Archiv ‘Kfz-Versicherung’

Berenberg: Kostendruck treibt Fusionswelle

Steigende Kosten für Naturkatastrophen, für die Umsetzung regulatorischer Anforderungen und für Rückversicherungsschutz sind die Haupttreiber für die aktuelle Fusionswelle unter Versicherern in Deutschland. Davon sind Analysten der Bank Berenberg überzeugt. In einer aktuellen Studie untersuchen sie, welche Gründe vor allem kleinere Versicherungsunternehmen auf Gegenseitigkeit zu Zusammenschlüssen veranlassen – und was die Folgen für die Branche sind.

Allianz soll sich für Esure interessieren

Kurz nachdem bekannt geworden ist, dass die Allianz den digitalen Kfz-Versicherer Friday übernimmt, sollen sich die Münchener für den nächsten Zukauf interessieren. Nach einem Bericht von Bloomberg gehören sie zu den potenziellen Bietern für den britischen Kfz- und Gebäudeversicherer Esure. Daneben sollen Aviva, Sampo und Ageas Interesse signalisiert haben, schreibt die Agentur. Eine Bestätigung gibt es dafür nicht.

Allianz lockt Kfz-Kunden mit Zweijahres-Garantie

In der aktuellen Kfz-Wechselsaison will der Branchenriese Allianz von den aktuellen Problemen des Hauptkonkurrenten HUK-Coburg profitieren und bringt ein bisher in der Branche eher unübliches Angebot auf den Markt. Mit einer Preisgarantie für zwei Jahre wollen die Münchener von Preiserhöhungen genervte Kfz-Kunden locken. Der Deal: Kunden schließen einen Neuvertrag ab, der Versicherer verzichtet zwei Jahre auf Beitragsanpassungen aufgrund der aktuellen Schaden- und Kostenentwicklung oder durch Änderungen bei Regional- oder Typklassen. Es gibt jedoch einen Haken.

Baloise verkauft Friday an Allianz

Die Baloise trennt sich von ihrem Digitalversicherer Friday, der vor allem im Kfz-Geschäft tätig ist. Die Portfolios in Deutschland und Frankreich mit einem Prämienvolumen von 50 Mio. Schweizer Franken (53,3 Mio. Euro) verkauft der Schweizer Versicherer an die Allianz Direct. Die Baloise will sich mit dem Schritt von einem unprofitablen Geschäftsbereich trennen. Für die Allianz, die zum Kfz-Marktführer HUK-Coburg aufschließen möchte, bedeutet das einen Wachstumsschub.

„Spirale aus steigenden Schäden und Prämien“

Schwere Gewitter und andere Naturgefahren haben 2023 rund 1,1 Mrd. höhere versicherte Schäden als im Vorjahr verursacht. Vor allem die Autoversicherer mussten mehr Lasten schultern. Der Lobbyverband GDV mahnt in seinem neuen Naturgefahrenreport dringend mehr Prävention und Klimafolgenanpassung an, andernfalls drohe in den kommenden zehn Jahren eine Verdopplung der Prämie in der Wohngebäudeversicherung.

Wochenspot: Neues aus Baden-Baden

 Wochenspot – der Podcast  Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe des Wochenspots diskutieren Redakteurin Nina Nöthling (links) und Chefredakteurin Friederike Krieger über das Rückversicherertreffen in Baden-Baden, warum das Zusammenkommen so wichtig ist und was dieses Jahr anders war als sonst.

Wiens: „Wir schauen genau hin“

 Exklusiv  Julia Wiens, die Chefin der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, ist jetzt zehn Monate im Amt. Die ehemalige Baloise-Vorständin redet Tacheles mit der Branche: Im ersten Teil des Interviews mit Süddeutscher Zeitung und dem Versicherungsmonitor macht sie klar, dass sie notfalls Versicherungsvorstände absetzen kann, wenn Lebensversicherungen keinen ausreichenden Kundennutzen stiften und andere Maßnahmen nicht fruchten. Ein zweites Problemfeld sind die Kfz-Versicherer.

