Die am Dienstag vorgestellten Änderungen für eine Reform der Riester-Rente sorgen in der Finanzbranche für Aufregung. Die überraschende Neuerung eines staatlich organisierten Standardfonds stößt auf heftigen Widerspruch.
Aufsicht & Regeln
Finanzexperten einigen sich auf erhebliche Änderungen an Riester-Reform
Paukenschlag in Sachen Riester-Reform: Die Finanzexperten der Regierungskoalition im Bundestag haben sich auf bedeutende Änderungen am Gesetzentwurf geeinigt. So soll zum Ärger der Privatwirtschaft ein öffentlich verwaltetes Standarddepot kommen.
R+V-Vorstand Golatka: Freiwilligkeit in der bAV bringt es nicht
Ein Obligatorium in der zweiten Altersvorsorge-Säule ist ein entscheidender Hebel für die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV), die Kapitalbildung und die langfristige Stabilität von Alterssicherungssystemen, sagt R+V-Vorstand Lars Golatka. Mit Freiwilligkeit wie in Deutschland geht es seiner Ansicht nach nicht weiter.
IDD-Verstöße: Die Hälfte der Strafen entfällt auf Deutschland
Die nationalen Aufsichtsbehörden im europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben 2024 genau 1.656 Sanktionen wegen Verstößen gegen die Vermittlerrichtlinie IDD verhängt. Allein in Deutschland wurde fast 500 Vermittlern die Zulassung entzogen. Einen neuen Rekord gab es bei der Summe aller Geldstrafen.
GDV: Ein Omnibus für die Branche
Der GDV sieht weiteren Bedarf für eine Entschlackung der europäischen Regulierung der Branche. Der Lobbyverband der deutschen Versicherer spricht sich für ein separates Omnibus-Maßnahmenpaket für den Finanzsektor aus. Fida will er loswerden – und noch anderes.
Rupprecht: Naturkatastrophen sind versicherbar
Staatliche Lösungen sollte es nur für Risiken geben, die nicht vollständig durch die private Versicherungswirtschaft getragen werden können, betonte Fabian Rupprecht, Chef der Helvetia Baloise Gruppe, auf einer Fachveranstaltung. Bei Naturkatastrophen führe staatliches Einmischen oft dazu, dass Marktmechanismen nicht mehr funktionieren.
Stornoabzug: BGH gibt Debeka größtenteils Recht
Im Streit zwischen der Verbraucherzentrale Hamburg und der Debeka um einen Stornoabzug in der Lebensversicherung hat der Bundesgerichtshof (BGH) in vielen Punkten dem Versicherer Recht gegeben. Die Richter halten den Abzug für korrekt beziffert und die Klausel für wirksam. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.
Die Haftungsregelungen für E-Scooter verschärfen sich
Die Bundesregierung will Halter und Fahrer von E-Scootern nach Unfällen bei der Haftung stärker in die Pflicht nehmen und damit die Position der Geschädigten verbessern. Der GDV begrüßt den Gesetzentwurf, den das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat.
CDU: Die dritte Säule wird wichtiger
Die private Altersvorsorge wird wichtiger für die Sicherung des Lebensstandards im Alter, auch Geringverdiener können die Chancen am Kapitalmarkt nutzen, sagte der CDU-Abgeordnete Marc Biadacz auf einer Veranstaltung in Berlin. Sarah Vollath von Die Linke sieht Geringverdiener durch die geplante Riester-Reform dagegen benachteiligt.
BaFin-Aufseherin Wiens: Die Lebensversicherer haben es in der Hand
In der laufenden Debatte über die Reformpläne der Bundesregierung für die staatlich geförderte Altersvorsorge könnten die Stärken der Lebensversicherer aus Sicht von Julia Wiens größeren Raum einnehmen. Die oberste Versicherungsaufseherin der BaFin äußerte sich auf einer Veranstaltung in Berlin auch zum geplanten Kostendeckel für Standardprodukte.
Pflichtversicherung macht Elementarschadenschutz teurer
Die Einführung einer Elementar-Pflichtversicherung könnte die Kosten für die Absicherung in die Höhe schnellen lassen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Hartmut Nickel-Waninger, Ex-Gothaer-Vorstand und Honorarprofessor an der Goethe-Universität in Frankfurt, mit Unterstützung der FB Research GmbH. Die Untersuchung soll erstmals eine belastbare Datengrundlage liefern.
Wissenschaftlerin: Kostendeckel von 1,5 Prozent ist peinlich
Zwischen Beifall und Warnung vor einer verpassten Chance: Die Pläne der Bundesregierung für eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge treffen bei Expertinnen und Experten auf eine große Bandbreite an Einschätzungen. Das zeigte die Anhörung vor dem Finanzausschuss des Bundestags. Großen Raum nahm ein Konzept ein, das gar nicht Teil des Gesetzentwurfs ist.














