The Long View – Der Hintergrund Die Verschmelzung aus realer und virtueller Welt könnte für Versicherer künftig immer interessanter werden: Im Metaversum können sie potenzielle Neukunden sowie Bestandskunden in ihrer neuen Lebenswirklichkeit erreichen, im Schadensfall unkompliziert Hilfestellung bieten und durch die Versicherung von digitalen Vermögenswerten zusätzliches Geschäft generieren. Wer jetzt erste Schritte in diese Richtung unternimmt, kann sich Vorteile gegenüber Konkurrenten verschaffen, sich zukunftsfähig aufstellen und Potenzial heben.
Archiv ‘Digitalisierung’
Allianz Partners bekommt neuen Deutschland-Chef
Leute – Aktuelle Personalien Der Assistance-Dienstleister Allianz Partners befördert den ehemaligen Chief Sales Officer Carsten Staat (Bild) zum neuen Deutschland-Chef. Außerdem: Der zur Signal Iduna gehörende Rechtsschutzversicherer Deurag verabschiedet seinen Vertriebsvorstand Thomas Wolf. Der Badische Gemeinde-Versicherungs-Verband schafft eine neue Position im Führungsteam, und bei Swiss Re Corporate Solutions gibt es einen Nachfolger für den Greater China-CEO-Posten.
Neuer Digitalmakler geht in die Offensive
Exklusiv Der Berliner Digitalmakler Surein stellt der Maklerbranche kein gutes Zeugnis aus. Wenn es um kleine Unternehmer geht, fehlt es an Kundenzentriertheit und digitalen Angeboten, findet Mitgründer Daniel Dierkes. „Der Kleinstunternehmer befindet sich im toten Winkel zwischen den B2C-Angeboten, die den Endkunden abholen, und dem B2B-Geschäft, das über Makler vor Ort abläuft“, sagt er im Interview. Dieses Problem will das Start-up angehen.
Lohrmanns Verunsicherung: Schwierige Jobsuche
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Versicherern fällt es schwer, die richtigen Fachkräfte zu finden.
Französischer Digitalmakler kauft in Deutschland zu
Exklusiv Der digitale Versicherungsmakler +Simple aus Marseille kommt nach Deutschland. Das französische Unternehmen hat den Assekuradeur Carl Rieck in Rödermark vollständig übernommen, der bisher den Eignern der Gruppe Carl Rieck Assecuradeur Hamburg, dem Management und dem Versicherer Hiscox gehörte. Der Hunger nach weiteren Übernahmen in Deutschland sei geweckt, erklärt +Simple-Mitgründer Eric Mignot im Interview. +Simple könne kleinen und mittelgroßen deutschen Maklern interessante Angebote machen.
BaFin warnt vor Cyberrisiken
Die zunehmende Digitalisierung bietet Versicherern viele Chancen, doch auch die Risiken steigen. In einer aktuellen Veröffentlichung warnt die Finanzaufsicht BaFin vor den Auswirkungen von Cyberangriffen, die in ihrer Häufigkeit und Schwere deutlich zugenommen haben. Finanzunternehmen seien besonders verwundbar. Ein weiteres Risiko für die Anbieter ist das anhaltende Niedrigzinsumfeld. In diesem Zusammenhang spricht sich die BaFin erneut für eine angemessene Provisionshöhe aus.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Umstellung auf einen Multikanal-Vertrieb von Versicherungen erscheint angesichts fortschreitender Digitalisierung und einer Veränderung der Kundenbedürfnisse unumgänglich. Ein Selbstläufer ist sie nicht, vor allem in den Vertrieben kommt das oft nicht gut an. Denn durch einen direkten Online-Kanal vom Kunden zum Versicherer tritt letzterer in direkten Wettbewerb mit seinen Vermittlern. Um eine kooperative Zusammenarbeit sicherzustellen, sind Versicherer gut beraten, die einzelnen Aufgaben und die unterschiedlichen Provisionsansprüche, die sich aus verschiedenen Varianten des Kanalwechsels ergeben können, vertraglich zu regeln.
Lemonade-Verluste werden immer größer
Der US-Versicherer Lemonade hat im vergangenen Jahr die Zahl der Kunden und die Prämieneinnahmen deutlich gesteigert. Allerdings ist er weiter als je zuvor von der Profitabilität entfernt: Die Verluste des Unternehmens haben sich im Vergleich zu 2020 fast verdoppelt. Zumindest offiziell kann das den Optimismus des Vorstands nicht trüben: Lemonade stehe „deutlich größer, diversifizierter und strategisch stärker da als je zuvor“, heißt es in einem aktuellen Aktionärsbrief.
Allianz-Dividende: Das süße Gift
Herbert Frommes Kolumne Allianz-Konzernchef Oliver Bäte zieht alle Register. Höhere Dividende, garantierte Dividendensteigerung in den kommenden Jahren und milliardenschwerer Aktienrückkauf – trotz einer Rückstellung von fast 4 Mrd. Euro, die der Konzern für die Folgen des Structured Alpha-Skandals bilden muss. Bäte glaubt, dass er das alles tun muss, um die Aktionäre gewogen zu halten. Offenbar haben sie immer noch Probleme mit dem Geschäftsmodell der Allianz und der aktuellen Umsetzung.
R+V24 verschwindet vom Markt
Exklusiv Der Wiesbadener Versicherer R+V will mit einem einheitlichen Markenauftritt stärker im Digitalvertrieb wachsen. Dafür stampft er seine bisherige Digitalmarke R+V24 ein. Das 2008 gestartete Projekt, das nie wirklich ins Rollen gekommen ist, findet damit sein Ende. R+V hofft, mit einem neuen Omnikanal-Ansatz digital-affine Kunden zu erreichen. Die strategische Neuausrichtung geht mit personellen Änderungen im Vorstand der R+V Direktversicherung einher.
Versicherungskammer erweitert Telemedizin-Angebot
Die Versicherungskammer hat ihre Kooperation mit dem Telemedizin-Unternehmen Medgate ausgeweitet. Kunden in der Kranken- und der Reiseversicherung können jetzt per App telemedizinische Leistungen wie Videosprechstunden in Anspruch nehmen. Die Partner haben langfristig ehrgeizige Pläne. So wollen sie ein digitales Versorgungsmanagement aufbauen. Bis Ende 2021 hatte der öffentliche Versicherer bei Videosprechstunden mit Teleclinic zusammengearbeitet, Medgate war damals nur zuständig für die telefonische Betreuung und Steuerung der Versicherten.
McKinsey schaut auf die Zukunft der Versicherer
Das Beratungsunternehmen McKinsey & Company hat seinen ersten Global Insurance Report veröffentlicht. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie für die kommenden Jahre. Die Analysten gehen davon aus, dass Versicherer sich mit grundlegenden strategischen Fragen auseinandersetzen müssen, um zu überleben. „Die Branche steht an der Schwelle zu einem Paradigmenwechsel“, sagte Stephan Binder, Co-Autor des Berichts und Senior Partner bei McKinsey.
Wo bleibt sie nur, die Insurtech-Revolution?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Revolution der Insurtechs ist im Versicherungsmarkt bisher ausgeblieben, während Disruptionen durch Jungunternehmen in anderen Märkten bereits in vollem Gange sind. Die Versicherungs-Start-ups stehen zwar hoch in der Gunst von Wagniskapitalgebern, an den Börsen haben aber viele der Unternehmen kräftig an Wert eingebüßt. Ihre Technologien halten oft nicht, was sie versprechen. Die Insurtech-Revolution abzuschreiben wäre aber in jedem Fall verfrüht.












