Archiv ‘Industrieversicherung’
AGCS mit neuem Reputationsschutz
Ist das Image angekratzt, kann das einen Konzern teuer zu stehen kommen. Die Reputation macht zwischen 20 und 60 Prozent des Unternehmenswertes aus. Es gibt bisher nur wenige Policen im deutschen Markt, mit denen sich Firmen umfassend vor solchen Risiken schützen können. Der Allianz-Industrieversicherer AGCS hat jetzt seine Reputationsschutzversicherung aufgebohrt und um neue Deckungsbausteine ergänzt. Die Gesellschaft übernimmt nicht nur die Kosten für die Krisenkommunikation, sondern sichert erstmals auch den entgangenen Gewinn durch den Reputationsschaden ab.
Swiss Re: Technische Versicherungen unter Druck
Die technischen Versicherer, die etwa große Bauprojekte abdecken, leiden unter sinkenden Preisen. Laut einer aktuellen Sigma-Studie des Rückversicherers Swiss Re, sind die Prämien in den vergangenen Jahren in den Hauptsparten der technischen Versicherung deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig kämpft die Branche mit immer höheren Schäden. Das wirkt sich auf die technischen Ergebnisse aus. Sie sinken seit einigen Jahren. Neue Technologien könnten einige Risiken bei Bauprojekten mindern. Dafür kommen allerdings neue Risiken wie Cyber dazu. Das könnte dazu führen, dass die Anbieter höhere Schäden schultern müssen, obwohl die Schadenhäufigkeit abnimmt, so Swiss Re.
D&O: AGCS fordert Ende des Preiskampfs
Die Situation in der Managerhaftpflichtversicherung ist alles andere als rosig. Angesichts des hohen Wettbewerbs sinken die Preise schon seit Jahren, während die Schäden steigen. Der Markt steckt tief in den roten Zahlen. Die Branche müsse endlich den Mut finden, ehrliche Preise für ihre Deckungen zu verlangen, fordert AGCS-Vorstand Andreas Berger bei der Financial Lines-Fachtagung des Asskuradeurs Dual in Köln. Wenn die Anbieter aufgrund der Dumpingpreise die Schäden nicht mehr vernünftig zahlen, liefen sie Gefahr, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren – und zwar auch in anderen Industrieversicherungssparten. Eine gute D&O-Deckung sei der Türöffner zum Unternehmen, so Berger.
Industrie: Mapfre und Amlin geben auf
Die niedrigen Preise und die schwierigen Ergebnisse in der deutschen Industrieversicherung zeigen Wirkung. Nach Informationen des Versicherungsmonitors gibt die Lloyd’s-Gesellschaft Amlin ihr Büro in Hamburg auf, der Bestand geht in den Run-off. Die Amlin-Konzernschwester MSIG Europe mit Sitz in Köln bleibt der Industrie aber erhalten, ebenso die Transportversicherung der niederländischen MS Amlin Marine N.V. mit ihrem Hamburger Büro. Anders bei Mapfre Global Risks: Der spanische Versicherungsriese Mapfre ändert seine Strategie. Der Industrieversicherer Global Risks wird aufgelöst.
Was Firmen von ihren Versicherern erwarten
Firmenversicherer kämpfen mit einer Reihe von Problemen. Kunden halten ihre Produkte für austauschbar, viele Anbieter sind im Markt aktiv, und die Makler haben eine starke Stellung. Der Wettbewerb läuft daher vor allem über den Preis. Dabei könnten die Versicherer an vielen Stellen bei ihren Kunden punkten, zeigt eine Umfrage der Unternehmensberatung Bain. Firmenkunden schätzen vor allem eine gute Erreichbarkeit mit kurzen Reaktionszeiten und digitale Anwendungen zum Schaden-Tracking.
Digitaler Support für Cyberversicherungen
The Long View – Der Hintergrund Die Digitalisierung erobert die Wirtschaft. Damit geraten immer mehr Unternehmen in das Fadenkreuz von Internetkriminellen. Dennoch zählen Cyberpolicen hierzulande längst noch nicht zum Standardschutz von Unternehmen. Oft wirkt die Risikoanalyse als Bremse für das Neugeschäft. Neue digitale Rating-Tools können hier Abhilfe schaffen. Sie machen die Risikobewertung einfacher, schneller und transparenter.
GDV: Mittelständler wollen keine Cyberdeckungen
Kleine und mittelgroße Unternehmen unterschätzen laut einer neuen GDV-Studie die Bedrohung durch Cyberkriminelle für sich selbst und schließen deswegen kaum Cyberpolicen ab. Die deutliche Mehrheit der von dem Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag des GDV befragten Entscheider plant keinen Abschluss einer Cyberdeckung. Bei Unternehmen, die bereits Opfer eines erfolgreichen Cyberangriffs waren, sieht es dagegen anders aus. Hier denkt fast die Hälfte über den Abschluss nach oder hat bereits eine Police.
