Meinung am Mittwoch Konsequente Digitalisierung, Nutzung des Internets der Dinge und künstliche Intelligenz auf der einen Seite. Zeichnungsexzellenz und Services rund um die Police andererseits – das sind die Antworten eines Industrieversicherers auf die rasanten Entwicklungen in der Weltwirtschaft. Erst die Kombination aus beidem wird die Branche zukunftsfähig machen. Angesichts der Niedrigzinsphase ist eine Rückbesinnung auf das angebracht, was wir können oder zumindest können sollten: die Versicherungstechnik.
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D’Hulster und Grüll neu im Uniqa-Aufsichtsrat
Leute – Aktuelle Personalien Die Versicherungsgruppe Uniqa ernennt zwei neue Aufsichtsratsmitglieder: Anna Maria D’Hulster, ehemalige Generalsekretärin der Geneva Association, und Martin Grüll, Finanzvorstand bei der Raiffeisenbank International. Außerdem: Der Spezialversicherer Sompo International ernennt Udo Pützer zum neuen Leiter Financial Lines für Deutschland. Pützer wird unter anderem für das Geschäft mit Managerhaftpflicht- und Berufshaftpflichtpolicen zuständig sein. Paul Owens legt sein Amt als Chef der Captiveabteilung von Willis Tower Watson nieder, FM Global stellt eine Reihe neuer Ingenieure ein.
Großschäden belasten Öffentliche Braunschweig
Der Sparkassenversicherer Öffentliche Versicherung Braunschweig hat 2018 eine deutlich höhere Belastung durch Großschäden verzeichnet, obwohl die Anzahl der Naturereignisse insgesamt unter der des Vorjahres lag. Während das Unternehmen die Beitragseinnahmen leicht auf knapp 412 Mio. Euro steigern konnte, ging der Gewinn vor allem aufgrund eines gestiegenen Steueraufwands um 10 Mio. Euro auf knapp 19 Mio. Euro zurück. In der Lebensversicherung profitierte der kleine niedersächsische Versicherer von der geänderten Berechnung der Zinszusatzreserve.
Finleap bereitet Angriff auf Check24 vor
Der Firmeninkubator Finleap plant einen Großangriff auf Vergleichsportale wie Check24. Branchenkreise bestätigten die Pläne, über die zuerst der Fachdienst Finanz-Szene.de berichtet hatte. Die Berliner bauen „das nächste große B2C-Unternehmen im Bereich Finance und Versicherungen in Deutschland“, heißt es in Stellenausschreibungen von Finleap. Über ausreichend finanzielle Schlagkraft dürfte Finleap verfügen. Internationale Investoren unterstützen das Unternehmen, darunter Chinas Versicherungsgigant Ping An. Auch deutsche Versicherer dürften an der Vorstellung Gefallen finden, dass ein neuer Konkurrent die Marktstellung von Check24 angreift.
Bitkom: Versicherer und Banken verschmelzen online
Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom werden die Bereiche Online-Banking und Online-Versicherungen in Zukunft noch stärker zusammenwachsen. Inzwischen zeige sich eine wachsende Akzeptanz in der Bevölkerung, Bankgeschäfte über das Internet zu erledigen. Jeder zweite Online-Banking-Nutzer kann sich vorstellen, auch seine Versicherungsangelegenheiten künftig auf der Plattform seiner Bank zu erledigen. Den stationären Bankenfilialen stehen nach Ansicht der Befragten in den kommenden Jahren harte Zeiten bevor.
Kleinlein: „Provisionsdeckel ist wie Tempolimit 250“
Der Provisionsdeckel ist zurzeit eines der bestimmenden Themen in der Versicherungsbranche. Allerdings führt er – in seiner jetzt angedachten Form – am Ziel vorbei und ist damit unnötig, waren sich Verbraucherschützer und Versicherer auf dem Life Insurance Dinner der Süddeutschen Zeitung einig. „Das ist so, als ob auf der Autobahn eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer eingeführt wird“, sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher beim Bund der Versicherten. Wer sich für einen besonders guten Fahrer halte, dürfe aber auch 400 Stundenkilometer fahren. Das ändere an der bisherigen Situation nichts. Sara Zinnecker von Finanztip sieht das eigentliche Problem in der fehlenden Transparenz der Abschlusskosten.
KI-Systeme der Versicherer brauchen Datenfutter
The Long View – Der Hintergrund Immer mehr Versicherer arbeiten mit interaktiven Chatbots, die den Kundenservice automatisieren sollen. Die Basler setzt auf „Carlo“, die Allianz auf „Allie“, Axa hat den „Novomind iAgent“ im Einsatz und das Arag-System heißt schlicht „Reiseassistent“. Bei solchen Systemen ist oft die Rede von neuronalen Netzen, von Maschinenlernen und digitalen Sprachassistenten. Doch wie intelligent sind die Systeme tatsächlich? Ein genauerer Blick zeigt schnell: Die meisten Versicherer sind von künstlicher Intelligenz noch meilenweit entfernt. Dabei scheitert es an einem ganz grundsätzlichen Problem.
