Schneechaos in den USA, ein glimpflich ausgegangener Brand auf einem Autotransportschiff in der Nordsee, ein Großbrand in Hürth bei Köln und Eisschollen auf der Elbe: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.
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Claas Kleyboldt ist gestorben
Claas Kleyboldt hat im deutschen Versicherungsmarkt deutliche Spuren hinterlassen. Er war Vorstandsmitglied, Chef und Aufsichtsratsvorsitzender bei den Gesellschaften der Colonia, inzwischen Axa Deutschland. Kleyboldt beeindruckte durch seine körperliche Größe und seine klare, manchmal raubeinige Art. Er nahm selten ein Blatt vor den Mund. Claas Kleyboldt ist am 23. Januar 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben.
Positiver Trend bei Überschussbeteiligungen
Der Aufwärtstrend bei Überschussbeteiligungen in der Lebensversicherung hält 2026 an. Laut dem Analysehaus Morgen & Morgen profitieren Versicherte derzeit von stabilen Zins- und Kapitalmärkten. Seit der Trendwende 2023 stiegen die Überschüsse kontinuierlich, auch wenn zuletzt nicht mehr so viele Versicherer erhöht haben. Dieses Jahr werden 14 Anbieter die Überschussbeteiligungen anheben, so Morgen & Morgen. Die Stabilität der Märkte müsste aus Expertensicht in attraktiveren Produkten für Kunden münden.
Ombudsstelle: Kfz führt Beschwerde-Statistik an
Bei der Versicherungsombudsfrau Sibylle Kessal-Wulf sind im vergangenen Jahr fast 30.000 Beschwerden eingegangen – und damit mehr denn je. Gegen keine andere Sparte richteten sich 2025 mehr Anträge als gegen die Kfz-Versicherung. Auch hier legten die Beschwerden noch einmal zu. Aber auch in anderen Sparten stieg die Zahl der Anträge an.
Zeitreise: Axa, Aon, Allianz, Zurich
Im Januar 2006 war die Arbeitslosigkeit das dominierende Thema in Deutschland. Mehr als fünf Millionen Menschen waren ohne Arbeit, ein Anstieg um 12,1 Prozent. Die seit November 2005 regierende große Koalition unter Angela Merkel hatte Handlungsbedarf. In Bad Reichenhall stürzte die Eislaufhalle ein. In der Versicherungswirtschaft machten die Axa mit neuen Lebensversicherungspolicen, die Zurich mit Kostensenkungen und die Makler mit Beschwerden über das schlechte Regulierungsverhalten der Versicherer von sich reden.
Munich Re: Das vergiftete Abschiedsgeschenk
CEO Joachim Wenning hat die Munich Re mit einem Rekordgewinn verlassen und die Führung an Christoph Jurecka übergeben. Für die kommenden fünf Jahre verspricht das noch von Wenning verantwortete Zukunftsprogramm „Ambition 2030“ weiter stark steigende Gewinne. In einem spürbar weicher werdenden Markt ist das kaum zu schaffen. Die großspurigen Ankündigungen sollen die Kapitalmärkte gewogen halten, inzwischen ohnehin die wichtigste Zielgruppe der Munich-Re-Führung. Wennings Abschiedsgeschenk ist vergiftet, schreibt Herbert Fromme.
Viel Arbeit für den PKV-Ombudsmann
Der Ombudsmann für die private Krankenversicherung (PKV) wurde 2025 so häufig eingeschaltet wie noch nie. Insgesamt 9.755 Anträge gingen bei der Schlichtungsstelle in Berlin ein, nach 6.891 im Vorjahr. Eine einzelne Ursache gibt es dafür nicht. Ombudsmann Rainer Schlegel vermutet, dass finanziell eingeschränkte Spielräume bei allen Beteiligten ein höheres Konfliktpotenzial fördern und zudem die künstliche Intelligenz bei Suchen vermehrt auf die Schlichtungsstelle hinweist.
Ulf Mainzer: Von der Ergo in die FDP
Ex-Ergo-Vorstand Ulf Mainzer will sich politisch engagieren und kandidiert für den Vorsitz des FDP-Kreisverbands Düsseldorf, verkündete er auf dem sozialen Netzwerk Linkedin. In seiner Zeit bei Ergo war Mainzer für die Bereiche Recht, Compliance, Einkauf und Corporate Organisation verantwortlich. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Rückversicherer VIG Re, bei der Barmenia Gothaer, bei der VW-Finanzdienstleistungstochter Volkswagen Financial Services und bei der Rückversicherungstochter der R+V.
