Meinung am Mittwoch Angesichts der enormen Summen, die weltweit in Insurtechs fließen, sprechen einige Experten schon von einer möglichen Blase in diesem Bereich. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch auf den ausbleibenden Erfolg der Start-ups verwiesen. Natürlich werden auch Firmen scheitern, aber die Anbieter, die überleben, könnten einen größeren Einfluss auf die Branche haben als gedacht. Um den eigenen Wandel voranzutreiben, sollten Versicherer mit Insurtechs kooperieren. Denn sonst könnten die neuen Wettbewerber zu einer ernsthaften Gefahr werden.
Archiv ‘Digitalisierung’
Studie: Online-Versicherer verstoßen gegen EU-Recht
Die EU will die Verbraucher beim Online-Vertragsabschluss schützen und hat in der Vermittlerrichtlinie IDD genaue Vorgaben dazu verankert. Viele deutsche Online-Versicherer erfüllen diese Standards nach Ansicht einer Studie der Unternehmensberatung 67Rockwell nicht. Konkret geht es um die in der IDD vorgeschriebene Pflicht, Kunden vor Vertragsabschluss nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu befragen, ein entsprechendes Angebot zu begründen und den gesamten Prozess ausführlich zu dokumentieren. Diese Vorgaben erfüllt nur ein kleiner Teil der Anbieter. Wer nicht handelt, könne sich große Probleme ins Haus holen, warnen die Autoren.
Versicherer dürfen soziale Netzwerke durchkämmen
Im US-Bundesstaat New York dürfen Lebensversicherer künftig Daten aus sozialen Netzwerken wie Instagram für die Prämienberechnung verwenden. Das hat ihnen die Aufsichtsbehörde des Bundesstaats erlaubt. Die Voraussetzung: Die Informationen dürfen nicht dazu führen, dass Kunden aufgrund ihrer Hautfarbe oder anderer Kriterien bei den Prämien benachteiligt werden. Das müssen die Gesellschaften nachweisen.
Von der Automobilbranche lernen
Autohersteller produzieren ihre Fahrzeuge nur zu 25 Prozent selbst, 75 Prozent stammen von Zulieferern. Für Wolff Graulich, Vorstand beim Digitalversicherer Element, ist das ein Weg, den auch Versicherer einschlagen sollten. Element könne Versicherern dabei helfen, innovative Produkte zu entwickeln. Da das Unternehmen ein White Label-Anbieter ist und nicht unter eigenem Namen auftritt, macht es Versicherern nicht direkt Konkurrenz. Graulich erwartet, dass vor allem kleine und mittelgroße Versicherer bald solche Partnerschaften eingehen.
Dem Excel-Sheet den Kampf ansagen
Neue Technologien werden in der Industrieversicherung noch viel zu wenig eingesetzt, kritisiert Marcus Reichel, Risikomanager beim Baustoffhersteller Knauf. Die Versicherer nutzen vorhandene Daten zu wenig zum Nutzen der Kunden, sagte er auf der Euroforum Haftpflicht-Konferenz in Hamburg. Außerdem werde immer noch zu viel mit Excel-Dateien gearbeitet, das führe zu vielen Fehlern. Die öffentliche Ankündigung einiger Versicherer, die Prämien in der D&O-Versicherung zu erhöhen, hält er für den falschen Weg.
Friendsurance bündelt Bancassurance
Weil das Insurtech Friendsurance immer mehr Anfragen von Banken erhält, die seine White Label-Lösungen zur Versicherungsverwaltung nutzen wollen, hat das Berliner Unternehmen jetzt die Marke Friendsurance Business ins Leben gerufen. Darunter will der 2010 gegründete Online-Makler künftig seine Bancassurance-Aktivitäten bündeln. Bisher kooperiert das Unternehmen mit der Deutschen Bank und einem weiteren Partner, den Friendsurance aber noch nicht nennen will. Geschäftsführer und Mitgründer Tim Kunde will diesen Bereich ausbauen – auch international.
GDV gegen „Keule“ Provisionsdeckel
Die deutschen Versicherer haben ihre Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent gesteigert und wollen auch 2019 ein Wachstum von rund 2 Prozent erreichen. Das sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in Berlin. Den angekündigten Provisionsdeckel in der Lebens- und Restschuldversicherung bezeichnete Weiler als „Keule“. Der Verband will eine Provisionsobergrenze verhindern – noch ist nicht bekannt, was die Politik hier andenkt. Dafür, dass die Verbandsgremien eine reine Männerangelegenheit sind, fühlt sich Weiler nicht zuständig.
