Archiv ‘Digitalisierung’

Innovation: Auf die Plätze, fertig? – Los!

 Meinung am Mittwoch  Die beiden Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci haben ihren mRNA-Impfstoff in unvorstellbar kurzer Zeit entwickelt und auf den Markt gebracht. An ihrer Innovationskraft und Beharrlichkeit in der Durchsetzung sollte sich auch die Versicherungsbranche ein Beispiel nehmen. Verglichen mit dem mRNA-Impfstoff kommt die Assekuranz bei ihrem Mega-Projekt Digitalisierung leider deutlich langsamer voran. Innovation ist nicht unsere stärkste Disziplin. Das müssen wir im ureigenen Interesse ändern.

Witzel und Braun gründen Datenanalyse-Firma

 Exklusiv  Rainer Witzel, Mitgründer der gescheiterten digitalen Ausschreibungsplattform für Industrierisiken Inex24, wagt einen neuen Anlauf, um die Digitalisierung der Industrieversicherung voranzubringen. Gemeinsam mit Dirk Braun, dem ehemaligen Chief Operating Officer des Beraters und Maklers Willis Towers Watson, hat er einen Dienstleister für Datenanalyse namens Xedaris gegründet. Die Firma soll Versicherern, Maklern, aber auch Industriekunden helfen, ihre Risiken besser zu verstehen. Von dort wäre der Schritt zu einem Inex 2.0 nicht weit.

Munich Re kauft Gesundheitsdaten-Spezialisten

Die Munich Re will ihren Erstversicherungskunden in den USA bei der Digitalisierung der Lebens- und Krankenversicherung unter die Arme greifen. Dafür kauft sie den Datenspezialisten Clareto. Mit den Informationen von Clareto über Behandlungen, Medikamenteneinnahme und Allergien von Endkunden sollen die Versicherer den Underwritingprozess digitalisieren und viel Papierkram sparen können.

PKV erreicht Kunden mit Gesundheitsservices nicht

Mit ihrem Angebot an Gesundheitsleistungen dringen die privaten Krankenversicherer (PKV) nicht bei ihren Kunden durch. Nach einer aktuellen Befragung von Assekurata Solutions wissen mehr als die Hälfte der Privatversicherten nicht, dass ihr Anbieter solche Services im Angebot hat. Der Anteil hat sich in den vergangenen Monaten sogar noch erhöht. Bei den gesetzlich Versicherten sieht es nicht viel besser aus. Bei denjenigen, die digitale Serviceangebote nutzen, stehen Kundenportal und -App ganz oben.

Gewerbepolicen: Vom Stiefkind zum neuen Liebling

 Meinung am Mittwoch  Während Privat- und Industriekundengeschäft in den vergangenen Jahren fleißig modernisiert und digitalisiert wurden, war die Gewerbeversicherung eher das Stiefkind. Das ändert sich gerade: Seit einigen Monaten entwickelt sich das Segment sogar zunehmend zu „Everybody’s Darling“. Mit gutem Grund, denn der Markt ist attraktiv, sein Potenzial nicht ausgeschöpft – und die Anforderungen an Gewerbeprodukte sind gar nicht so komplex.

Arag schließt Legaltech Justix

 Exklusiv  Der Düsseldorfer Versicherer Arag schließt seine Tochter Justix in Köln mit sofortiger Wirkung. Das Unternehmen hat 39 Mitarbeiter. Arag hatte Justix 2017 gegründet. Das Legaltech sollte digital als juristischer Dienstleister auftreten. Doch inzwischen kann das Mutterhaus das ebenso gut. Die Tochtergesellschaft wird nicht mehr benötigt.

Jung, DMS & Cie. mit neuer bAV-Plattform

Der Münchener Maklerpool Jung, DMS & Cie. bietet künftig eine digitale Plattform für betriebliche Vorsorgeprodukte. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister eVorsorge hat er das Portal Plug-Insurance gestartet. Zielgruppe sind kleine und mittelgroße Unternehmen, die bislang oft Schwierigkeiten bei der digitalen Vermittlung von Betriebspolicen in der Altersversorgung, der Krankenversicherung und der Pflegeversicherung haben. Und: Das Insurtech Xempus, das ebenfalls eine Plattform für die betriebliche Altersversorgung (bAV) betreibt, kooperiert mit Germanbroker.

