Exklusiv Die Nürnberger hat sich in einer Blitzaktion von Vorstandsmitglied Martin Seibold getrennt. Vorausgegangen waren heftige Auseinandersetzungen im Vorstand. Der promovierte Physiker sollte eigentlich die IT des Unternehmens aufräumen, doch ist damit offenbar gescheitert – nicht zuletzt an internen Widerständen. Auch sonst hat die Nürnberger beim Spitzenpersonal Interessantes zu bieten.
Archiv ‘Digitalisierung’
Digitalisierung macht Bancassurance schnelllebiger
Der Verkauf von Policen über den Bankschalter ist schon lange Teil der Vertriebsstrategie von Versicherern. Die sogenannte Bancassurance hat bisher allerdings in Deutschland nicht wirklich den Durchbruch geschafft. Nach Ansicht des Insurtechs Friendsurance könnte sich das durch die Digitalisierung ändern. Sie macht es Banken nicht nur leichter, Versicherungsangebote zu integrieren, sondern verändert auch die Kunden-Erwartungen. Dass die Laufzeiten für Bancassurance-Kooperationen deutlich kürzer werden, könnte sich für die Versicherer zum Nachteil entwickeln.
Worte und Taten müssen zusammenpassen
Meinung am Mittwoch Die Industrieversicherer sollten aktiver den Dialog mit den Kunden suchen. Das hätte in der nachvollziehbaren harten Sanierungsphase geholfen, aber auch bei der Auseinandersetzung um die Betriebsschließungsversicherung. Wer als Helfer in Notsituationen eine gute Reputation haben will, sollte zu den wichtigen Themen kommunizieren. Ehrlich, frühzeitig und transparent. Alles andere sind Lippenbekenntnisse, die die hehren Unternehmensleitbilder konterkarieren.
Pandemie zwingt R+V zum Umsteuern
Exklusiv Der Versicherer R+V war in den vergangenen Jahren immer besonders stolz auf seine Wachstumszahlen, mit denen er regelmäßig die Branche ausgestochen hat. Damit könnte bald Schluss sein: Konzernchef Norbert Rollinger kündigt im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor einen Strategiewechsel an, erzwungen durch die Zementierung der niedrigen Zinsen in Folge der Pandemie. Rollinger spricht außerdem über Impfverweigerer – und warum es Sinn machen könnte, für sie teurere Tarife einzuführen. Hier Teil eins des ausführlichen Interviews.
Wettbewerb oder Harmonie?
Die kämpferischen Töne sind leiser geworden. Versicherer und Insurtechs haben sich aneinander gewöhnt, sich arrangiert. Die Zahl der Kooperationen steigt. Ist das jetzt die große Harmonie? Nein, sagte Christian Pedak, Chef des österreichischen Insurtechs L’Amie Direkt, auf einer Veranstaltung des Beratungsunternehmens Bearingpoint in Köln. Zwar nähern sich Jungspunde und Alteingesessene immer mehr an, doch gleichzeitig steigt der Wettbewerb, auch durch den Eintritt branchenfremder Unternehmen ins Versicherungsgeschäft.
Achtung, die Insurtechs kommen
Nicht-traditionelle Anbieter wie Insurtechs und Bigtechs werden für Kunden immer attraktiver. Laut dem World Insurance Report 2021 des Beraters Capgemini ziehen erstmals mehr als 50 Prozent der Kunden in Betracht, mit ihrer Versicherung zu einem dieser neuen Akteure zu wechseln, sofern sie das Angebot überzeugt. Gut finanziert, um ihre Angebote stetig weiterzuentwickeln, sind die neuen Angreifer jedenfalls. Insurtechs können sich über einen wahren Geldregen von Investoren freuen. Capgemini sieht vor allem sogenannte Enabler und neue Risikoträger auf der Gewinnerseite.
