Archiv ‘Industrieversicherung’

Kaum höhere Preise in der Industrieversicherung

Die deutsche Industrie kann sich weiter über vergleichsweise niedrige Preise für ihre Versicherungsdeckungen freuen. Georg Bräuchle, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Versicherungsmakler, sieht einen Käufermarkt. Allerdings gebe es immer mehr Versuche von einzelnen Versicherern, die Preise zu erhöhen. Die Cyberversicherung bereitet den Maklern Freude, sagte Bräuchle. Doch werden die Versicherer in dieser Sparte vorsichtiger. Entscheidend im Wettbewerb wird sein, wie die Versicherer ihre Verwaltung digitalisieren.

So geht Innovation in der Industrieversicherung

 Meinung am Mittwoch  Es ist ein Vorurteil, dass Versicherung und Innovation sich widersprechen. Neuerungen finden nur anders statt als in anderen Branchen. Statt Lösungen für Probleme zu erfinden, die Kunden gar nicht kennen, arbeiten wir gemeinsam mit Versicherungsnehmern an Deckungen für ihre sich wandelnden Risiken. Das ist mehr Evolution als Revolution. Das zeigt auch das Beispiel Tech-E&O-Policen, mit denen Maschinenbauer von ihnen angebotene Software- und Service-Leistungen absichern können.

AGCS organisiert alternativen Risikotransfer neu

Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty will bei Versicherungsverbriefungen und bei Spezialdeckungen für Unternehmen wachsen. Dafür spaltet er seine Einheit Alternative Risk Transfer (ART) in zwei Teile mit separater Führung auf. Bislang sind in ART sowohl das Geschäft mit Versicherungsverbriefungen wie Cat Bonds als auch Rückversicherung, Deckungen gegen Wetterrisiken und Spezialversicherungen für Unternehmen gebündelt. Die Aufteilung der Einheit bringt auch einige Personalien mit sich.

Kirsch: „Es ist ein Albtraum für Versicherer“

In den vergangenen Jahren haben etliche Fake President-Betrugsfälle Schlagzeilen gemacht, bei denen Kriminelle sich als Führungskräfte eines Unternehmens ausgegeben und millionenschwere Überweisungen angeordnet haben. Dennoch erreichen die Vertrauensschadenversicherer weiter hohe Schadenmeldungen von Kunden, die den Betrügern immer noch auf den Leim gehen, klagt Rüdiger Kirsch von Euler Hermes beim 9. Hamburger Forum Haftpflichtversicherung. Auch große Unternehmen unterließen es oft, ihre Mitarbeiter auf die Gefahren hinzuweisen, Führungskräfte fielen noch viel zu häufig selbst darauf herein. Kirsch verteidigte das Vorgehen der Versicherer, in diesen Fällen die Leistung zu kürzen.

Iran-Sanktionen: „Back to Square 1“?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Am 8. November werden die extraterritorialen Sanktionen für die Assekuranz, die US-Präsident Donald Trump gegen den Iran verhängt hat, wieder in Kraft treten. Das klingt vertraut, schließlich hatte die Branche schon vor der Aussetzung der Sanktionen durch das Iran-Abkommen damit gelebt. Doch die Situation ist diesmal anders: Die sogenannte Blocking Regulation der EU, die es europäischen Unternehmen untersagt, US-Sanktionen zu befolgen, gilt jetzt auch für Versicherer. Wer nach wie vor Sanktionsklauseln in Verträgen verwenden will, sollte schleunigst rechtlichen Rat suchen.

Keine höheren Preise für D&O-Policen

Obwohl die D&O-Versicherer seit Jahren in den roten Zahlen stecken, sind auch bei der diesjährigen Erneuerung der Policen Preiserhöhungen weitgehend ausgeblieben. Neben dem Versicherer AIG, der bereits angekündigt hatte, die Preise um 10 Prozent zu erhöhen, konnte der Makler Howden nur bei 2 Prozent der von ihm vermittelten Verträge Sanierungsbemühungen feststellen. Das sagte Geschäftsführer Marcel Armon auf dem 9. Hamburger Forum Haftpflichtversicherung. Er riet Versicherern dazu, die Preise über mehrere Jahre kontinuierlich zusammen mit der Versicherungssumme anzuheben.

Armon: „Es gibt keine Preiswende“

Trotz der Ankündigung des Versicherers AIG, die Preise in der D&O-Versicherung um rund zehn Prozent anzuheben, wird das Prämienniveau in der Sparte nicht auf breiter Front steigen. Davon ist Marcel Armon, Chef des D&O-Maklers Howden Germany, überzeugt. Neben AIG sehe er niemanden, der sich um höhere Preise bemüht, sagte er im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Die Trendwende könne nur ein wirtschaftlicher Schock einleiten, der zu vielen Einzelschäden führt.

