Co. Besonders wer in mehreren Ländern wirtschaftlich aktiv ist, muss aufpassen. Denn die gesetzlichen Grundlagen unterscheiden sich deutlich.
Eiopa rügt Reiseversicherer
Etliche Reiseversicherer in Europa zahlen zu hohe Provisionen an Vermittler. Zu diesem Ergebnis kommt die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa in einer aktuellen Untersuchung. In einigen Fällen lägen die Provisionen deutlich über 50 Prozent. Als problematisch sieht die Behörde es an, dass hohe Provisionen oft mit niedrigen Schadenquoten einhergehen. Das lasse auf einen geringen Mehrwert für den Kunden schließen. Sie drängt Versicherer und Vermittler darauf, ihre Vertriebsvereinbarungen zu überdenken. Insbesondere sind Eiopa Annexvertriebe ein Dorn im Auge, die Reisepolicen als Zusatzgeschäft betreiben.
Zeitreise: Pimco, Autobahnnotruf und Atompool
Vor 20 Jahren In unserer Zeitreise erinnern wir an wichtige Ereignisse aus der Geschichte der Versicherungsbranche. Heute geht es um das Übernahmeangebot der Allianz für Pimco, die Entscheidung des GDV, das Notrufnetz an den Autobahnen zu übernehmen, und eine Blamage des deutschen Atompools.
IBM will sich bei Gesundheitsakten positionieren
Die privaten Krankenversicherer Central und DKV werden ihren Kunden bald die elektronische Gesundheitsakte (eGA) von IBM zur Verfügung stellen. Ronald Fritz, Projektleiter bei IBM, hofft darauf, dass weitere Anbieter dem Beispiel folgen. Die PKV sollte sich des Themas aktiv annehmen und nicht auf Vorgaben der Politik warten, sagt er. Die Befürchtung mancher PKV-Unternehmen, IBM würde die Aufmerksamkeit vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse konzentrieren, sei unbegründet, betont Fritz.
Meag-Chef wirft nach zehn Monaten das Handtuch
Leute – Aktuelle Personalien Nach weniger als einem Jahr im Amt schmeißt Philipp Waldstein Wartenberg (Bild) hin. Der 54-Jährige war seit Anfang des Jahres Vorsitzender der Geschäftsführung des Vermögensverwalters Meag. Außerdem: Die Zurich Deutschland begrüßt eine alte Bekannte in ihren Reihen. Monika Schulze wechselt vom Mutterkonzern zur deutschen Tochter. Bei FM Global entstehen aus einer freigewordenen Stelle zwei neue. Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat neue Mitglieder im Fachbeirat und die Allianz Deutschland setzt auf einen Triathleten.
Naturgefahren: 2018 war Jahr der Extreme
Während an einem Ende Deutschlands die Felder vertrockneten, verfaulten am anderen Getreide und Pflanzen, weil die Felder unter Wasser standen. Das Wetter spielte 2018 in Deutschland verrückt und verursachte Versicherungsschäden von 3,1 Mrd. Euro. Das geht aus dem aktuellen Naturgefahrenreport des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. 2018 ist ein Sinnbild für Extremwetter, sagt GDV-Präsident Wolfgang Weiler.
Brexit macht Extremus wichtiger
Die Terrorangriffe von 11. September 2001 erschütterten die Welt. Als eine Reaktion darauf riefen Länder wie Deutschland, Großbritannien und die USA staatlich geförderte Terrorversicherungen ins Leben. Allerdings sind die Staatsgarantien begrenzt – in Deutschland und den USA könnten die Programme bald auslaufen. Ob die Kapazitäten am privatwirtschaftlichen Markt ausreichen, um die Deckungssummen des deutschen Terrorversicherers Extremus und des amerikanischen Programs TRIP aufzufangen, ist unklar. Katastrophenanleihen haben die Kapazitäten deutlich erhöht, allerdings könnte durch den Brexit bald viel Kapital wegbrechen.
MLP Gesundheitsreport: PKV hat gutes Image
Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung geht davon aus, dass man in der privaten Krankenversicherung (PKV) im Krankheitsfall besser abgesichert ist als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nach dem aktuellen MLP-Gesundheitsreport halten 51 Prozent die PKV für die bessere Option und nur 28 Prozent die GKV. Die Befragung zeigt, dass Ärzte den Privatpatienten eine hohe Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg der Praxen und Kliniken beimessen.
DEVK will in Schiffe investieren
Der Kölner Versicherer DEVK hat sich mit der Hamburger Reederei Bernhard Schulte zusammengetan. Über das neugegründeten Gemeinschaftsunternehmen Navigo Shipholding will der Versicherer in die Schifffahrt investieren. Damit hat die DEVK schon Erfahrung. Allerdings entwickelte sich ihre Beteiligung an dem börsennotierten Schifffahrtsunternehmen Marenave zum Debakel. Die Lust an Schiffen hat der Versicherer dennoch nicht verloren. Das Unternehmen sucht schon länger nach Wegen, sich in der Kapitalanlage stärker aus Zinspapieren zu verabschieden, sagte Vorstand Bernd Zens.
Zeit, in die Digitalisierung zu investieren
Meinung am Mittwoch Was die Zukunft des Vertriebs angeht, sind die Versicherer gespalten. Einige glauben, dass der Verkauf von Policen über klassische Vermittler keine Zukunft hat. Die anderen sind sicher, dass der digitale Direktvertrieb zu einem Nischendasein verdammt sein wird, weil Versicherungen auch in Zukunft nicht gekauft, sondern verkauft werden. Beide Seiten konzentrieren sich zu sehr darauf, was nicht funktionieren wird. Stattdessen gilt es, eine positive Vision des Vertriebs der Zukunft zu entwickeln.














