Das Bezirksgericht Luxemburg hat die Auflösung des Lebensversicherers FWU Life Insurance Lux angeordnet. Zuvor hatte die Finanzaufsicht Commissariat aux Assurances einen Sanierungsplan für das Unternehmen abgelehnt. Die FWU Life Lux war mit 253 Mio. Euro Prämieneinnahmen im Jahr 2023 die größere der beiden wichtigsten Töchter der Münchner FWU, die von der Familie Dirrheimer kontrolliert wird. Die deutlich kleinere Schwestergesellschaft FWU Life Austria in Wien ist weiterhin aktiv. Das Schicksal der Muttergesellschaft FWU in München scheint jedoch besiegelt.
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BdV fordert frühere Insolvenz-Information
Kunden des insolventen Insurtechs Element, deren Verträge sich zum Jahreswechsel automatisch verlängert haben, können Prämien nicht einfach mit einem Widerruf der SEPA-Lastschrift zurück auf ihr Konto buchen lassen. Darauf weist der Bund der Versicherten hin. Auch bei einem beantragten Insolvenzverfahren sind sie verpflichtet, die Prämien weiter zu zahlen. Die Verbraucherschützer fordern eine frühzeitigere Information der Versicherten in Insolvenzfällen, damit diese die Chance haben, die Verträge rechtzeitig zu beenden.
D&O-Versicherer in der Seifenblase
Die Preise in der D&O-Versicherung sinken mittlerweile wieder deutlich. Das werde sich in einigen Jahren rächen, prophezeite Daniel Messmer, D&O-Experte beim Rückversicherer Swiss Re, auf der Euroforum-Haftpflicht-Tagung in Köln. Die Branche lebe in einer Seifenblase und ignoriere die Marktrealität, schimpfte er. Miriam Marx vom Makler GGW Next äußerte sich besorgt darüber, wie sich eine Zunahme von D&O-Fällen auf die Schadenbearbeitung der Versicherer auswirken wird. Denn schon jetzt mache sich der Fachkräftemangel bemerkbar.
D&O: Keine automatische Kündigung bei Insolvenz
Legal Eye – Die Rechtskolumne Das Insolvenzgeschehen ist ein, wenn nicht gar der wesentliche Risikotreiber für Manager und ihre D&O-Versicherer. Manche D&O-Versicherer versuchen daher, sich im Fall der Insolvenz versicherter Unternehmen schnellstmöglich von dem Risiko zu trennen. Die im Markt verwendeten Klauseln reichen von Sonderkündigungsrechten bis hin zu sogenannten Insolvenzlösungsklauseln, die eine automatische Vertragsbeendigung bei Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorsehen. Der Bundesgerichtshof hat die Wirksamkeit einer solchen Klausel verneint. Das Urteil hat über den Einzelfall hinaus Auswirkungen.
Element, Haftpflicht und große Umbrüche
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Pressekonferenz der BaFin, die jährliche Euroforum-Haftpflichtkonferenz und der Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung in Bergisch-Gladbach
Schadenfreude fehl am Platz
Kommentar Erst Wefox, dann Cogitanda, jetzt Element. Die jüngsten Nachrichten aus der Insurtech-Szene laden zu einem Abgesang auf die jungen Unternehmen ein, die einst mit großen Versprechungen angetreten waren. Mancher Versicherungsvorstand dürfte sich bestätigt fühlen. Jetzt in Schadenfreude zu verfallen, wäre aber falsch. Für die Versicherer ist es keine gute Nachricht, wenn sie von außen nicht mehr unter Druck gesetzt werden – auch im Hinblick auf die künstliche Intelligenz.
Wie geht es mit Element weiter?
Kommentar Versicherer gehen in Deutschland nicht pleite? Das Insurtech Element hat mich eines Besseren belehrt. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die BaFin einen Insolvenzantrag wegen Überschuldung für den Berliner White-Label-Anbieter eingereicht hat. Der Fall zeigt: Es ist gut, dass die Aufsicht die Jung-Versicherer so eng im Blick hat. Wie es jetzt mit Element weitergeht, ist ungewiss. Ein Bestandsverkauf noch vor Eröffnung des endgültigen Insolvenzverfahrens wäre wahrscheinlich der beste Weg.