Andreas Berger Kolumne

Andreas Berger wechselt zur Swiss Re

 Leute – Aktuelle Personalien  Andreas Berger, Europa- und Deutschlandchef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), wechselt nach Informationen von SZ und Versicherungsmonitor zum Rückversicherer Swiss Re. Dort soll er in der Konzernleitung die Verantwortung für das Erstversicherungsgeschäft der Gesellschaft mit der Industrie übernehmen. Berger galt bei der Allianz als einer der aufstrebenden Manager. Sein Weggang schwächt das Unternehmen im Industrieversicherungsmarkt.

HDI Global versichert Bayernoil-Explosion

Die Explosion Anfang September in der Produktionsanlage der Raffineriegesellschaft Bayernoil im oberbayerischen Vohburg wird Versicherer wohl zwischen 100 Mio. Euro und 500 Mio. Euro kosten, je nachdem wie hoch der Betriebsunterbrechungsschaden ausfallen wird. Einer der führenden Versicherer ist HDI Global. Eine wichtige Rolle kommt aber auch der Captive Oil Insurance Limited mit Sitz auf Bermuda zu.

Alsdorf geht zu Ecclesia

 Leute – Aktuelle Personalien  Ecclesia holt sich Verstärkung für das Industriegeschäft: Manfred Alsdorf, seit 30 Jahren in diesem Segment unterwegs und zuletzt Deutschlandchef der Mapfre Global Risks, wird eine neu geschaffene Stabsstelle für Produkt- und Portfoliomanagement der Industriemakler in der Gruppe leiten. Außerdem: Die Arag Krankenversicherung bekommt nächstes Jahr mit Matthias Effinger einen neuen Vorstand, er ersetzt Werner Nicoll, der in den Ruhestand geht. Die Nachfolge Nicolls im Hauptjob als Finanzchef bei der Arag SE ist noch nicht geklärt.

Chubb startet Onlineportal für D&O-Policen

Der Industrieversicherer Chubb startet ein Onlineportal, in dem Makler Haftpflichtversicherungen für Manager abschließen können. Die Vermittler können online für ihre Kunden Deckung beantragen, die Risikoanalyse durchlaufen und Vertragsdaten und Dokumente verwalten. Digitale Prozesse können die Kosten in der defizitären D&O-Sparte senken. Dass Chubb dadurch an deutlichen Preissteigerungen für D&O-Kunden vorbeikommt, wie sie Konkurrent AIG unlängst verkündet hat, ist dennoch unwahrscheinlich.

Andreas Berger Kolumne

Es kommt was auf uns zu

 Meinung am Mittwoch  Wenn es um Versicherungspolicen geht, dann warnen Verbraucherschützer gerne vor einer übertriebenen Absicherungs-Mentalität der Deutschen. Ob das wahr ist, müssen andere beurteilen. Ich für meinen Teil kann nur für die Industrieversicherung sprechen – und da kann trotz einer jährlichen Überprüfung des Versicherungsschutzes, verbunden mit einer professionellen Risikobewertung und Wertanalyse noch immer nicht von einer Überversicherung in den meisten Unternehmen gesprochen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben auch mit mangelnder Weitsicht zu tun. Hier sind fünf Risiken, bei denen Manager das Unternehmensrisiko oft noch falsch einschätzen.

Schicksalsfrage für Rückversicherer

Wenn die Rückversicherer keine Lösung für die Versicherung von Cyberrisiken finden, wird die Branche überflüssig, befürchtet Munich Re-Vorstand Torsten Jeworrek. Beim Welt-Rückversicherungstreffen in Monte Carlo sagte er, dass der traditionelle Rückversicherungsmarkt „mäßiges Wachstum“ zeige und die digitale Transformation neue Möglichkeiten für Rückversicherer biete. Cyberrisiken gehörten zu den größten Risiken. Chief Underwriter Stefan Golling warnte davor, im Rahmen der Cyberversicherung Netzausfälle von Strom und Internet abzudecken.

Aon bietet Rückversicherung für Silent Cyber

Versteckte Cyberdeckungen in anderen Industriepolicen, die gar nicht auf die Deckung dieser Risiken ausgelegt sind, bereiten Versicherern zunehmend Kopfzerbrechen. Vor allem wenn sie zusätzlich noch reguläre Cyberverträge verkaufen, besteht die Gefahr, dass ein Schaden sie gleich mehrfach trifft. Der Makler Aon will die Anbieter beim Umgang mit den sogenannten „Silent Cyber“-Gefahren unterstützen und hat Rückversicherungskapazitäten über 350 Mio. Dollar für den Schutz gegen die versteckten Gefahren organisiert.

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