Herbert Frommes Kolumne Die erste Pressekonferenz des neuen BaFin-Chefs Mark Branson war voller Merkwürdigkeiten und knapp an Inhalt. Doch das sollte niemanden täuschen. Branson hat eine glasklare Agenda: Er will den Verbraucherschutz deutlich stärken und dazu auch mal schneller als bisher schießen. Zu den Absichten einer neuen Bundesregierung passt das gut, gleichgültig welche Parteien sie stellen werden. Für die Versicherer bedeutet das, dass sie sich an einen neuen Aufsichtsstil gewöhnen müssen.
Archiv ‘BaFin’
BaFin-Chef: „Noch nicht am Ziel“
Die BaFin soll schneller werden und auch mehr Risiken eingehen, um rechtzeitig zu handeln. Das kündigte der im August ins Amt gekommene Chef Mark Branson in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies an. Kukies sagte, von den 150 neu geschaffenen Stellen seien 80 Prozent bereits jetzt oder bald besetzt. Doch der Umbau der BaFin ist noch lange nicht am Ziel, warnte Branson. Es werde mehrere Jahre dauern, bis die Aufsicht auf dem angestrebten Niveau sei, auch wenn das eigentliche Projekt Ende 2021 abgeschlossen sein soll.
Rückversicherertreffen in Präsenz
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Rückversicherertreffen in Baden-Baden sowie Pressekonferenzen des BDVM und der BaFin
Getsafe sammelt 80 Mio. Euro ein
Das Insurtech Getsafe aus Heidelberg erweitert seine Series-B-Finanzierungsrunde um 55 Mio. Euro auf 80 Mio. Euro. Mit dem frischen Kapital der größten Family Offices aus Deutschland und der Schweiz sowie der Wagniskapitalgeber Earlybird und Abacon Capital möchte der Assekuradeur in seinen neuen Versicherer, Technologie und weiteres Wachstum investieren. Auch bestehende Investoren wie der Rückversicherer Swiss Re und Commerzventures beteiligen sich an der aktuellen Runde.
Politik und Aufsicht
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Pressegespräch des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute sowie der BaFin, Webinar von Insurance Europe mit der neuen Eiopa-Chefin und Consumer Protection Day der europäischen Aufsichtsbehörden
Ottonova wagt den Schritt in die Lebensversicherung
Exklusiv Der junge private Krankenversicherer Ottonova will sein Produktportfolio vergrößern. Geplant ist der Einstieg in die Lebensversicherung. Entsprechende Informationen des Versicherungsmonitors bestätigte Unternehmenschef und Gründer Roman Rittweger. Startschwierigkeiten, wie es sie in der privaten Krankenversicherung gab, erwartet er nicht. „Wir sind auf jeden Fall optimistisch“, so Rittweger. Ottonova habe in den vergangenen Jahren viel dazugelernt – unter anderem im Vertrieb und Marketing.
Ex-HDI-Vorstand arbeitet jetzt für Dienstleister
Leute – Aktuelle Personalien Christoph Wetzel (Bild), bis Sommer noch Chef der HDI Versicherung, ist jetzt Vorstand bei einem Dienstleister der Branche. Die On Service Group will durch die Auslagerung von Geschäftsprozessen stark wachsen. Außerdem: Chubb hat eine neue Business Development Managerin für die Region Mitte. Der Chef-Versicherungsaufseher der BaFin Frank Grund ist erneut in den Verwaltungsrat der Eiopa gewählt worden. AIG baut sein Team in der Schweiz aus. HDI Global hat einen neuen Claims Manager in Singapur ernannt. Der Chef von Brit muss eine krankheitsbedingte Auszeit nehmen und MS Amlin hat mit dem Finanzchef den ersten Mitarbeiter seiner […]
„Die ZZR ist für mich nur noch ein Motorrad-Modell“
Nachdem die Corona-Pandemie die Geschäfte für eine ganze Weile ausgebremst hat, könnte bald wieder Fahrt aufkommen bei Run-off-Deals. „Die Logik und die Notwendigkeit sprechen für eine Run-off-Welle“, sagte Arag-Chef Renko Dirksen (Bild) auf der vierten Kurzkonferenz des Versicherungsmonitors, den Breakfast Lectures. Sein Unternehmen hatte vor fünf Jahren den Lebensversicherer verkauft – nach wie vor eine gute Entscheidung, findet Dirksen. Sein Kollege Andreas Wimmer von der Allianz Lebensversicherung betonte dagegen lieber die Alleinstellungsmerkmale der Branche, zum Beispiel als Anleger in nachhaltige Investments.
