Archiv ‘Haftpflicht’

GGW und Weinhold trennen sich

Leute – Aktuelle Personalien

Max Weinhold, führender Manager beim Makler-Konsolidierer GGW, verlässt das Unternehmen zum 1. März 2026. Weinhold war Anfang 2025 CEO von Leading Brokers United geworden, der Tochter, in der GGW alle Maklerunternehmen bündelt. Nachfolger wird Daniel Besendorfer, bis Ende 2022 CEO der Allianz Technology und seither als Berater und Invester im Fintech-Bereich unterwegs. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei der Swiss Re und im Industrieversicherungsbereich der Generali.

Wie stark leidet die D&O-Versicherung unter Trumps DEI-Politik?

Die Maßnahmen der US-Regierung gegen die Gleichstellungs- und Diversitätspolitik in der Wirtschaft könnte im Zuge von Arbeitnehmerklagen gegen Diskriminierung auch Folgen für die D&O-Versicherung haben, sagte D&O-Spezialistin Karen Witt von Aon bei der Euroforum-Haftplichtkonferenz. Makler Harald Köberich warnte jedoch vor Panik: Firmen agierten derzeit mit viel Augenmaß – die Gefahr eines drastischen Anstiegs von Schadenfällen sieht er deswegen noch nicht. Unbestritten ist: Unternehmen, die in Europa und in den USA aktiv sind, müssen einen Spagat meistern.

Zeitreise: Axa, Aon, Allianz, Zurich

Vor 20 Jahren

Im Januar 2006 war die Arbeitslosigkeit das dominierende Thema in Deutschland. Mehr als fünf Millionen Menschen waren ohne Arbeit, ein Anstieg um 12,1 Prozent. Die seit November 2005 regierende große Koalition unter Angela Merkel hatte Handlungsbedarf. In Bad Reichenhall stürzte die Eislaufhalle ein. In der Versicherungswirtschaft machten die Axa mit neuen Lebensversicherungspolicen, die Zurich mit Kostensenkungen und die Makler mit Beschwerden über das schlechte Regulierungsverhalten der Versicherer von sich reden.

Kein US-Geschäft ohne Haftpflicht-Police

In Zeiten zunehmender Risiken und immer höherer Schadensersatzurteile in den USA ist die Haftpflichtversicherung wichtiger denn je. Die Versicherer stünden bereit, um Unternehmen nicht nur mit der Übernahme von Risiken, sondern auch mit Know-how zu unterstützen und gemeinsame Lösungen zu finden, betonten HDI-Global-Vorstand Mukadder Erdönmez und Lucas Beckmann, Chief Underwriting Officer Casualty bei der Munich Re, auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz. Deas-Experte Jörg Linnert berichtete von Kapazitätsengpässen bei Risiken mit US-Exposure.

Swiss Re: Keine Entwarnung bei Haftpflichtschäden

Die Swiss Re sorgt sich weiter um die Liability Excess Inflation, also den Anstieg der Schadenkosten für Haftpflichtfälle, der nicht auf ökonomischen Faktoren beruht. Der Rückversicherer betrachtet die USA nach wie vor als Epizentrum für die sogenannte soziale Inflation, doch auch in anderen Ländern könnte es zu ähnlichen Entwicklungen kommen, heißt es in einer aktuellen Studie. Deutschland ist – ebenso wie Japan – allerdings kaum betroffen.

Einer von uns: Der Weihnachtsmann

Was wirklich wichtig ist

Klatsch, Tratsch und die wirklich wichtigen Informationen über Unternehmen und Manager – das gibt es am Kaffeeautomaten, auf dem Flur und hier. Heute: Das Vergleichsportal Verivox hat ausgerechnet, wie viel der Weihnachtsmann für seine Versicherungen ausgeben müsste, und welche er überhaupt braucht. So nah hat man sich Santa Claus selten gefühlt.

Telekom: Größere Kontrolle durch Captive-Standort Deutschland

Die Telekom hat sich entschlossen, in Deutschland eine Rückversicherungs-Captive zu gründen. Der Kommunikationsriese schätzt vor allem das Mehr an Kontrolle, dass er über den firmeneigenen Versicherer hat, wenn dieser in Köln und nicht in Luxemburg sitzt, erklärte Wolfgang Kocybik, Leiter Versicherungsmanagement bei der Telekom, beim Captive Day von KPMG. Die Gesellschaft soll erstmals bei der Vertragserneuerung zum 1. Mai 2026 mitmischen.

