Lange Zeit waren Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung ein Nischengeschäft, in dem die Anbieter bestenfalls experimentierten – weit weg war von der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen. Jetzt kommen die Versicherer langsam in Gang, weil auch die technischen Voraussetzungen immer besser werden. Aber die Hersteller sind schon viel weiter, manche nutzen die Daten für eigene Versicherungsangebote. Die Ausweitung der Tarife auf alle Altersgruppen könnte für die Versicherer den Durchbruch bei Telematik-Policen bedeuten.
Top News
Nichts bleibt, wie es ist
Herbert Frommes Kolumne Was für eine Woche. Die Nationalmannschaft scheidet bei der WM aus. Merkel und Seehofer würgen sich gegenseitig, die wirtschaftlichen und politischen Kollateralschäden könnten beträchtlich sein. Die Regierung legt die LVRG-Evaluierung vor, einschließlich Provisionsdeckel, ZZR-Erleichterungen und sonstigen Maßnahmen. Die Generali hat mit Viridium den Käufer für die Generali Leben gefunden, jetzt muss noch die BaFin zustimmen. Der ADAC wirft die Zurich raus und holt sich die Allianz ins Haus. Die Konsequenz? Für manchen Branchenprofi dürfte der Urlaub ausfallen oder zumindest kürzer sein. Andererseits brauchen die meisten ihn dringend, wenn sie die Herausforderungen der kommenden Monate heil überstehen […]
Eiopa: Kunden über Brexit-Folgen informieren
Versicherer und Vermittler müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Kunden über mögliche Auswirkungen des Brexit informieren. Versicherungsnehmer und Versicherte müssen wissen, welche Notfallpläne die Unternehmen erstellt oder geplant haben und welche Folgen das für sie hat, betont die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa. Sie fordert die nationalen Aufseher dazu auf, die Aktivitäten der Unternehmen auf diesem Gebiet genau im Blick zu haben. Eiopa sieht Handlungsbedarf sowohl bei bestehenden Verträgen als auch bei allen, die noch abgeschlossen werden, bevor Großbritannien die EU verlässt.
Allianz löst Zurich beim ADAC ab
Die Allianz Deutschland kommt einen Schritt voran bei ihrem Versuch, in der deutschen Autoversicherung der HUK-Coburg die Marktführerschaft wieder abzunehmen. Ab 2020 werden die Münchener Partner des ADAC in der ADAC Autoversicherung, der bisherige Partner Zurich ist draußen. Es geht um 650.000 Fahrzeuge und 1,04 Millionen Verträge – nicht gerade ein kleiner Bestand. Die Allianz hält künftig 51 Prozent an der ADAC Autoversicherung.
Generali einig mit Viridium über Run-off-Verkauf
Der Versicherer Generali hat sich nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor aus Finanzkreisen mit dem Abwicklungsspezialisten Viridium im Grundsatz über einen Verkauf der Mehrheit an der Generali Lebensversicherung in München geeinigt. Ein Minderheitsanteil soll bei der Generali bleiben. Allerdings ist der Verkauf noch nicht formal besiegelt. Aktuell sprechen die Viridium-Gruppe und deren Anteilseigner, der britische Investor Cinven und die Talanx-Tochter Hannover Rück, mit der Finanzaufsicht BaFin über die Transaktion. Generali, Viridium und die Finanzaufsicht wollten nicht Stellung nehmen.
LVRG-Bericht befeuert Kritik am Provisionsdeckel
Der Evaluierungsbericht zum Lebensversicherungsreformgesetz, der am Mittwoch im Finanzausschuss diskutiert wurde, hat in der Branche die Debatte um den Provisionsdeckel neu entfacht. Hauptkritikpunkt von Vermittlern und Versicherern ist, dass er nicht gewünschte Wirkung erzielen würde. Das Finanzministerium bringt in dem Bericht einen Provisionsdeckel mit Kostensenkungen in Verbindung. Dafür sei er aber ungeeignet, sind sich Vermittlerverbände und Versicherer einig. Er sei ein Instrument, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
Flottenversicherung: Nahezu gleicher Schadenaufwand
In der Flottenversicherung nahm im vergangenen Jahr die Zahl der Vollkaskoschäden zu, die durch mangelnde Fahrzeugkontrolle oder fehlende Aufmerksamkeit des Fahrers entstanden. Als Kostentreiber bei Reparaturen erwiesen sich auch die Assistenzsysteme. Bei gewerblich genutzten Kfz betrug der durchschnittliche Teilkaskoschaden 214 Euro, in der Vollkaskoversicherung waren es 679 Euro. Das zeigt eine Auswertung von über 50.000 Schäden durch den Leasing- und Fuhrparkmanagement-Spezialisten Lease Plan Deutschland. Bei vielen Schadenarten registrierte das Unternehmen rückläufige Frequenzen, aber steigende Schadenhöhen. Am teuersten kamen die Versicherer gestohlene Autos, gefolgt von Brandschäden.
Lison verlässt Allianz-Vorstand
Leute – Aktuelle Personalien Die Allianz Versicherungs-AG bekommt einen neuen Firmenkundenvorstand. Der 42-jährige Dirk Vogler ersetzt Jens Lison. Der 53-Jährige verlässt den Schaden- und Unfallversicherer der Allianz Deutschland mit unbekanntem Ziel – nach Angaben seines Arbeitgebers auf eigenen Wunsch. Außerdem: Die W&W vollzieht den angekündigten Wechsel an der Spitze ihrer Versicherer zum 1. Juli. Zudem gab es Präsidentenwahlen beim internationalen Vermittlerverband BIPAR und beim internationalen Kreditversicherungsverband ICISA.