BaFin: Mehr als 8 Mrd. Euro Flutschäden
Eine neue Umfrage der Finanzaufsicht BaFin unter deutschen Versicherern und Rückversicherern hat ergeben, dass diese nun mit einem maximalen Schaden von rund 8,2 Mrd. Euro aus dem Juli-Hochwasser rechnen. Das liegt über der jüngsten Schätzung des Versichererverbands GDV, die von rund 7 Mrd. Euro Schaden ausging. Laut einer neuen Auswertung des Verbands ist die Gewerbe- und Industrieversicherung von dem Hochwasser stark betroffen.
BaFin nimmt sich Allianz SE vor
Die milliardenschwere Krise der Allianz in den USA hat jetzt auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin auf den Plan gerufen. Branchenkenner bestätigten einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Aufsicht eine Untersuchung in die Vorgänge bei dem Versicherer gestartet hat. Hintergrund sind Verluste von US-Anlegern mit Fonds der Allianz Anfang 2020, die sich auf 6 Mrd. Dollar belaufen sollen. Wegen der Verluste ermitteln auch die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium in seiner Rolle als oberste Strafverfolgungsbehörde.
BaFin: Cybersparte wächst deutlich
Die in Deutschland tätigen Anbieter von Cyberversicherungen haben laut der Finanzaufsicht BaFin im vergangenen Jahr Prämieneinnahmen von 240 Mio. Euro eingenommen. Die Zahlen sind das Ergebnis einer Umfrage der Aufsicht unter den Anbietern, deren erste Ergebnisse am Mittwoch auf der Euroforum Cyber-Konferenz veröffentlicht wurden. Laut BaFin-Referatsleiter Ramon Platt zeigte die Umfrage auch, dass die Versicherer im Schnitt im Cyber-Bereich profitabel arbeiten. Er bekräftigte außerdem die Forderung der Aufsicht nach einer besseren Finanzierung von Start-ups.
Henchoz: „Wieder die Nähe zum Kunden finden“
Versicherungsmonitor O-Ton Hannover Rück-Chef Jean-Jacques Henchoz ist zufrieden damit, wie der Konzern bisher durch die Corona-Krise gekommen ist. Im Versicherungsmonitor-Podcast erläutert er, warum die erste Zeit der Pandemie für ihn persönlich herausfordernd war – und warum es jetzt wichtig ist, den Kontakt zu Kunden und Partnern wieder hochzufahren, nachdem Besuche und persönlicher Austausch monatelang auf das Nötigste beschränkt waren.
„Bernd“: R+V zahlt knapp halbe Milliarde Euro
Das Sturmtief „Bernd“ kommt die R+V teurer zu stehen als zunächst erwartet. Nach einer vorsichtigen Schadenschätzung im Juli, die bei 167 Mio. Euro lag, musste der Wiesbadener Versicherer seine Prognose jetzt deutlich anheben. Bis heute sind 14.000 Schadenmeldungen in Höhe von insgesamt 470 Mio. Euro bei der R+V eingegangen. Das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht, doch schon jetzt steht fest: 2021 ist das bisher teuerste Naturkatastrophenjahr in der rund 100-jährigen Unternehmensgeschichte der R+V.