Element-Insolvenz: Folgen für Kunden und Investoren
Exklusiv Das von Astrid Stange geführte Insurtech Element befindet sich seit Mittwochmittag im vorläufigen Insolvenzverfahren. Der Insolvenzantrag der BaFin für den Versicherer hat die Partner des White Label-Anbieters zum Teil überrascht. Wie es für die Kunden weitergeht, ist noch unklar. Auf Investorenseite dürfte eine Insolvenz von Element vor allem das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin hart treffen.
Der Rückblick auf 2024 Teil 3: Fusionen, Cogitanda-Insolvenz, United Healthcare-Mord
Überschwemmungen in Spanien, Nahost-Krieg, die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump, eine schwächelnde Wirtschaft und der Bruch der Ampel-Koalition: Im Jahr 2024 ist einiges passiert – auch in der Versicherungswirtschaft. Inspiriert von der Fusion von Barmenia und Gothaer kündigen einige kleinere Versicherer Zusammenschlüsse an und der Assekuradeur Cogitanda wird insolvent. In den USA wird der United Healthcare-Chef Brian Thompson erschossen. Hier der letzte Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks.
Dänische Versicherer verursachen teure Pleiten
Die Insolvenzen der drei dänischen Versicherer Alpha, Qudos und Gefion sorgen für die teuerste Versicherungssanierung in der Geschichte des Landes. Die Kosten belaufen sich auf über eine halbe Milliarde dänische Kronen (mehr als 60 Mio. Euro). Zwei der Versicherer waren auch in Deutschland tätig.
Der Rückblick auf 2024 Teil 2: Wefox-Niedergang, Überschwemmungen, BaFin-Schelte
Überschwemmungen in Spanien, Nahost-Krieg, die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump, eine schwächelnde Wirtschaft und der Bruch der Ampel-Koalition: Im Jahr 2024 ist einiges passiert – auch in der Versicherungswirtschaft. Von Mai bis August steigt die Unzufriedenheit der Investoren mit den Insurtech Wefox, Bayern und Baden-Württemberg haben mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen und Versicherungsaufseherin Julia Wiens liest der Branche die Leviten. Hier der zweite Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks.
Cogitanda hofft auf Angebote bis Mitte Januar
Exklusiv Der insolvente Cyber-Assekuradeur Cogitanda sucht bis zum 17. Januar 2025 Angebote von Übernahmeinteressenten. Das geht aus einem Papier mit Rahmendaten hervor, den das Beratungsunternehmen Novaerion an mögliche Käufer geschickt hat. Cogitanda soll dann nach dem 1. Februar 2025 übertragen werden. Für 2024 erwartet das Unternehmen einen operativen Verlust von 10 Mio. Euro. 2027 soll es profitabel arbeiten.
Cogitanda-Chefs glauben an Rettung
Exklusiv Der Vorstand des insolventen Cyber-Assekuradeurs Cogitanda in Köln sieht gute Chancen auf ein Fortbestehen des Unternehmens. Es gebe weiterhin Interesse bei Investoren, sagten CEO Jens Lison (Bild) und Finanzchef Christian Rink im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Sie weisen Vorwurfe zurück, dass der Vorstand die Insolvenz zu früh beantragt und nicht genug mit bestehenden Aktionären kommuniziert habe.
FWU-Tochter in Österreich wieder aktiv
Die von Manfred Dirrheimer kontrollierte insolvente Lebensversicherungsgruppe FWU hat einen Teilerfolg erzielt. Die kleine Tochter FWU Life in Österreich darf wieder Neugeschäft zeichnen. Dagegen bleibt die Tochter in Luxemburg unter Verwaltung der Aufsicht. Das Amtsgericht München hat jetzt das vorläufige Insolvenzverfahren der FWU AG in Grünwald in ein reguläres Verfahren umgewandelt. Insolvenzverwalter bleibt der Rechtsanwalt Ivo-Meinert Willrodt. FWU kontrolliert die beiden Töchter, ist selbst aber kein Versicherer.