Haas: Dumping-Preise in der Feuerversicherung
In der deutschen Industrieversicherung sind weitere Sanierungsanstrengungen nötig. Das sagte Herbert Haas in seiner letzten Rede als Talanx-Vorstandschef auf der Hauptversammlung. Insbesondere in der Feuerversicherung sei die Herausforderung groß, endlich wieder auskömmliche Prämien zu erzielen. Er kritisierte, dass ausländische Versicherer versuchen, sich mit Dumpingpreisen in den Markt einzukaufen. Am Montag war bekannt geworden, dass der beim Talanx-Industrieversicherer HDI Global für das Feuergeschäft verantwortliche Joachim ten Eicken das Unternehmen verlässt.
NRV trennt sich von Industrie-Rechtschutz
Die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft stellt das Geschäft mit der Industrie ein, das sie über die Tochter GSM betrieben hat. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung mit der Allianz geschlossen. Sie bietet die Fortführung der Verträge an. Ob dabei Geld fließt, wollten die Unternehmen nicht kommentieren. Insgesamt seien rund 2.000 Verträge betroffen, teilte NRV mit, die meisten davon Straf-Rechtsschutz-Policen. Das Geschäft des Rechtschutzversicherers mit Privat- und Gewerbekunden ist von dem Schritt nicht betroffen.
HDI Global: Tipps gegen Betriebsunterbrechung
Betriebsunterbrechungsschäden bei Unternehmen können weitreichende Folgen haben. Selbst wenn der Versicherer den Wiederaufbau der Produktionsanlagen bezahlt, ist das Risiko hoch, dass in der Zwischenzeit wichtige Kunden zur Konkurrenz abwandern. Der Industrieversicherer HDI Global gibt Unternehmen in einem neuen Leitfaden jetzt Ratschläge, wie sie sich auf solche Zwischenfälle vorbereiten können. Damit sollen sie komplette Produktionsausfälle verhindern und schneller zum Normalbetrieb zurückkehren können.
Industrie: Versicherer verschlafen Digitalisierung
Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft hat die Industrieversicherer wegen deren Haltung zur Digitalisierung scharf angegriffen. Die Branche habe das Thema um Blockchain, Künstliche Intelligenz und stabile IT-Plattformen komplett verschlafen, sagte der Verbandsvorsitzende und Siemens-Versicherungschef Alexander Mahnke auf einer Veranstaltung in Köln. Hier müsse noch viel passieren, wenn die Branche weiterhin relevant für große Konzerne bleiben wolle. Gleichzeitig zeigte sich der Verband selbstkritisch im Umgang mit ersten Digitalisierungsinitiativen wie die Ausschreibungsplattform Inex24. Beim Thema Cyberversicherung sehen die Verbandsmitglieder eine Reduzierung der Kapazitäten für Einzelrisiken.
Kein Verlass auf alte Marktzyklen bei Industriepolicen
Die Versicherer werden bei Industrie- und Gewerbekunden weiterhin nur geringe Preiserhöhungen durchsetzen können, prognostiziert Willis Towers Watson. Der Berater und Makler rechnet damit, dass die Unternehmen im Jahr 2018 nur für vereinzelte Versicherungssparten höhere Prämien zahlen müssen. Trotz außergewöhnlich hoher Versicherungsschäden im vergangenen Jahr dürfte das Beitragsniveau bei den meisten Policen stabil bleiben oder sogar sinken. Die Annahme, dass aus einer Periode mit hohen Versicherungsschäden automatisch höhere Prämien resultieren, gehört der Vergangenheit an, glaubt Willis Towers Watson. Die Industrieversicherer müssten andere Quellen für Umsatz- und Gewinnsteigerungen finden.
USA: Daten von 1.500 Hiscox-Kunden verloren
Normalerweise verkauft der Bermuda-Versicherer Hiscox seinen Kunden Cyberpolicen, mit denen sie sich gegen die Folgen von Hackerangriffen und anderen Datenschutzvorfällen schützen können. Jetzt ist die Gesellschaft in den USA selbst zum Opfer geworden: Durch ein Datenleck bei einer US-Anwaltskanzlei, mit der Hiscox bei Haftpflichtschäden kooperiert, sind möglicherweise Informationen von rund 1.500 amerikanischen Industriekunden des Versicherers verloren gegangen. Was genau passiert ist und um welche Daten es sich handelt, ist noch unklar. Kunden in Deutschland oder Europa sind nicht betroffen, betont der Versicherer.












