Archiv ‘Digitalisierung’

Insurtech-Investitionen knacken 10 Mrd. Dollar-Marke

Start-ups aus dem Versicherungsbereich haben in den ersten drei Quartalen 2021 insgesamt 10,5 Mrd. Dollar (9,04 Mrd. Euro) von Investoren bekommen. Das hat eine Studie des Maklers und Beraters Willis Towers Watson (WTW) ergeben. Damit überschreitet das Finanzierungsvolumen erstmals die Marke von 10 Mrd. Dollar. Die Analysten von WTW haben zwei Trends ausgemacht: Investoren steigen immer früher und kapitalintensiver bei Insurtechs ein. Deshalb warnt WTW vor Überbewertungen.

Überraschende Effekte der Corona-Pandemie

Für viele kam die Corona-Pandemie unerwartet, für die Assekuranz war allerdings vor allem überraschend, in welchen Bereichen die Krise Auswirkungen hatte. Entgegen den Erwartungen war vor allem der Schaden- und Unfall-Bereich betroffen und weniger die Lebensversicherung, sagten Experten auf einer Veranstaltung von A.M. Best. Die direkten Auswirkungen hielten sich aber insgesamt in Grenzen, anders sieht das bei den langfristigen Konsequenzen für den Versicherungsmarkt aus.

Digitale Ökosysteme: Nicht nur „1 oder 0“

 Meinung am Mittwoch  Viele Versicherer befürchten, in Ökosystemen keine treibende Rolle einnehmen zu können. Doch das Mitwirken an Ökosystemen ist keine „1 oder 0“-Entscheidung. Wer dabei ist, hat nicht nur die Wahl zwischen Orchestrieren, also dem Gestalten der Kundenschnittstelle, und einem bloßen Einfügen in die Ökosysteme anderer. Digital aufgestellte Versicherer haben viele attraktive Möglichkeiten. Für Versicherer sind Ökosysteme keine Wette fürs nächste Jahr, sondern ein vielversprechender Weg ins nächste Jahrzehnt.

Gossmann will Schadenakten digitalisieren

 Exklusiv  Der Abwicklungsspezialist Arndt Gossmann geht unter die Technologie-Anbieter. Zusammen mit dem schweizerisch-dänischen High Tech-Unternehmen Deon Digital gründet seine Run-off-Firma Gossmann & Cie dafür ein Gemeinschaftsunternehmen. Die Firma namens DGTAL bietet Versicherern und Rückversicherern ein Tool an, mit dem sie ihre Schadenakten digitalisieren und auswerten können. Das soll nicht nur helfen, Reservierungen für Schäden akkurater einzuschätzen, sondern den Unternehmen auch einen besseren Überblick über ihren Bestand verschaffen.

Agilität ist mehr als nur ein Modewort

 Meinung am Mittwoch  Viele Konzernchefs sprechen darüber, wie sie in ihren Unternehmen agile Arbeitsweisen einführen, Berater wollen dabei tatkräftig unterstützen. Ähnlich wie bei der Digitalisierung scheint es zunächst um einen Trend zu gehen, bei dem alle dabei sein wollen. Doch Agilität ist mehr als ein Modethema. Es geht um flexibles, crossfunktionales Arbeiten, bei dem die Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt stehen. Das ist immer noch nicht selbstverständlich und markiert auch nicht das Ende der Entwicklung im Unternehmen.

ESA: Mehr Kontrolle statt mehr Regeln

Versicherer, Banken und der Finanzmarkt sind in Europa zwar gut reguliert, allerdings müssen die Behörden mehr darauf achten, dass die Regeln auch eingehalten werden. Darin waren sich die Diskussionsteilnehmer beim Verbraucherschutztag der drei Aufsichtsbehörden Eiopa, EBA und ESMA (kurz: ESA) einig. Das ist besonders im digitalen Zeitalter wichtig: Durch die neuen Möglichkeiten und Angebote haben Verbraucher mehr Auswahl, aber es gibt auch mehr Fallen, in die sie tappen können. Um die Verbraucher zu schützen, müssen die Aufsichtsbehörden bei der Digitalisierung mithalten. Das klappt aber nicht immer, meinen die Experten.

