Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge birgt erhebliches Neugeschäftspotenzial für die Finanzbranche in zweistelliger Milliardenhöhe, erwartet die Ratingagentur S&P. Wie viel davon an die Versicherer geht, bleibe abzuwarten. Denselben Marktanteil wie bei Riester werden sie aber wohl nicht erreichen.
Aufsicht & Regeln
Elementar: Aktuare fordern mehr Verständnis für Gewinnansprüche der Versicherer
Die Bundesregierung hat eine Angebotspflicht für Elementardeckungen und einen staatlichen Rückversicherer angekündigt, um mit der geringen Verbreitung ein Ende zu machen. Die Bemühung um bezahlbare Prämien darf nicht die Interessen der Branche untergraben, warnen Versicherungsmathematiker von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV).
Britische Aufseher erhöhen Kapitalanforderungen für Offshore-Rückversicherungsdeals
Die bei der Bank of England angesiedelte Finanzaufsicht PRA will die ausufernde Nutzung spezieller kapitalgedeckter Rückversicherungstransaktionen für Pensionsverpflichtungen im Zaum halten. Britische Versicherer, die Rentenportfolien von Firmen übernehmen und an Offshore-Rückversicherer weitergeben, müssen künftig deutlich höhere Kapitalanforderungen erfüllen.
Kabinett verabschiedet milliardenschwere GKV-Reform
Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verabschiedet. Bei den Krankenkassen sorgen Änderungen kurz vor dem Kabinettstermin für Empörung. Sie kritisieren eine Schieflage zu Lasten der Beitragszahler.
Eiopa: Wie die Versicherungslücke bei Naturkatastrophen geschlossen werden kann
Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Schließung der Versicherungslücke bei Naturkatastrophenschäden in Europa. Neben den Plänen, einen europäischen Risiko-Pool sowie eine Auffanglösung für Großschäden einzuführen, fordert Eiopa von den Versicherern mehr Transparenz bei den Policen.
Eiopa: Kosten von versicherungsbasierten Anlageprodukte sinken leicht
Der europäische Markt für versicherungsbasierte Anlageprodukte zeigt sich aus Sicht der Eiopa stabil: Niedrig- bis mittelriskante Produkte dominieren. Banken führen im Vertrieb, die Kosten sinken moderat. In Deutschland prägen hybride Lösungen den Markt. Entscheidend bleibt die Balance zwischen Rendite, Sicherheit und Anlagehorizont.
Vorstoß für verpflichtende betriebliche Vorsorge
Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz mit seinem Ausspruch über die gesetzliche Rentenversicherung als Basisabsicherung für Aufregung gesorgt hat, kommt vom Arbeitnehmerflügel der CDU die Forderung nach einer verpflichtenden betrieblichen Altersversorgung.
Viridium prüft Frankreich-Expansion und erwartet Schub durch Altersvorsorge-Reform
Mit neuer Eigentümerstruktur greift Viridium ein Vorhaben wieder auf, das bereits vor zwei Jahren Thema war: die Expansion nach Frankreich. Man führe dort erste Gespräche, berichtet Vorstandschef Tilo Dresig. Von der Reform der geförderten Altersvorsorge erwartet er positive Effekte.
Kritik an GKV-Reformplänen, Gegenvorschlag im Bundestag
Die Reformpläne der Regierung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) könnten zu einem Wechsel von 100.000 Versicherten in das private System führen. Der Bundestag debattiert am Donnerstag einen Gegenvorschlag. Er sieht eine stärkere Belastung von hohen Einkommen und höhere Wechselhürden vor.
WTW: Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer steigen sprunghaft
Die Kapitalposition der deutschen Lebensversicherer hat sich innerhalb eines Jahres signifikant und unerwartet stark verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen WTW, das die Solvenzberichte der größten Anbieter für 2025 analysiert hat. Profitabler wird die Kapitalanlage dadurch allerdings nicht automatisch.
Von Bomhard schlägt Wenning als Nachfolger im Aufsichtsrat vor
Nikolaus von Bomhard, Chef des Aufsichtsrats bei Munich Re, bringt Ex-CEO Joachim Wenning als seinen Nachfolger an der Spitze des Gremiums ins Spiel. Das kündigte er in einem Gespräch mit dem Handelsblatt an.
Verbraucherschützer warnen vor Rückabwicklern und Vertragsoptimierern
Sie werben mit Slogans wie „Lebensversicherung erfolgreich rückfordern“ oder „Bis zu 200 Prozent mehr aus Ihrem Vertrag holen“. Doch die Aussagen solcher Rückabwickler und Vertragsoptimierer halten selten, was sie versprechen, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg. Oft gibt es weniger Geld als bei einer Vertragskündigung.
Deutlich mehr Beschwerden über Versicherer
Im vergangenen Jahr sind bei der Finanzaufsicht BaFin rund 46.400 Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern über Banken und Versicherer eingegangen – ein Drittel mehr als 2024. Hauptärgernis im Versicherungsbereich war die Schadenbearbeitung. Ein Unternehmen stach bei den Beschwerden besonders hervor.















