Archiv ‘Großbritannien’

Lloyd’s will radikal umbauen

Der britische Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hat sich für die kommenden zwei Jahre viel vorgenommen. Ein radikaler Wandel hin zu einem digitalen Ökosystem steht auf der Agenda des zweiten Teils des Strategie-Programms namens „Blueprint“. Getrieben von Daten und Technologie sollen die Prozesse künftig sein. „Wir werden besser vernetzt sein und so viel schneller, in allem was wir tun“, schwärmte Lloyd’s-Chef John Neal bei der Vorstellung des Strategie-Papiers. „Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die wirklich harte Arbeit beginnt.”

Munich Re verliert Insurtech-Experten

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Rückversicherer Munich Re baut die Organisation seiner auf Insurtech-Partnerschaften spezialisierten Tochter Digital Partners um. Der unmittelbare Auslöser ist der Weggang von Andrew Rear. Er verabschiedet sich im kommenden Frühjahr nach fünf Jahren an der Spitze der Gesellschaft, um sich neuen Aufgaben zu stellen. Außerdem: Der Schadenregulierer Regu24 baut sein Führungsteam um, das Insurtech Helden.de hat einen neuen Marketingchef, der Makler Howden holt eine Financial Lines-Expertin, und der Spezial- und Rückversicherungsmakler Howden Specialty hat eine Chefin für sein neues Team für den Bereich erneuerbare Energie ernannt.

Supreme Court entscheidet über Betriebsschließungen

Vor zwei Wochen hatte sich die britische Finanzaufsicht FCA mit ihrer Musterklage gegen acht Betriebsschließungsversicherer größtenteils durchgesetzt. Die meisten Verträge decken die Schäden ab, die Unternehmen während des Corona-Lockdowns erlitten haben, befand der London High Court. Nicht alle Versicherer wollen das Urteil akzeptieren, etliche möchten Berufung einlegen. Die Londoner Richter haben jetzt den Weg für ein Schnellverfahren vor dem obersten Gerichtshof, dem Supreme Court, freigemacht.

Corona-Roundup: FCA, Allianz, Hanse Merkur

Die Finanzaufsicht FCA in Großbritannien hat die Versicherer nach dem Urteil im Musterprozess zur Betriebsschließung in einem Brief ermahnt, jetzt schnell zu reagieren und wo immer möglich Geld auszuzahlen. Zögerlichen Anbietern droht die Aufsicht mit der „vollen Bandbreite unserer regulatorischen Werkzeuge und Befugnisse“. Der Allianz-Konzern will unterdessen die Pandemie-Deckung in der Schaden- und Unfallversicherung ausschließen. Und Hanse Merkur ist der Versicherungspartner der Airline Eurowings bei der neuen Corona-Police.

Briten verbieten Treue-Bestrafung

Die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) will es den Versicherern des Landes verbieten, für neue Kunden günstigere Preise anzubieten als für bestehende Versicherte. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Das Verbot soll 2021 in Kraft treten.  Wer bei einem Versicherer einen neuen Kfz-Vertrag abschließt, zahlt im Schnitt 285 Pfund, wer länger als fünf Jahre beim selben Versicherer ist, 370 Pfund, erklärte die Behörde.

Musterprozess: Auch Versicherer sehen sich als Sieger

Ein Urteil, zwei Sieger: Im Falle des Musterprozesses in Großbritannien zum Thema Betriebsschließung fühlen sich nun beide Seiten als Gewinner. Nachdem die Finanzaufsicht gestern erklärte, nach dem Urteilsspruch könne ein großer Teil der betroffenen Unternehmen mit Zahlungen rechnen, begrüßen nun auch einige Versicherer ausdrücklich die Entscheidung und sehen geringere Belastungen als erwartet für sich. Besonders auffällig ist die Diskrepanz im Falle Hiscox.

Run-off-Neuling kauft von der Allianz

Der neugegründete Run-off-Spezialist Marco hat erstmals zugeschlagen. In Großbritannien übernimmt die Gesellschaft mit Sitz auf der Insel Malta die British Reserve Insurance Company von der Allianz zu einem ungenannten Preis. Stimmt die Aufsicht zu, kann Marco nach dem Brexit über den Zukauf Geschäft in Großbritannien zeichnen. Marco spezialisiert sich auf Bestandsübernahmen auf dem europäischen Kontinent und Großbritannien und kann dafür über 500 Mio. Euro einsetzen. Aufsichtsratschef ist ein prominenter Ex-Allianzer.

Millionenfache Sammelklage wegen Cyberattacke

Martin Bryant, ein Berater und Kommunikationsexperte, hat in Großbritannien im Namen von Millionen Briten eine Klage gegen die Hotelkette Marriott angestrengt. Zwischen 2014 und 2018 hatten Hacker die Daten von rund 500 Millionen Kunden des Konzerns gestohlen, darunter auch Informationen von rund sieben Millionen Briten. In Deutschland sind solche Klagen zwar nicht möglich, trotzdem hat der Vorfall Auswirkungen auf den örtlichen Cyberversicherungsmarkt.

Lloyd’s setzt auf Hygiene-Nebel und Maskenpflicht

Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London öffnet am 1. September wieder seine Büroräume. Wegen der Infektionsgefahr haben die Briten dafür ein Regelwerk veröffentlicht. Das Arbeitsumfeld wird eine Zeit lang anders aussehen, teilte Lloyd’s-Chef John Neal darin mit. Er hat die Belegung im Gebäude auf 45 Prozent heruntergeschraubt. Ab der Wiedereröffnung soll es bei Lloyd‘s virtuelle Konferenzräume geben. In vielen Bereichen gilt Maskenpflicht, und einmal im Monat wabert ein spezieller Nebel durch Lloyd’s heilige Hallen, der Viren und Bakterien fernhalten soll.

Briten stützen Filmversicherung mit 500 Mio. Pfund

Großbritannien reagiert auf Deckungslücken bei der Filmversicherung durch Corona und legt einen 500 Mio. Pfund schweren Fonds auf. Er soll einspringen, wenn die Dreharbeiten vom Virus gestoppt werden und Mehrkosten entstehen. In Deutschland gibt es ähnliche Bestrebungen, sie sind aber noch nicht in trockenen Tüchern. Auch könnte sich die Hilfe hierzulande vorerst auf Kinofilme und aufwändige Serien beschränken und nicht die Fernsehproduktion insgesamt umfassen, heißt es bei der Allianz Deutscher Produzenten.

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