Marsh sieht große Probleme in Sach
Exklusiv Die Fluten des Sommers 2021 führen in der Industrieversicherung zu einer neuen Verhärtung in den Sachsparten. Das befürchtet Marsh-Geschäftsführer Thomas Olaynig. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht Olaynig über die aktuelle Stimmung in der Branche, Verzögerungen bei Quotierungen und die Veränderungen im Maklermarkt. Er plädiert für mehr Stabilität auf Versichererseite, gerade bei Kunden mit geordnetem Risikomanagement und wenigen Schäden.
Lloyd’s ist wieder in der Gewinnzone
Es geht bergauf beim Versicherungsmarkt Lloyd’s of London. Nach einem Corona-gebeutelten Vorjahr haben die Briten im ersten Halbjahr 2021 wieder schwarze Zahlen geschrieben. In den ersten sechs Monaten des Jahres hat Lloyd’s einen Gewinn von 1,4 Mrd. Pfund eingefahren. Im Vorjahreszeitraum musste der Versicherungsmarkt noch einen Verlust von 438 Mio. Pfund verbuchen. Um auf dem profitablen Pfad zu bleiben, erhöht die Chefetage den Druck auf die Syndikate. Wer nicht liefert, muss gehen, lautet die Devise.
Marktanteile 2020: Die große Stagnation
Exklusiv Von den 22 Versicherern mit einem Marktanteil von mehr als einem Prozent haben ihn 15 verglichen mit 2019 ausgebaut. Bis auf eine Ausnahme – die R+V – waren es allerdings sehr kleine Zuwächse. Ein Versicherer hat einen unveränderten Anteil, sechs Gruppen einschließlich Marktführer Allianz haben 2020 Marktanteile verloren. Das ergibt die neueste Marktanteilsauswertung des Kölner Kivi-Instituts. Der Markt stagniert – jedenfalls kurzfristig. Wenn man die Entwicklung über zehn Jahre betrachtet, ergibt sich ein ganz anderes Bild.
Zurich ernennt neuen Strategiechef
Leute – Aktuelle Personalien Der Versicherer Zurich ernennt mit Paolo Mantero (Bild) einen neuen Group Chief Strategy Officer, Giovanni Giuliani wird der neue CEO von Zurich Italien. Außerdem: Bei der Gothaer-Tochter Janitos zieht sich Dieter Klose mit 65 Jahren aus dem Vorstand zurück, und der australische Versicherer QBE stockt sein Team in Deutschland auf. Der Maklerdienstleister BCA ernennt Gerrit Böhm zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Holger Kreuzkamp zum stellvertretenden Vorsitzenden. Bei Willis Towers Watson gibt es einen neuen Finanzchef, und der Berater Deloitte rüstet mit einem neuen Partner in der Strategieberatung auf.
Aktionismus und wackelnde Stühle
Herbert Frommes Kolumne In vielen Versicherungskonzernen herrscht eine merkwürdige Stimmung. Die Unternehmen sehen sich wirklich großen Herausforderungen gegenüber, von der Bedrohung des Geschäftsmodells Lebensversicherung über die Digitalisierung bis hin zur Einführung von ESG-konformen Anlageformen. Aber an stringenten Strategien zur Bewältigung der Aufgaben fehlt es überall. Stattdessen werden neue Positionen geschaffen und mit smarten jungen Leuten besetzt, die angeblich die Wende bringen sollen. Viele Vorstände spüren: Ihre Stühle geraten gerade bedenklich ins Wackeln.
LM+ will neue Potenziale erschließen
LM+, der auf das Leistungsmanagement in der privaten Krankenversicherung (PKV) spezialisierte Dienstleister, hat sich neu aufgestellt und sein Angebotsspektrum erweitert. Das Unternehmen will neben der Tätigkeit für seine Gesellschafter Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal Iduna mit weiteren PKV-Anbietern kooperieren, berichtet Geschäftsführer Thomas Soltau. Ein Schwerpunkt soll dabei die Digitalisierung sein. Deshalb ist LM+ eine Partnerschaft mit dem auf digitale Gesundheitslösungen spezialisierten Unternehmen Flying Health eingegangen.











