Die Provinzial Rheinland und die Westfälische Provinzial fusionieren, der Axa-Konzern schluckt für mehr als 15 Mrd. Dollar die Industrie- und Rückversicherungsgruppe XL, die Generali verkauft ihre deutsche Lebensversicherung an den Abwickler Viridium und die Bundesregierung ändert die Regeln für die Berechnung der Zinszusatzreserve – 2018 war ein spannendes Jahr für die Versicherungsbranche. Für Wirbel sorgten auch die Debatte um einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung, die Pläne der Allianz für einen europäischen Direktversicherer und die zahlreichen personellen und strategischen Umbaumaßnahmen bei Axa, Ergo & Co. Der Versicherungsmonitor blickt auf die aufregendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres […]
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Studie: GKV ist besser als PKV
Gesetzliche Krankenkassen bieten oft bessere und umfangreichere Leistungen als die privaten Krankenversicherer. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie des Beratungsunternehmens Premium Circle im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Versorgungslücken bestünden demnach bei Kuren und Rehabilitation, bei der Palliativversorgung, der Psychotherapie und bei Impfungen. Die Grünen nehmen das Ergebnis zum Anlass, ihre Forderung nach einer Bürgerversicherung zu wiederholen. Der PKV-Verband kritisiert die Studie als realitätsfremd und zweifelt die Aussagekraft der gewählten Kriterien an.
Sieg für Axa im Treuhänder-Verfahren
Zweifel an der Unabhängigkeit eines Treuhänders sind nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) kein Grund, Prämienanpassungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) für unwirksam zu erklären. Der BGH hat damit die Klage eines Versicherten gegen die Axa Krankenversicherung zurückgewiesen. Ist der Treuhänder ordnungsgemäß bestellt worden, sei seine Unabhängigkeit kein Thema für die Zivilgerichte. Die Axa und der PKV-Verband begrüßten das Urteil. Das zuständige Landgericht muss jetzt prüfen, ob die Prämienerhöhung materiell gerechtfertigt war und ausreichend begründet wurde. Hier sieht Rechtsanwalt Knut Pilz gute Chancen für den Kläger.
PKV muss Prämiensteigerungen besser kommunizieren
Der Makler und Berater Willis Towers Watson geht mit der PKV-Branche hart ins Gericht. Die Unternehmen müssen potenziellen Neukunden besser vermitteln, wie sie das Problem der Beitragssteigerungen langfristig angehen wollen, sagte Stefan Bause, Leiter der Krankenversicherungsberatung, anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Untersuchung zu den Vertriebswegen in der PKV. Hier konnten die Ausschließlichkeitsvermittler im vergangenen Jahr ihre Führung auf Kosten von Maklern und Mehrfachagenten ausbauen.
PKV fordert Gleichstellung mit GKV
Die privaten Krankenversicherer (PKV) wollen im Arzneimittelbereich von vergleichbaren Regelungen profitieren wie die gesetzlichen Krankenkassen. In einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung fordert der PKV-Verband entsprechende Regelungen für verschiedene Gebiete: das elektronische Rezept, die Versorgung mit Krebsmedikamenten, die Abgabe von medizinischem Cannabis, der Direktanspruch gegenüber Pharmaunternehmen und die sogenannte aut idem-Regelung. Aus Sicht der PKV ist nicht einzusehen, dass nur Kassenpatienten von Maßnahmen zur Kostenbegrenzung profitieren, nicht aber Privatversicherte und Beihilfeberechtigte.
Barmenia ersetzt VKB bei der Bayerischen
Die Bayerische wird ab 2019 exklusiv die privaten Krankenvolltarife der Barmenia vertreiben. Damit hat der Versicherer einen Nachfolger für die Versicherungskammer Bayern (VKB) gefunden. Den Kooperationsvertrag mit der VKB hatte die Bayerische im Zuge des Namensstreits zum Ende des Jahres gekündigt. Anfangs wird die Bayerische ausschließlich Vollversicherungen der Barmenia anbieten, später sollen weitere Policen hinzukommen, vor allem im Bereich der betrieblichen Krankenversicherung.