Versicherungskammer meldet weniger Umsatz

 Exklusiv  Die erfolgsverwöhnte Versicherungskammer Bayern musste 2021 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Aber Konzernchef Frank Walthes erklärt im Interview mit dem Versicherungsmonitor, dass genau diese Entwicklung geplant war – weil die Gruppe Lebensgeschäft gegen Einmalbeitrag sowie klassische Verträge zurückfährt. Außerdem geben die Bayern das in Großbritannien gezeichnete Geschäft auf. Für die Naturkatastrophen im Sommer mussten die Bayern 300 Mio. Euro aufbringen. Bei Vorhersagen für 2022 ist Walthes vorsichtig – denn ein Einbruch der Wirtschaft könnte auch die Einnahmen treffen.

Getsafe nimmt neue europäische Märkte ins Visier

 Exklusiv  Das Insurtech Getsafe hat die Marke von 300.000 Kunden geknackt. Sie kommen bisher hauptsächlich aus Deutschland und zum Teil aus Großbritannien. Das soll sich in Zukunft ändern. Deshalb haben die Heidelberger bei der Finanzaufsicht BaFin die Lizenzen für die Märkte Frankreich, Italien und Österreich beantragt. Doch auch die deutschen Kunden vergisst das Unternehmen nicht: Bei ihnen setzt der Digitalversicherer auf die Lebensversicherung.

Ukraine-Krieg wird Großschaden für Lloyd’s

Der Krieg in der Ukraine wird in diesem Jahr zu einem Großschaden für Lloyd’s of London führen, teilte der Versicherungsmarkt anlässlich der Veröffentlichung seiner Zahlen für das Jahr 2021 mit. Details zur Belastung nannte Lloyd’s allerdings nicht. Die direkten und indirekten Schäden werden sich aber in Grenzen halten und keine Solvenzprobleme verursachen, ist der Versicherungsmarkt überzeugt. Nach einem Verlust von 900 Mio. Euro im Corona-Jahr 2020 ist Lloyd’s 2021 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Technische Schulden entscheiden über Erfolg

 The Long View – Der Hintergrund  Mit den vielen neuen IT-Projekten in der Versicherungsbranche werden unweigerlich technische Schulden entstehen. Technische Schulden entstehen etwa bei unvollständiger Umsetzung von IT-Lösungen. Es entstehen Arbeitsaufwände, die mit der Zeit wachsen. Bislang findet dieser Begriff aber zu wenig Aufmerksamkeit hierzulande. Mittlerweile ist zwar immer mehr Versicherern klar, dass sie nicht am technischen Status quo festhalten können, sie unterschätzen aber den Aufwand, der für die Veränderung nötig ist.

Wefox will Flottenversicherung digitalisieren

Wefox schließt eine Partnerschaft mit Technologieunternehmen aus dem Mobilitätssektor. Ziel der Kooperation ist es, Daten über das Fahrverhalten zu nutzen, um bessere Versicherungslösungen für Fahrzeugflotten zu entwickeln. So will der Digitalversicherer die Verarbeitung großer Datenmengen weiter perfektionieren.

Herbert Fromme

Das Homeoffice-Problem (und mögliche Lösungen)

 Herbert Frommes Kolumne  Am Montag endet die Pflicht der Arbeitgeber, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei denen das möglich ist, die Arbeit von Zuhause aus zu ermöglichen. Ein Unternehmen könnte darauf bestehen, die Verhältnisse von vor der Pandemie wieder herzustellen. Das ist kaum realistisch. Eine Mischung aus Homeoffice und Büro wird die Norm werden. Aber damit die neue Arbeitswelt nicht zum Problem für Belegschaften und Unternehmen wird, gilt es, einige Regeln zu beherzigen.

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