Wefox holt Lang für Ommerborn
Leute – Aktuelle Personalien Weniger als zwei Jahre nach dem Start des Versicherers One in Liechtenstein hört Gründer Stephan Ommerborn auf. One gehört zur Wefox-Gruppe des Gründers Julian Teicke. Ommerborn und Teicke sollen zuletzt Differenzen gehabt haben. Jetzt holt Teicke Oliver Lang (Bild), früher McKinsey und seit 2008 gefragter Solo-Berater (nicht zu verwechseln mit Oliver Lang von Jung DMS). Lang soll Teickes Vision umsetzen vom Versicherer, der auf das engste mit Maklern arbeitet, aber gleichzeitig alle digitalen Hilfsmittel nutzt.
KPMG erwartet Umwälzung im Sach-Markt
Bis zum Jahr 2030 werden die Prämieneinnahmen konventioneller Versicherer in der Schaden- und Unfallversicherung in den wichtigsten Privatkundensparten, die 2017 noch 34,5 Mrd. Euro betrugen, auf 31 Mrd. Euro bis 32 Mrd. Euro sinken. Parallel wird sich ein Markt von Ökosystemen entwickeln, in denen mehr oder weniger transparent Versicherungen enthalten sind, erwartet das Prüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Deren Prämienvolumen wird sich auf 4 Mrd. Euro bis 5 Mrd. Euro belaufen, schätzen die Berater. Gerade für mittelgroße Versicherer sei die Zeit vorbei, in der sie alles über alle Vertriebswege machten. KPMG-Partner Hendrik Jahn: „Die Versicherer müssen sich selbst beantworten, was sie […]
Provisionsdeckel: Qualitative Kriterien konkretisieren
Legal Eye – Die Rechtskolumne Der geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung scheint die von der EU-Vermittlerrichtlinie IDD vorgegebene Linie zur Vermeidung von Fehlanreizen bei der Beratung von Kunden konsequent fortzusetzen. Das Finanzministerium will damit offenbar angesichts der auslegungsbedürftigen, unbestimmten Rechtsbegriffe der IDD weitere Rechtssicherheit schaffen. Das Ziel klarer Regelungen wird mit dem Provisionsdeckel aber nicht vollends erreicht. Insbesondere bezüglich der qualitativen Kriterien, die eine höhere Vergütung von Vermittlern rechtfertigen, sind noch einige Fragen offen.
Fonds Finanz bietet Versicherern die Plattform an
Bei den Maklerpools zeichnet sich eine kleine Revolution ab. Fonds Finanz, einer der führenden Pools, bietet seine Software-Plattform Softfair der Versicherungswirtschaft an. Die einzelnen Konzerne sollen bis zu drei Prozent kaufen können, die Fonds Finanz-Eigner Norbert Porazik (Bild) und Markus Kiener wollen bis zu 100 Prozent abgeben. Damit reagiert der Münchener Pool auf Veränderungen im Markt, unter anderem den Wechsel von Swiss Life Select zu Franke & Bornberg.
Viele Zukunftsfragen
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Life Insurance Dinner der SZ, Rückversicherungs-Symposium an der TH Köln, Jahresbericht des Versicherungsombudsmanns, Jahrespressekonferenz der Deutschen Aktuarvereinigung und Jahreshauptversammlung des BVK.
Digitalplattform Finlex will stark wachsen
Das Plattform- und Maklerunternehmen Finlex in Frankfurt will noch in diesem Jahr prüfen, ob es für seine weitere, möglicherweise auch internationale Expansion externes Kapital einwerben will. Das sagt Geschäftsführer Sebastian Klapper im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Aktuell wächst Finlex sehr kräftig in seinen Spezialsegmenten. Dazu gehören D&O, Cyber sowie die Versicherung von Börsengangrisiken. Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen 287 Nutzer und 589 Ausschreibungen, die zu 268 Policen führten. Das Unternehmen arbeitet mit Endkunden zusammen und ist als Makler registriert, sieht sich aber in erster Linie als Berater und Organisator der Plattform.
EU-Kommission untersucht Kfz-Kartellverdacht
Irische Versicherer haben die Aufmerksamkeit der EU-Kommission auf sich gezogen. Die Kommission hat eine kartellrechtliche Untersuchung gegen die Vereinigung Insurance Ireland eingeleitet, in der unter anderem die Allianz, Aviva und Zurich Mitglieder sind. Es geht um die Frage, ob Insurance Ireland Nicht-Mitgliedern den Zugang zu ihrem Schadendaten-Pool „Insurance Link“ erschwert und ihnen damit Wettbewerbsnachteile in der irischen Kfz-Versicherung eingebracht hat.
Bundesrat erlaubt E-Roller auf deutschen Straßen
Gute Nachrichten für Kfz-Versicherer: Der Bundesrat hat am Freitag die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung verabschiedet, die E-Scooter auf deutschen Straßen zulässt. Damit eröffnet sich für die Versicherer ein potenziell sehr lukratives Geschäftsfeld, denn für die E-Roller besteht eine Versicherungspflicht. Tarak Al-Wazir von den Grünen geht davon aus, dass sich sehr viele Deutsche einen solchen E-Scooter anschaffen werden. Anbieter wie die Allianz und HUK-Coburg stehen bereits in den Startlöchern. Sie haben nur auf die Verabschiedung der Verordnung gewartet, um ihre Policen auf den Markt zu bringen.