Karuth-Zelle: Veränderungen kommen aus den Teams

Um die Digitalisierung und den Kulturwandel bei Versicherungsunternehmen voranzutreiben, hat die richtige Zusammensetzung von Teams eine entscheidende Bedeutung. „Man kann eine Veränderung nicht von oben ansagen, denn dann passiert gar nichts“, sagte Barbara Karuth-Zelle, die im Vorstand der Allianz SE für Operations und IT zuständig ist, beim Bayerischen Finanzgipfel der Süddeutschen Zeitung. Wenn die Mitarbeiter selbst feststellen, welche Vorteile Teams bieten, in denen Menschen verschiedenen Alters, verschiedenen Geschlechts und unterschiedlicher fachlicher Prägung arbeiten, habe das viel mehr Erfolg.

Ottonova muss noch warten

Die Frage, ob der digitale Krankenversicherer Ottonova für seinen digitalen Arztbesuch bei Schweizer Ärzten werben darf, ist immer noch ungeklärt. Der Bundesgerichtshof hat sich am Donnerstag mit der seit 2018 laufenden Auseinandersetzung zwischen dem Münchener Unternehmen und der Wettbewerbszentrale befasst. Die Verkündung der Entscheidung hat das Gericht für einen späteren Zeitpunkt angekündigt. Vorher möchte sich Ottonova nicht zu dem Verfahren äußern.

Allianz Direct startet in Spanien

Der neue Direktversicherer der Allianz ist jetzt auch in Spanien an den Start gegangen und hat sich dafür die lokale Gesellschaft Fénix Directo einverleibt. Seit dem heutigen Donnerstag könnten spanische Kunden schnell, einfach und hundert Prozent digital Kfz-Versicherungen bei der Allianz Direct abschließen, teilte das Unternehmen mit. Weitere Sparten wie Hausrat- und Haftpflichtpolicen sollen folgen. Damit ist die Allianz Direct in vier Ländern vertreten und hat ihr erstes Etappenziel erreicht.

Hielkema: Auch an Nicht-Digitale denken

Die Digitalisierung steht bei den Versicherern ganz oben auf der Agenda. Bei ihren Bemühungen sollten sie aber nicht außer Acht lassen, dass sich Millionen Europäer nicht auf digitalem Wege um ihre Finanzangelegenheiten kümmern können – etwa, weil sie eine Behinderung oder ein Bildungsdefizit haben. Diese Menschen sollten die Versicherer nicht unbeachtet lassen, mahnt die neue Eiopa-Chefin Petra Hielkema. Auch in anderen Bereichen sieht sie viele Versicherungslücken, die es zu schließen gilt. Dabei können Daten eine entscheidende Rolle spielen, glaubt sie.

„Wir müssen uns vor den Großen nicht verstecken“

 Exklusiv  Alexandra Ganz-Cosby ist seit 2018 Chefin des mittelständischen Versicherungsmaklers Artus mit Sitz in Baden-Baden. Sie ist gerne international unterwegs und hätte sich auch gut eine Karriere in der Tourismusbranche vorstellen können. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt sie, warum sie sich doch für das Familienunternehmen ihres Vaters entschieden hat und wie sie sich in einem Job in einer männerdominierten Branche durchsetzt. Gemeinsam mit ihrem Finanzchef Daniel Heinzler erklärt sie auch, wie sich Artus der aktuellen Fusionswelle im Markt entgegensetzen will und warum sie sich über manche Versicherer maßlos ärgert.

Friederike Krieger

Politik und Aufsicht

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Pressegespräch des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute sowie der BaFin, Webinar von Insurance Europe mit der neuen Eiopa-Chefin und Consumer Protection Day der europäischen Aufsichtsbehörden

Deutschland braucht mehr bAV

 The Long View – Der Hintergrund  Altersvorsorge war im Wahlkampf immer ein wichtiges Thema und so finden sich in allen Programmen der demokratischen Parteien auch konkrete Vorschläge für die drei Säulen. Das größte Potenzial steckt jedoch in der Säule II, der betrieblichen Altersversorgung (bAV) – vor allem, wenn die digitalen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden. Bislang sind die Anforderungen hier viel zu komplex und schrecken Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner