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Hochwasserrisiken: Flood Re sieht Politik gefordert

Britische Immobilienbesitzer, deren Häuser besonders stark durch Hochwasser gefährdet sind, werden am freien Markt vermutlich niemals Versicherungsschutz zu erschwinglichen Konditionen erhalten. Das glaubt Andy Bord, Chef des staatlich subventionierten britischen Rückversicherungsfonds Flood Re. Das 2016 gestartete Programm soll bis zum Ende seiner Laufzeit im Jahr 2039 sicherstellen, dass Versicherungsschutz für Wohnhäuser in hochwassergefährdeten Gebieten bezahlbar bleibt. Die Politik müsse entscheiden, wie Immobilien in Gegenden, die regelmäßig von starken Überschwemmungen betroffen sind, künftig versichert werden könnten, fordert Flood Re.

Elementarschäden: Zusätzliche Absicherung kostet

 Meinung am Mittwoch  Bei der Ministerpräsidentenkonferenz im vergangenen Jahr hielten die Regierungschefs das Ziel fest, dass sich mehr Hausbesitzer gegen Elementarschäden versichern. Die Situation hat sich seitdem nicht deutlich verändert. In Deutschland haben lediglich 41 Prozent der Gebäude eine Elementarschadendeckung. Die regionalen Unterschiede sind groß. Während es in Baden-Württemberg 94 Prozent sind, sind es in Bremen gerade einmal 19 Prozent. Die Aufklärung der Verbraucher könnte bei der Verbreitung von Elementarschadendeckungen eine wichtige Rolle spielen. Den Kunden muss bewusst sein, dass die zusätzliche Absicherung von Naturgefahren auch Geld kostet.

Elementarschäden versichern muss nicht schwer sein

 Meinung am Mittwoch  Nach einem schweren Sturm bricht regelmäßig die Debatte um den richtigen Versicherungsschutz aus. Sturmschäden sind zwar in der Regel durch die Gebäudeversicherung gedeckt, bei Starkregen und Überschwemmungen hilft aber nur ein Elementarschadenschutz. Dieser wird bislang nur von der Hälfte der Kunden gekauft. Das liegt auch daran, dass der Abschluss mühselig und zeitraubend ist. Hier müssen die Versicherer nachbessern. Erste Beispiele zeigen, wie es gehen kann.

Naturkatastrophen 2017 auf Rekordniveau

Eine Serie schwerer Hurrikans in Nordamerika, ein Flächenbrand in Kalifornien und eine überdurchschnittlich schwere Monsunzeit in Südasien prägten das Naturkatastrophenjahr 2017, das für die Versicherer mit 135 Mrd. Dollar zu Buche schlug – und damit teurer war als jedes andere zuvor. Das zeigt ein Bericht von Munich Re. Der weltweit größte Rückversicherer rechnet für die Zukunft angesichts des Klimawandels mit einer Zunahme extremer Wetterereignisse.

Teure Katastrophen: Versicherer müssen mehr zahlen

Die weltweiten Katastrophen haben wieder zugenommen: Sowohl der wirtschaftliche Gesamtschaden als auch die versicherten Schäden sind 2016 beinahe doppelt so hoch wie im Jahr zuvor. Das geht aus der aktuellen Sigma-Studie von Swiss Re hervor. Verantwortlich dafür sind insbesondere Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Waldbrände. Die Versicherer mussten wieder tiefer in die Tasche greifen – was vor allem daran liegt, dass viele Katastrophen Regionen mit hoher Versicherungsdurchdringung getroffen haben.

Sturm verursacht geringe Kosten für Versicherer

Die Provinzial Nord Brandkasse schätzt die Höhe der bei ihr versicherten Schäden durch Sturm „Axel“ auf weniger als 2 Mio. Euro. Grund für die vergleichsweise niedrige Belastung der Versicherer ist unter anderem, dass Schäden an Wohngebäuden durch Sturmfluten meistens nicht versichert sind. Für Allianz-Kunden, die noch eine Police aus der DDR-Zeit besitzen, sieht es anders aus. Ihre Police deckt auch Sturmflutschäden ab.

Versicherer fordern besseren Hochwasserschutz

Hausbesitzer unterschätzen die Gefahr von Überschwemmungen, warnt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zwei Drittel der Eigenheimbesitzer glauben, nie von einem Hochwasser betroffen zu sein, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des GDV. Mehr als 90 Prozent der Hausbesitzer fühlten sich bereits gegen Naturgefahren abgesichert. Zudem halten viele Elementarschadenversicherungen für zu teuer. Die Umfrageergebnisse teilte der Verband auf seiner Naturgefahrenkonferenz in Berlin mit. Die Versicherer fordern die Regierung zu besserer Vorsorge auf, wehren sich aber gegen eine allgemeine Versicherungspflicht, wie sie der Bund der Versicherten befürwortet.

Axa mit hohen Katastrophenschäden

Hohe Schäden durch die Überschwemmungen in Frankreich, Deutschland und Belgien sowie die Terroranschläge in Belgien haben den französischen Axa-Konzern im ersten Halbjahr 2016 belastet. Der Verkauf von Immobilien in New York und positive Steuereffekte haben dem Versicherer dennoch zu einem Gewinnplus von 4 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro verholfen. Obwohl er erst im September offiziell die Nachfolge von Chef Henri de Castries antritt, präsentierte Thomas Buberl bereits die Ergebnisse des Konzerns.

Überflutungen nicht so teuer wie 2013

Starke Regenfälle haben in den vergangenen Tagen in Deutschland für verheerende Sturzfluten gesorgt. Sie forderten mehrere Todesopfer, überfluteten Häuser und spülten Autos und Schuttlawinen durch die Straßen. Weil die Unwetter lokal sehr begrenzt auftraten, scheinen die versicherten Schäden nach ersten Schätzungen nicht das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe von 2013 zu erreichen. Der GDV rechnet mit versicherten Schäden von 450 Mio. Euro durch das Sturmtief „Elvira“.

Fluten an der US-Küste sorgen für Milliardenschaden

Der US-Bundesstaat South Carolina kämpft nach Rekord-Regenfällen mit schweren Überschwemmungen. Nach einer frühen Schätzung von Aon Benfield dürfte der gesamtwirtschaftliche Schaden bei über 1 Mrd. Dollar liegen. Der Rückversicherungsmakler erwartet, dass viele betroffene Anwohner auf ihrem Schaden sitzen bleiben werden.

GDV veröffentlicht Schadenchronik für 2014

Naturkatastrophen waren 2014 für die deutsche Versicherungswirtschaft weniger kostspielig als 2013. Das geht aus dem aktuellen „Naturgefahrenreport 2015“ des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft hervor. Insgesamt kosteten Schäden aus Sturm, Hochwasser und Hagel die Branche knapp 2 Mrd. Euro. Die Versicherer wollen das Phänomen Starkregen besser verstehen und setzen dabei auf eine Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst.

Die Assekuranz und die Klimaversicherung

Wenn die Staats- und Regierungschefs am Sonntag in Bayern zusammenkommen, werden sie auch über die Zukunft der Klimaversicherung für Entwicklungsländer sprechen. Staaten mit einem geringen Budget und Menschen mit einem Einkommen von unter zwei Dollar pro Tag können sich die klassischen Angebote der privaten Anbieter nicht leisten. Deswegen sind die Gesellschaften auch zurückhaltend mit Angeboten. Beim G7-Gipfel in Elmau sollen Alternativen diskutiert werden. Auch die internationale Versicherungswirtschaft hat dabei Geschäftsinteressen.

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