Rückversicherer: Fitch und Moody’s senken Ausblick

Sinkende Preise und steigende Schäden stimmen die Ratingagenturen Fitch und Moody’s weniger optimistisch, was die Rückversicherer angeht. Beide haben ihren Ausblick für die Branche gesenkt – Moody’s von „positiv“ auf „neutral“, Fitch sogar von „neutral“ auf „sich verschlechternd“. Auch wenn die Agenturen weiterhin mit profitablen Ergebnissen rechnen, sehen sie die Zeichnungsdisziplin langsam schwinden. Im Gegensatz zu S&P erwarten sie auch, dass die Bedingungen aufweichen.

Nachgiebig bei Preisen, streng bei Bedingungen

Die Ratingagentur S&P rechnet mit weiter rückläufigen Preisen für Rückversicherungen in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2026. Um durchschnittlich 5 Prozent wird das Prämienniveau bei kurzfristigen Verträgen wie Feuerversicherungen zurückgehen, erklärt Director Johannes Bender. Während die Rückversicherer bei den Preisen mit sich reden lassen, bleiben sie bei den Bedingungen unnachgiebig – auch wenn erste Versicherer bereits wieder nach Frequenzdeckungen verlangen. 

Büchter: Preise sinken für gute Risiken

Exklusiv

Die Industrieversicherung zeigt sich „diffus und heterogen“, berichtet Kai-Frank Büchter (rechts), Aon-Chef für die DACH-Region, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Aber Büchter und sein Stellvertreter Hartmuth Kremer-Jensen sehen einen Gesamttrend bei den Preisen, der nach unten zeigt. Beide warnen vor dem Risiko der Unterversicherung, das in der Hartmarktphase größer geworden ist. „Die Deckungen sind an vielen Stellen durchlöchert.“

Monte Carlo und Lebensversicherer

Was die Woche bringt

An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Das Rückversicherungstreffen in Monte Carlo und das Strategiemeeting Lebensversicherung des Handelsblattes

Ecclesia Re: Im Haftpflichtbereich ist viel Potenzial

 Exklusiv  Trotz sinkender Preise im Rückversicherungsmarkt ist das Interesse der Investoren an Versicherungsverbriefungen ungebrochen. Insbesondere Katastrophenanleihen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Aber auch im Haftpflichtbereich sieht Jens Ziser, Co-Geschäftsführer des Rückversicherungsmaklers Ecclesia Re, viele Möglichkeiten, um Kapitalanleger an den Risiken zu beteiligen – etwa über sogenannte Sidecars. Das Thema könnte durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz einen Schub bekommen, erklärt er im Interview mit dem Versicherungsmonitor.

Autonomes Fahren: Große Kfz-Versicherer gewinnen

Der Trend hin zu immer autonomeren Autos wird nach aller Wahrscheinlichkeit zu weniger Unfällen und einer Verschiebung der Haftung vom Fahrer auf das Fahrzeug führen. Die Autoversicherer sind deshalb nicht automatisch dem Untergang geweiht, zumindest nicht alle. Zu diesem Ergebnis kommt die Bank of America in einer Analyse des US-amerikanischen Privatkundenmarktes. Die Analysten erwarten, dass die fünf größten Anbieter von der Entwicklung profitieren werden.

Captives: Deutschland verpasst eine Chance!

 Meinung am Mittwoch  Während Frankreich und Großbritannien sich der Förderung von Captives verschrieben haben, tut sich in Deutschland trotz verschiedener Initiativen der Wirtschaft bislang nichts. Hierzulande werden die unternehmenseigenen Risikoträger aufsichtsrechtlich noch immer so behandelt wie vollwertige Versicherer. Daraus folgt ein großer strategischer und finanzieller Schaden für den Captive-Standort Deutschland. Es ist Zeit, endlich umzudenken.

Allianz investiert in Wasserstoff

 Exklusiv  Die Allianz will verstärkt in grünen Wasserstoff investieren und auch Wasserstoffprojekte versichern. Der Firmenversicherer Allianz Commercial schreibt in einem aktuellen Bericht, dass sich die globale Nachfrage nach Wasserstoff bis 2050 verfünffachen werde. Für die Versicherungsbranche bedeute das enormes Marktpotenzial. Laut Allianz birgt die Technologie aber auch große Risiken.

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