Prämien in der Vollversicherung steigen langsamer
In der privaten Krankenversicherung (PKV) verlangsamt sich der Anstieg der Beiträge in der Vollversicherung. Die Vollversicherten müssten ab 1. Januar 2019 über alle Unternehmen und Tarife hinweg im Schnitt 1,9 Prozent mehr bezahlen. In den beiden Jahren zuvor waren es 3,4 Prozent und 4,4 Prozent. Nach Angaben des PKV-Verbands sind die Beiträge in der Vollversicherung im Schnitt der vergangenen zehn Jahre weniger stark gestiegen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zwischen den privaten Anbietern und einzelnen Tarifen gibt es zum Teil aber deutliche Unterschiede.
BdV: Treuhänder soll Kammerberuf werden
Die privaten Krankenversicherer haben die Transparenz ihrer Solvency II-Berichte deutlich verbessert. Das ist das Fazit einer Analyse des Bundes der Versicherten (BdV) und der Zielke Research Consult GmbH. Auffällig in diesem Jahr waren allerdings die deutlichen gesunkenen Risikomargen und Gewinnerwartungen. Damit PKV-Anbieter diese Werte nicht ausnutzen, um Beiträge anzuheben und ihre Solvenzquoten zu stabilisieren, fordert der BdV eine bessere Stellung von Treuhändern im Unternehmen und mehr Unabhängigkeit.
Den Diabetes besser managen
Digitale Trends 2019 Mit einer individuellen, telemedizinisch unterstützten Begleitung will die Axa Krankenversicherung Versicherten mit Diabetes dabei helfen, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen und ihren Lebensstil zu verändern. Die bisherigen Erfahrungen mit dem digital.DiabetesCoach zeigen, dass sich die medizinischen Werte der Patienten durch die gezielte Betreuung verbessern. Bislang haben knapp 300 Versicherte an dem Programm teilgenommen, hier sieht die Axa noch Potenzial. Die mit dem Diabetes-Coaching gemachten Erfahrungen lassen sich auf andere Krankheitsbilder übertragen.
Privatversicherte erhalten neue Medikamente früher
In der privaten (PKV) und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nähert sich die Entwicklung der Pro-Kopf-Ausgaben für die Arzneimittelversorgung der Versicherten an. Zwar ist der Zuwachs bei den Privaten nach wie vor größer als in der GKV, die Schere wird aber kleiner. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Danach haben Privatpatienten schneller Zugang zu neuen Arzneimitteln und erhalten mehr teure Medikamente als die gesetzlich Versicherten.
Inter Kranken unterstützt Versicherte mit Depressionen
Die Inter Krankenversicherung will die Versorgung von Versicherten mit Depressionen verbessern. Sie bietet ihnen ein individuelles Versorgungsprogramm an, das die gezielte Begleitung durch psychologische Fachkräfte umfasst sowie einen DNA-Test zur Ermittlung der individuell passenden Arzneimitteltherapie. Der Versicherer kooperiert dabei mit dem Arzneimittel- und Diagnostikahersteller Stadapharm und dem auf die Patientenbetreuung spezialisierten Anbieter Thieme Telecare. Das Programm steht vollversicherten Kunden zur Verfügung, die Teilnahme ist freiwillig.
Politische Naivität wird teuer
Herbert Frommes Kolumne Da hatten die Chefs der Allianz Private Krankenversicherung (APKV) eine gute Idee, ganz im Sinne von „den Kunden begleiten“. Sie testen in vier Großstädten einen Notfalldienst – Kinderärzte machen nachts und am Wochenende Hausbesuche bei privat versicherten Kindern. Jetzt ist die Gesellschaft überrascht von der heftigen negativen Reaktion des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte – und versteht überhaupt nicht, warum die Aktion in der politischen Auseinandersetzung sehr schädlich für die PKV sein kann. Die Naivität in politischen Dingen ist nicht auf die APKV beschränkt.
Allianz verärgert Kinderärzte
Mit einem neuen Service für ihre vollversicherten Kunden hat die Allianz Private Krankenversicherung den Zorn von Kinderärzten auf sich gezogen. Der Münchener Versicherer testet zunächst in vier Großstädten das Angebot „Kinderärzte on the Road“. Ein Dienstleister organisiert abends und am Wochenende Hausbesuche bei erkrankten Kindern. Angesichts des allgemeinen Mangels an Pädiatern sieht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte darin eine moralisch höchst fragwürdige Rosinenpickerei. Auch aus medizinischer Sicht sei das Projekt bedenklich, moniert der Verband. Politisch passt es zurzeit jedenfalls nicht in die Landschaft.