E+S Rück: „Irgendwas ist da falsch im System“

Obwohl es in diesem Jahr nicht besonders viele verheerende Großbrände gegeben hat, steckt die Industrie-Feuerversicherung mit einer Schaden- und Kostenquote von 106 Prozent nach wie vor in den roten Zahlen. Die Hannover Rück-Deutschlandtochter E+S Rück glaubt, dass die Prämien immer noch zu niedrig sind und will notfalls bei proportionalen Deckungen reagieren. Auch die Kfz-Versicherung bleibt aus Sicht des Rückversicherers eine Problemsparte.

Munich Re offen für Pflichtversicherung

Nach den Überschwemmungen in Süddeutschland ist die Diskussion um eine Pflichtversicherung in Deutschland wieder aufgeflammt. Der Rückversicherer Munich Re würde ein solches Obligatorium begrüßen, betonte Munich Re-Vorständin Clarisse Kopff beim Rückversicherungstreffen in Baden-Baden. Allerdings müsste dabei eine risikoadäquate Bepreisung gewährleistet sein. Genug Kapazität für eine Pflichtversicherung sei auch ohne staatliche Auffanglösung vorhanden, glaubt sie. Von der Deckung von Frequenzschäden will sich der Rückversicherer auch in dieser Erneuerung fernhalten. 

Erneutes Milliarden-Minus in der Kfz-Versicherung

Die deutschen Autoversicherer werden 2024 für jeden eingenommenen Euro 1,06 Euro für Schäden und Verwaltungskosten aufwenden. Der Lobbyverband der Versicherungsbranche GDV erwartet in der Folge den zweiten Milliardenverlust in Folge für die Sparte. Und auch 2025 dürften die Anbieter angesichts der steigenden Reparaturkosten in den roten Zahlen landen. Der Rückversicherer E+S prophezeit einen weiteren Preisanstieg.

Allianz: Zu viele Tote im Straßenverkehr

Die Allianz fordert einen besseren Schutz von Fußgängern und Radfahrern in Städten und richtet konkrete Forderungen an Politik, Fahrzeughersteller und Transportunternehmen. Angesichts der steigenden Zahl von Verkehrstoten müsse insbesondere die Sicherheitsausstattung von Transportern und Lkws verbessert werden, mahnte Christian Sahr, Geschäftsführer des Allianz Zentrum für Technik (AZT), auf dem 12. Autotag des Versicherers in Ismaning an. Die Münchener wollen zudem einen Gebrauchtteilemarkt in Deutschland etablieren.

S-Direkt arbeitet mit Fonds Finanz zusammen

Die Sparkassen Direktversicherung (S-Direkt) kooperiert bei Kfz-Versicherungen jetzt mit dem Maklerpool Fonds Finanz. S-Direkt, eigentlich ein Direktversicherer, hat einen sehr geringen Marktanteil und will diesen durch die Zusammenarbeit offenbar ausbauen. Das Unternehmen arbeitet auch bislang schon mit Vergleichsportalen und Maklerpools zusammen. Es hat im Vorjahr eine Schaden- und Kostenquote von 105,7 Prozent aufgewiesen und damit besser als der Markt abgeschnitten, der auf 110,4 Prozent kam.

BDVM erwartet turbulente Januar-Erneuerung

Die Anfang 2024 oft geäußerte Prognose eines sich aufweichenden Industrieversicherungsmarktes hat sich nach Einschätzung des Maklerverbands BDVM bislang nicht bewahrheitet. Bei der Erneuerung zum 1. Januar 2025 werde es erneut heiß zugehen, erwartet BDVM-Vizepräsident Thomas Haukje. Besonders groß seien die Probleme in der Sach- und in der Kfz-Versicherung. In der D&O-Sparte habe sich die Situation dagegen zur zum Vorteil der Kunden gewandelt.

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