Willis: „Früher oder später endet jede Glückssträhne“
Versicherer sollten die Tatsache, dass die Katastrophenschäden im vergangenen Jahr nicht weiter gestiegen sind, keinesfalls als Zeichen für eine Entwarnung deuten, mahnt der Makler Willis. Dieses Glück werde nicht von Dauer sein, erklärt Scott St. George, Head of Weather & Climate, in einem aktuellen Bericht. Versicherer könnten die Risiken zwar immer besser abbilden, dies führe aber zu höheren bis unbezahlbaren Preisen. Auch für Europa wird es schwieriger.
D&O: Versicherer wollen keine Deckung von Bußgeldern
Ob die Versicherung von Geldbußen im Rahmen der D&O-Deckung erlaubt ist oder nicht, wird seit Langem kontrovers diskutiert. Für die D&O-Experten Daniel Kreienkamp von der Ergo und Daniel Messmer von der Swiss Re ist die Sache klar: Die Versicherung von Bußgeldern sollte nicht erfolgen – auch wenn bei den Kunden eine hohe Nachfrage danach besteht. Zurzeit wartet die Branche auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs.
Erste DORA-Bilanz: IT-Ausfälle sind häufiger als Cyber-Angriffe
Seit einem Jahr müssen Finanzunternehmen bei der BaFin melden, wenn sie Opfer eines Cyber-Angriffs wurden oder es aus anderen Gründen einen schweren Ausfall ihrer IT-Systeme gab. Dazu sind sie seit der Einführung des Digital Operational Resilience Act (DORA) verpflichtet. Von den insgesamt 525 Meldungen aus dem Finanzsektor stammt nur ein kleiner Teil von Erst- und Rückversicherern, wie Daten der Aufsicht zeigen.
Eiopa-Chefin Hielkema fordert europäischen Zusammenhalt
Um den europäischen Binnenmarkt stärken zu können, müssen die europäische Aufsichtsbehörde Eiopa und ihre nationalen Pendants enger zusammenarbeiten, forderte Eiopa-Chefin Petra Hielkema anlässlich der Eiopa-Konferenz. Das sei die Voraussetzung dafür, dass Europa auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig bleiben könne.
Zurich will Maschinen- und Anlagenbauer fit machen für den Klimawandel
Mit einem neuen Angebot will die Zurich Deutschland Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus dabei unterstützen, sich gegen klimabedingte Risiken zu wappnen. Der Versicherer kooperiert dabei mit dem Makler VSMA, der dem Branchenverband VDMA gehört. Den Unternehmen steht zu vergünstigten Konditionen eine „Klimaszenarioanalyse“ zur Verfügung, die Risiken und Schwachstellen aufzeigt und konkrete Maßnahmen vorschlägt.
Versicherer fordern Einigkeit bei Ersatzteilen
Der Versichererverband GDV hat anlässlich des Verkehrsgerichtstages in Goslar die Bedeutung von Gebrauchtteilen bei der Reparatur von Unfallfahrzeugen betont. Sie könnten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Kreislaufwirtschaft leisten. Dafür müssten aber zunächst ein klarer rechtlicher Rahmen, gewisse Qualitätsstandards sowie eine entsprechende Akzeptanz bei Fahrerinnen und Fahrern geschaffen werden, so der Verband. Dass die Versicherer auf die Weise auch ihre Ausgaben ob der exorbitant gestiegenen Preise für Teile und Werkstattstunden reduzieren können, liegt auf der Hand.
Alarmstufe Rot im D&O-Markt
Großschäden und Insolvenzen belasten die D&O-Versicherer. Doch eine Marktverhärtung lässt bislang auf sich warten. In ein bis zwei Jahren könnte es aber so weit sein, erwarteten Experten auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz in Köln. Die aktuelle Situation sei auch nicht im Interesse der Kunden, warnte Daniel Messmer, D&O-Experte beim Rückversicherer Swiss Re. Denn am Ende zahle immer der Kunde, nicht der Versicherer. Diskussionen gab es auch um die Zukunft von persönlichen D&O-Deckungen.














