Archiv ‘BVK’

Grund: „Dann ist der Branche nicht mehr zu helfen“

BaFin-Versicherungsaufseher Frank Grund setzt die Lebensversicherer unter Druck. Sie sollten das kürzlich von der Behörde zum Zweck der Konsultation veröffentlichte Merkblatt nicht auf die leichte Schulter nehmen. Stattdessen sollten sie es als letzte Chance betrachten, deutlich schmerzhaftere Schritte seitens der EU zu verhindern, etwa ein Provisionsverbot, betonte er beim Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung. „Wenn wir es noch nicht einmal schaffen, Exzesse in der Provisionsgestaltung angemessen einzudämmen, dann ist aus meiner Sicht der Branche nicht mehr zu helfen“, sagte Grund.

Wochenspot: Wohngebäude, MRH Trowe und BGH

 Wochenspot – der Podcast  Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Redakteurin Kaja Adchayan (rechts) und Chefredakteurin Friederike Krieger über nötige Preiserhöhungen in der Wohngebäudeversicherung, den jüngsten Zukauf der Maklergruppe MRH Trowe und das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Streit um Leistungen aus Betriebsschließungspolicen.

BVK wettert gegen mögliches Provisionsverbot

Der Verband der Versicherungsvermittler BVK hat auf den Brief von EU-Kommissarin Mairead McGuinness zur Diskussion über ein mögliches Provisionsverbot für Versicherungsanlageprodukte reagiert und warnt vor den Folgen. Die Existenz der Vermittler stehe auf dem Spiel, Verbraucher dürften wegen der Kosten auf eine Beratung verzichten, heißt es in einer Mitteilung. Hintergrund der Diskussion ist die geplante EU-Kleinanlegerstrategie.

Der BVK möchte keine „Bürgerrente“

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kritisiert das vom Gesamtverband der Versicherer vorgeschlagene Konzept einer „Bürgerrente“ – nicht zuletzt wegen der vorgesehenen digitalen Abschlussoption. Zielführender als die Einführung eines solchen Standardprodukts für alle wäre eine Reform der Riester-Rente, findet BVK-Präsident Michael Heinz. Bei ihr möchte der Verband seine Expertise einbringen.

GDV und R+V zahlen Millionen für Lobbyarbeit

Das vor einem Jahr eingeführte Lobbyregister des Deutschen Bundestages hat etwas mehr Licht ins Dunkel der Lobbyarbeit gebracht. Der Bürgerbewegung Finanzwende reicht das aber nicht, sie fordert noch mehr Transparenz und Regulierung. Versicherer und Banken haben 2021 viel Geld in die Hand genommen, um Entscheidungsträger und -prozesse zu beeinflussen. Der Versichererverband GDV machte satte 15 Mio. Euro locker, die R+V immerhin 1,5 Mio. Euro.

Dobner und Harting verlassen Marsh

 Leute – Aktuelle Personalien  Die prominenten Marsh-Manager Oliver Dobner (Bild) und Frank Harting verlassen den Makler. Der Weggang ist Teil einer umfassenden Reorganisation, die der neue Deutschlandchef Jens-Daniel Florian-Jansen angestoßen hat. Dabei fällt eine ganze Ebene weg. Außerdem: Giovanni Liverani wird der neue Präsident des Verwaltungsrats der Generali Schweiz, und der Kunstversicherer Arte Generali verkündet gleich drei weibliche Neubesetzungen. Neuigkeiten gibt es auch aus Berlin.

Heinz: Check24 ist „vorbestrafter Makler“

Mit Vermittlern, die über die Stränge schlagen und sich nicht an gesetzliche Vorgaben halten, müsse hart ins Gericht gegangen werden, forderte Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute beim Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors. Notfalls müsse es Zulassungsverbote geben. Der Verband selbst hatte mehrere Prozesse gegen das Online-Vergleichsportal Check24 geführt: wegen Mängeln bei Transparenz und Beratung sowie Verstoßes gegen das Provisionsabgabeverbot. Check24 sei jetzt ein „vorbestrafter Makler“, so Heinz.

Vermittler stochern im Nebel der Nachhaltigkeit

Das allgegenwärtige Thema Nachhaltigkeit ist seit diesem August auch Bestandteil der Beratungsgespräche von Versicherungsvermittlern. Der Mangel an allgemeingültigen Definitionen und verlässlichen Vorgaben stelle Vermittler, vor allem ungebundene, in puncto Haftung allerdings vor große Probleme, monierte Michael Heinz, Präsident des Vermittlerverbands BVK, auf dem Münsterischen Versicherungstag. Kritik an EU-Regulierung, Bundesregierung und BaFin kam von Matthias Beenken, Professor an der FH Dortmund. BaFin-Aufseher Frank Grund warnte vor überstürzten Schritten.

BaFin: Merkblatt soll Provisionsverbot verhindern

Der Merkblatt-Entwurf, in dem die BaFin ankündigt, gegen überhöhte Effektivkosten und Vermittlervergütungen in der Lebensversicherung vorzugehen, sei notwendig, um Schlimmeres zu verhindern, betonte BaFin-Versicherungsaufseher Frank Grund bei der Jahrestagung der Behörde. Wenn Exzesse nicht unterbunden würden, drohe über kurz oder lang ein Verbot des provisionsbasierten Vertriebs, wie es schon in einigen Nachbarländern passiert ist. Versicherer und Vermittler scheinen das ähnlich zu sehen. Bei einer Diskussionsrunde leisteten sie erstaunlich wenig Gegenwehr gegen die Vorschläge der Aufsicht.

Votum kritisiert BaFin-Entwurf

Der jüngste Entwurf der Finanzaufsicht BaFin für Kostenrichtwerte in der Lebensversicherung stößt bei Vermittlern erwartungsgemäß auf Kritik. Der Votum-Verband spricht von vielen offenen Fragen und erklärt, es drohe eine zu einseitige Fokussierung auf die Kosten von Produkten. Teure und komplexe Policen könnten schließlich auch zu höheren Renditen führen. Als Beleg dafür führt der Verband ausgerechnet die Versicherungsaufsicht Eiopa an.

Oh Schreck, der Halloween-Dreck muss weg!

 Nachschlag – Der aktuelle Kommentar  Viele amerikanische Trends schaffen es irgendwann nach Europa und Deutschland. So auch das Feiern von Halloween. Während die gruseligen oder lustigen Kostüme noch ganz spaßig sind, sind Trends wie das Streiche spielen weniger lustig – zum Beispiel, wenn die geworfenen Eier ein Fenster zerstören. Versicherer hierzulande reagieren auf diese Entwicklung typisch deutsch. Sie sollten sich lieber etwas von ihren amerikanischen Kollegen abschauen.

Provisionsrichtwert lässt BDVM kalt

Der Maklerverband BDVM blickt der Einführung des zuletzt diskutierten Provisionsrichtwertes gelassen entgegen, betonte Vorstand Hans-Georg Jenssen (Bild) auf der Finanzmesse DKM. Michael Heinz, Präsident des Vermittlerverbands BVK, der jahrelang gegen Provisionsbegrenzungen wetterte, zeigte angesichts der immer noch vorhandenen schwarzen Schafe Verständnis, dass die BaFin das Thema weiterverfolgt. Das wahre Übel seien aber Versicherer, die überhöhte Provisionen immer noch zulassen. Jenssen und Heinz eint die Sorge vor den Plänen der EU, Versicherungsvertrieb gegen Provision vollständig abzuschaffen.

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