Antwort auf Bäte: Werde agil oder verschwinde
The Long View – Der Hintergrund Im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor erklärte Allianz-Chef Oliver Bäte, dass er beim Konzernumbau 80 Prozent des Managements auf seiner Seite weiß. Wer nicht mitmachen wolle, den müsse man nach Hause schicken. Das hat sich für vermutlich mehr als 20 Prozent wie ein Stoß in die untere Magengegend angefühlt. Ein Führungsstil, der die soziale Dimension ausblendet, ist Führung mit halber Vernunft. Es ist wichtig, nicht nur die Zahlen, sondern auch die Social Assets im Blick zu haben und zu wissen, wie man sie bewegt und nicht nur kommandiert. Zwischen Ponyhof und Galeere […]
Mehr Nutzer für Gesundheits-App Vivy
Immer mehr Krankenversicherte erhalten Zugriff auf die Funktionen der Gesundheits-App Vivy. Neben Allianz und Barmenia, die von Anfang an dabei waren, stellen jetzt auch Gothaer und Süddeutsche Krankenversicherung ihren Kunden die Anwendungen zur Verfügung. Bei den gesetzlichen Krankenkassen sind inzwischen 21 mit von der Partie. Damit steigt der potenzielle Nutzerkreis auf 17,7 Millionen. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Vivy GmbH, an der die Allianz SE 70 Prozent hält, erfüllt die App höchste Sicherheitsstandards. Datenlücken, die das Unternehmen in die Kritik gebracht hatten, seien längst geschlossen.
Lemonade mit Umsatzeinbruch
Das US-Insurtech Lemonade musste im vierten Quartal 2018 zum ersten Mal einen Umsatzeinbruch hinnehmen. Mitgründer Shai Wininger führt das auf ein „Experiment“ zurück, das Wachstum im dritten Quartal kurzzeitig zu verlangsamen, um die Risiken im Portfolio besser auszubalancieren. Insgesamt betrachtet hat das Start-up aber dennoch im vergangenen Jahr ein beachtliches Wachstum erreicht. Der Umsatz stieg 2018 von 10,1 Mio. Dollar auf 57 Mio. Dollar. Die Schadenquote sank von 166 Prozent im ersten auf 99 Prozent im vierten Quartal.
Versicherungskammer Bayern setzt auf Drohnen
Die Versichersicherungskammer Bayern setzt ab sofort Drohnen ein, um Schäden an Gebäuden und Industrieanlagen aus der Luft einzuschätzen. Dafür hat sich der öffentliche Versicherer mit dem Drohnenflug-Dienstleister Fairfleet zusammengetan. Gefunden haben sich die Partner über den Insurtech Hub München, neben Köln einer der beiden deutschen Insurtech-Standorte. Die Drohnenbilder sollen dem Versicherer helfen, Schäden künftig schneller und effizienter bearbeiten zu können.
Ping An nimmt deutschen Markt ins Visier
Der chinesische Versicherungsgigant Ping An nähert sich dem deutschen Markt. Es sei ein Trugschluss zu glauben, die Entwicklungen der Chinesen seien für den deutschen Markt irrelevant, sagte Donald Lacey, Chief Operating Officer des Ping An Global Voyager Fund. Lacey sprach beim Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung in Bergisch Gladbach. Die technologischen Entwicklungen des Versicherers seien in kurzer Zeit auf andere Märkte übertragbar. Unterschiede, etwa bei den Datenschutzvorgaben in Deutschland und China, stellten keine unüberwindbare Barriere dar. Der Amerikaner sieht die europäischen Versicherer vor einer großen Krise.
DA Direkt auf Wachstumskurs
Der Direktversicherer DA Direkt hat sich unter Vorstandschef Peter Stockhorst ein tiefgreifendes Umbauprogramm verordnet. Das zur deutschen Zurich-Tochter gehörende Unternehmen will den Prämienrückgang in diesem Jahr stoppen und 2020 auf Wachstum schalten. Dafür will Stockhorst die Investitionen in den Online-Vertrieb ausbauen. Große Hoffnungen setzt der langjährige frühere Vorstandschef der Cosmos Direkt auf ein neues Onlineportal, das Kunden mit einfachen Diensten rund um ihren Versicherungsschutz überzeugen soll. Alle 34 Geschäftsstellen werden im Laufe des Jahres geschlossen, die Mitarbeiter bleiben als Telefonberater aus dem Homeoffice fester Ansprechpartner der Kunden. Die überwiegend in der Kfz-Sparte agierende DA Direkt wird zudem ihre Produktpalette breiter […]
Digitalisierung der Versicherer geht am Kunden vorbei
Fast alle Versicherer haben große Digitalisierung-Projekte aufgelegt. Doch laut einer Studie des Brand Science Institute haben die Bemühungen der Versicherer bisher keinen Erfolg. Nur rund zehn Prozent der digitalen Maßnahmen erreichen die Kunden. 68 Prozent der Versicherten fühlt sich durch die digitalen Angebote nicht ausreichend an die Hand genommen. Teilweise führen die Maßnahmen sogar zu einem Vertrauensverlust.