BGH stützt Lebensversicherer
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in der Frage der Kundenbeteiligung an Bewertungsreserven für die Versicherer entschieden. Die mit dem Lebensversicherungsreformgesetz 2014 eingeführte Änderung sei nicht verfassungswidrig, erklärte das Gericht. Geklagt hatte der Bund der Versicherten für einen Versicherungsnehmer, der bei der Ergo-Tochter Victoria eine Police hatte und statt der angekündigten 50.274 Euro wegen der Gesetzesänderung nur 47.601 Euro erhielt. Allerdings muss das Landgericht Düsseldorf die Sache trotzdem neu verhandeln. Es hat nach Ansicht des IV. Zivilsenats nicht darüber entschieden, ob bei der Victoria die Voraussetzungen für die Kürzung vorlagen, nämlich dass der Versicherer einen Sicherungsbedarf für seine Garantieverträge hatte.
Eiopa startet Umfrage zu Insurtechs
Welche Vorteile haben Insurtechs für die Versicherungswirtschaft, und welche neuen Risiken bringen die Jungunternehmen mit sich? Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa will mehr über die junge Szene erfahren und hat einen Fragenkatalog veröffentlicht. Bis zum 12. August 2018 können Versicherer, Makler, Insurtechs, Verbraucher und andere Interessensgruppen an der Befragung teilnehmen. Viele offene Fragen hat die EU-Behörde zu Peer-to-peer-Anbietern wie Friendsurance.
GDV: Zwanglos grün
Um nachhaltige Investments zu fördern, hatte die EU-Kommission in einem Aktionsplan unter anderem vorgeschlagen, die Eigenkapitalanforderungen für diese Kapitalanlagen zu ändern. Der Versichererverband GDV hat sich jetzt entschieden gegen diese Pläne ausgesprochen. Erleichterungen für grüne und zusätzliche Lasten für umweltschädliche Investments vorzusehen, widerspreche dem marktkonsistenten Solvency II-System, sagte GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener in Frankfurt vor Journalisten. Zudem fürchtet der Verband, dass solch ein Vorstoß die Eigenkapitalregeln zusätzlich verkomplizieren würde. Der GDV plädiert dafür, stärker auf die Eigeninitiative der Unternehmen zu vertrauen.
HIS-Betreiber Arvato kauft Schadendienstleister 3C
Die Bertelsmann-Gesellschaft Arvato kauft über ihre Tochter Arvato Financial Solutions das Unternehmen 3C Deutschland GmbH, einen Dienstleister für die Automatisierung von Schadenprozessen. Arvato Financial Solutions bietet bisher schwerpunktmäßig Outsourcing-Dienstleistungen für den Zahlungsverkehr an. Künftig will die Firma den Versicherern automatisierte und digitale Schadenmanagement-Prozesse zur Verfügung stellen. Von Arvato wird auch die Warn- und Hinweisdatenbank Informa HIS betrieben, die als „schwarze Liste“ der deutschen Versicherungswirtschaft bekannt ist. Die meisten Kfz-Versicherer greifen bei der Bonitätsprüfung ihrer Neukunden zudem auf Daten von Arvato Infoscore zurück.
Digitaler oder persönlicher Vertrieb: Wer gewinnt?
Meinung am Mittwoch Die Digitalisierung macht auch vor dem Vertrieb nicht halt. Das veränderte Kundenverhalten bedingt durch die steigende Smartphone-Nutzung, den Wunsch nach „Convenience“ und die zunehmende Transparenz von Produkten und Preisen durch Online-Vergleichsrechner stellt Versicherer und Vermittler vor große Herausforderungen. Wie werden digitale Beratungs- und Verkaufsprozesse künftig ablaufen und welche Rolle spielt dabei (noch) der Vermittler? Sollte in den Ausbau und die notwendige Verjüngung des zuletzt bei vielen Versicherern schrumpfenden „persönlichen“ Vertriebs investiert werden oder lieber in Soft- und Hardware, in den eigenen Direktversicherer auf der grünen Wiese, in die Entwicklung von Alexa-Skills oder in eines der vielen […]
ZZR wird leichter, Provisionsdeckel kommt
Die Bundesregierung hat den lang erwarteten Bericht zur Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes und ein Maßnahmenpaket vorgelegt. Das Dokument soll am Mittwoch vom Finanzausschuss diskutiert werden. Die Koalition will die Regeln für die Zinszusatzreserve (ZZR) verändern und damit die Zuführung reduzieren und die Auflösung strecken. Gleichzeitig soll ein Provisionsdeckel eingeführt werden (den Maßnahmenkatalog finden Sie weiter unten, den vollen Text der Evaluierung in unserer Whitepaper-Bibliothek). Zum ersten Mal werden dabei auch die Provisionen für Restschuldversicherungen ausdrücklich genannt. Details wie die Höhe des Deckels liegen noch nicht vor.
Haftpflichtkasse: Makler bei Digitalisierung mitnehmen
Versicherer und Vermittler stehen angesichts der Digitalisierung vor neuen Herausforderungen. Beide Seiten müssen sich digital vernetzen und gemeinsam neue Prozesse und Datenströme entwickeln. Sich dem Wandel zu verweigern, kann gefährlich sein, sagte Roland Roider, Vorstand der Haftpflichtkasse, bei einer Veranstaltung in Berlin. Die Versicherer hätten jahrelang Teile der Administration auf die Vertriebe verlagert, anstatt damit verbundene Probleme mit den Vermittlern anzugehen. Es sei im Interesse der gesamten Branche, dass Versicherer die Vermittler bei der Digitalisierung unterstützen und sie mitnehmen, appellierte Roider.














